Wandern & Genießen: Einsame Wege durch das fast vergessene Valle Maira im Piemont

Datum:

08.07 – 15.07.2025

Tourenleiter:

Christine, Harald, Theresa und Maylo Groß

Bericht:

Elke, Roswitha, Petra

und Norbert, Rita, Ruth

und Helmut

Fotos:

Christine Groß

Tourennr:

2025 – T – 12


Teilnehmer: Ruth & Helmut, Dagmar, Elke, Roswitha, Petra & Norbert mit Benji und Jacky, Rita &
Wolfgang, Joachim, Hans, Marco


Tourenbeschreibung:
Auf der Suche nach einzigartigen Touren für die „Genusswanderungen“, ist es Christine und Harald
wieder einmal gelungen eine ultimative Bergregion, fernab vom Massentourismus ausfindig zu
machen. Das wildromantische Valle Maira Tal im Piemont erstreckt sich ca. 60 km entlang der
„Dolomiten von Cueno“ und gilt noch heute als Insidertipp für Naturliebhaber und Wanderer.
Nachdem es Christine und Harald stets ein Anliegen ist, die Teilnehmer auf die entsprechende Tour
vorzubereiten, gab es auch diesmal eine kleine Vorwanderung mit anschließendem Briefing. Last but not
Least hat Theresa mit der Vorstellung des Tourenprogramms unsere Vorfreude geweckt.

  1. Tag – Anfahrt (Elke & Roswitha):
    Endlich war es soweit – Valle Maira wir kommen!
    Die 1. Gruppe der Teilnehmenden startete früh am Morgen in Heilsbronn, um schon wenig später die
    restlichen Teilnehmenden in Herrieden aufzupicken. Unsere Anfahrt erfolgte mit 2 Kleinbussen
    zunächst Richtung Bodensee über die Schweiz nach Italien. Viele, viele Stunden später und vorbei an
    unzähligen Mautstellen haben wir schließlich unser Domizil hoch oben am Berg erreicht. Nachdem wir unsere modern ausgestatteten und restaurierten FeWo’s bezogen hatten, gab es für uns ein
    landestypisches 4-Gänge-Menü. Den Abend haben wir bei einem Gläschen Wein ausklingen lassen.
  1. Tag – Montag (Elke & Roswitha):
    Gestärkt nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir uns zu unserer „Einstiegswanderung“
    aufgemacht. Der Weg zum „Monte Buch“ (2111m) startete direkt von unserem Quartier aus und verlief zunächst auf schattigen Waldwegen. Vorbei an idyllischen Bergwiesen mit einer Vielfalt an blühenden Wildkräutern und Blumen erwies sich unser Weg zunehmend „schweißtreibender“, als zunächst angenommen. Am Gipfel angekommen, wurden wir dafür mit atemberaubenden Ausblicken in die umliegende Berglandschaft belohnt. Nach kurzer Rast ging es zu einem nahegelegenen weiteren Gipfel, dem Costa Chiggia (2156m). Auch hier konnten wir die großartige Fernsicht genießen. Der Abstieg durch teilweise unwegsames Gelände führte uns über saftig blühende Bergwiesen und bescherte uns zusätzlich ein „Dufterlebnis“ angesichts der unzähligen blühenden Wildkräuter. Etwas müde und erschöpft in unserem Quartier angekommen, erwartete uns wieder ein opulentes Abendessen.
  2. Tag – Dienstag (Petra & Nobert)
    Von unserer Unterkunft sind wir zuerst mit dem Auto zum Parkplatz S. Margherita gefahren. Das
    Tagesziel war der Colle Greguri auf 2310m. Der Rundweg beginnt im beschaulichen Dörfchen
    Chiappera. Der Pfad führte aufwärts und schnell hatten wir die Baumgrenze erreicht und uns bot sich
    eine atemberaubende Natur. Es ging durch einen natürlichen Steingarten mit vielen Steinpflanzen
    aber auch Seifenkraut. Felder von blauem und gelbem Enzian und Anemonen waren zu bewundern.
    Die Blütenpracht war so traumhaft, dass wir uns gar nicht sattsehen konnten. Am Gipfel angekommen, gönnten wir uns eine ausgiebige Pause mit einem guten Vesper von unserer Unterkunft. Das Besondere des Gipfels war der Bunker, der aus einem der beiden Weltkriege stammt und heute noch zugänglich ist. Der Abstieg begann mit einem Pfad und endete mit einem Forstweg. Auch hier konnten wir wieder Felder von Anemonen und Enzian sehen – ein Traum! Parallel dazu begleitete uns oftmals der Duft von Kräutern und Blüten. Etwas Spezielles möchte ich noch erwähnen: der Schnaps „Enzian“ wird von der Wurzel des gelben Enzians gewonnen, obwohl irrtümlicherweise der blaue Enzian auf dem Etikett abgebildet ist. Fazit: Es war eine wunderschöne Wanderung mit vielen unterschiedlichen Eindrücken.
  1. Tag – Mittwoch (Rita)
    Bei strahlendem Sonnenschein sind wir losgefahren durch Canosio und Preit hoch zum letzten
    öffentlichen Parkplatz Colle del Preit auf etwa 2000m. Dort sind wir um kurz vor 11 Uhr angekommen.
    Quer über Bergwiesen wanderten wir hoch zum Colle della Margherita auf 2420m. Herausforderung
    war die Überquerung eines reißenden Bergbaches ohne Brücke. Harald scheute keine Mühen, um für
    die Gruppe mit Steinen einen Steg zu bauen. Das Gras auf den Wiesen war kaum ausgetrieben,
    jedoch blühten schon zahlreiche verschiedene Bergblumen. Und es gab Murmeltiere, die pfiffen, um
    sich gegenseitig vor uns Wanderern zu warnen. Leider waren sie nur kurz in der Ferne zu sehen,
    bevor sie in ihre unterirdischen Tunnelgänge verschwanden.
    Etwa um 14.15 Uhr erreichten wir den Lago Meja, eine größere Pfütze, die aus den noch umliegenden Schneefeldern mit Wasser gespeist wurde. Zum Baden zu flach und schlammig. Dort machten wir etwa 45 Min. Ess- und Erholpause. Schließlich ging es unterhalb des Rocca la Meja zurück zum Parkplatz. Erwähnenswert sind noch die vielen gefriergetrockneten Kuhfladen der letzten Saison. Offensichtlich weiden hier im Hochsommer Kühe, weshalb es auch eine Käserei in der Nähe des Parkplatzes gab. Insgesamt sind wir etwa 10,3 km mit 735Hm gewandert. Etwa um 16.45 Uhr waren wir wieder bei unseren Bussen. Auf den ursprünglichen geplanten Abstecher zu einem Wasserfall auf dem Rückweg hatte keiner mehr Lust. Das kühle Bier in der Sagna Rotonda lockte unwiderstehlich.
    Mir hat die Tour sehr gut gefallen, wie auch schon die Tage vorher. Zu zweit würden wir eine so lange
    Tour auf abgelegenen Wegen nie machen.
  2. Tag – Donnerstag (Helmut & Ruth)
    Nach einer etwas abenteuerlichen Fahrt zum Colle Sud Intersite auf 2077m ging es durch einen
    lichten Lärchenwald vorbei an prächtig blühenden Enzian zum Punta la Piovosa (2601m). Dort fand
    ein Fränkisch-Italienisches Gipfeltreffen mit zwei netten Genuesen statt. Weiter ging es zum Punta
    Tempesta. Leider trübten die aufziehenden Wolken unseren Blick auf den Lago Tempesta. Sicher
    leiteten uns Harald und Christine über kleine Schneefelder und Gebirgsbäche, bis wir nach 6:30
    Stunden und 12,3 km bei unseren Bussen waren. Ein großes Lob an unsere beiden Fahrer, die uns
    sicher auf den Pass und wieder herunterbrachten.
  3. Tag – Freitag (Rita)
    Am Freitag starteten wir bereits um 9.50 Uhr mit den Bussen zu einem Parkplatz hinter Acceglio.
    Geplant war eine Wanderung auf einem Höhenweg im Mairatal, vorbei an Ponte Meira nach
    Chiappera. Es war warm und sonnig und so kamen wir wieder Mal ordentlich ins Schwitzen. Die
    Bergwiesen hatten bereits hohes Gras und viele Blumen. Eine Gruppe von Landwirten trieb ihre Kühe
    mit Kälbern auf eine eingezäunte Weide. Nach 3 h, 7 km und etwa 470 Hm erreichten wir das Rifugio di Chiappera, wo wir kalte Getränke zu unseren mitgebrachten Semmeln genossen. Nach gut einer
    Stunde Pause machten wir uns um 14.30 Uhr auf den Rückweg auf der anderen Talseite der Meira.
    Hier war der Anstieg nur 180m und wir liefen weite Strecken im schattigen Wald. Allerdings haben wir anscheinend eine Kurve zu weit ausgeholt, so dass der Rückweg 9 km lang war. Nach einer schönen Pause an der Meira sind wir sehr zügig marschiert, konnten allerdings die malerische Landschaft und die duftenden Hänge im Vorbeigehen genießen.
    Bemerkenswert sind noch die zahlreichen Brunnen am Wegesrand und in den Dörfern. Diese sind
    teils mit kunstvollen Motiven, wie einem geschnitzten Steinbockkopf oder ein etwa 120 cm großer geschnitzter Bär in einer Badewanne, verziert. Ob man das Wasser trinken kann, waren wir uns nicht einig; aber es war wunderbar erfrischend kalt.
  4. Tag – Samstag (Helmut & Ruth)
    Für unsere letzte Wanderung fuhren wir zum Bergdorf Elva, das auf einer Höhe von 1637m in einer
    fantastischen Panoramalage liegt. Bei der langen Auffahrt kamen wir an vielen ambitionierten
    Passradfahrern vorbei, die wahrscheinlich für die Tour „Fausto Coppi“ trainierten.
    Von Elva aus wanderten wir bei Sonnenschein durch Almwiesen und einem schattigen Lärchenwald
    zum Colle San Giovanni (1875m). Dort, bei der gleichnamigen Kapelle, überraschte uns ein leichter
    Regenschauer mit etwas Donner. Von der kleinen Kirche ging es dann weiter zum Piemontesischen
    „Preikestolen“, dem Fremo Cuncunà. Auf diesen beeindruckenden Felsvorsprung machten wir
    wunderschöne Erinnerungsfotos. Er bietet aber auch einen atemberaubenden Blick auf die Berge:
    Bettone, Chersogno, Marchisa, Pelvo und Monviso.
    Auf dem bequemen Rückweg legten wir noch eine Kaffeepause in Elva ein.
    Gestärkt freuten wir uns wieder auf unser Quartier.
  1. Tag – Abfahrt (Elke & Roswitha):
    Heute heißt es Abschied nehmen: Selbstgepflückte Blumen für unser Geburtstagskind Rita und von
    unserer netten Gastgeberfamilie einen Kuchen zum Frühstück. Ein herzlicher Abschied folgte und das
    obligatorische Gruppenfoto durfte natürlich nicht fehlen, bevor wir mit etwas Wehmut den Weg
    Richtung Heimat angetreten haben.
    Diese fantastische Woche mit unvergleichlichen Eindrücken in der Natur wird uns in Erinnerung
    bleiben. Vielen lieben Dank an unsere engagierten Tourenleiterinnen sowie souveränen Fahrerinnen.