Datum:
24.7. – 28.7.2025
Tourenleiter:
Lukas Kulma
Matthias Löffler
Bericht:
Benedikt und Holger
Fotos:
alle Teilnehmer
Tourennr:
2025 – T – 20
Das Motto der diesjährigen Tour lautete: Trail Camp Vinschgau. Diesmal sollte es nicht in mehreren Tagesetappen über die Alpen gehen, sondern es galt in der Umgebung von Schlanders die zahlreichen Trails als Tagestouren zu befahren.
Erste Touren von Schlanders aus
Am Donnerstag starteten früh am Morgen die meisten der 15 Teilnehmer von Ansbach nach Schlanders in Tirol. Gegen Mittag trafen wir dort in unserem Hotel Schweitzer ein, an dem auch unser neues Schweizer DAV-Mitglied (Direktanreise aus der Schweiz) auf uns gewartet hat.
Nachdem wir ausgeladen, eingecheckt und die Zimmer bezogen hatten, ging es auch gleich in die Bike-Klamotten und auf den Sattel zu unseren ersten Trails vor Ort (Eigen- und Morter-Trail mit Start an einer kleinen Burgruine), den wir zügig nach einem kurzweiligen Anstieg erreicht hatten. Den Abend ließen wir direkt im Hotel Goldener Löwe gegenüber unserem Hotel bei leckerem Essen ausklingen.
Mit oder ohne Shuttle zur Scharte – das Ziel war klar
Am Freitag früh starteten wir gestärkt nach einem ausgiebigen Frühstück und aufgeteilt in zwei Gruppen zu unserem Tagesziel, der Göflaner Scharte mit anschließenden Trail-Abfahrten. Die erste kleine Gruppe startete gegen 08.00 Uhr direkt in Richtung Martelltal, wogegen sich die zweite Gruppe ca. eine Stunde später mit dem Shuttle die ersten ca. 800 Höhenmeter Hochtreten einsparte. Ab dem Shuttle-Parkplatz ging es dann zuerst auf Waldwegen, später über einen Wanderweg bis hoch zur Scharte. Dabei mussten die Bikes doch an einigen Stellen getragen bzw. geschoben werden. Leider hat das Wetter zu der Zeit nicht so ganz mitgespielt, so dass nach einem kurzen Treffen beider Gruppen und insgesamt ca. 1.800 hm an der Scharte, kurzer Umzieh-, Ess- und Fotopause bei leichtem Regen auch schon wieder die Abfahrt anstand.
Hier ging es nach einem lautstarken Trockenbremsen der Bremsanlagen erst über einen Wanderweg mit ein paar kniffligen Stellen aber sonst schönen, flowigen Passagen durch bewaldetes Gebiet.
Nach einem üppigen Mittagessen auf der Jaustenstation Haslhof starteten die meisten noch in den Holy-Hansen-Trail, einen schönen naturbelassenen Trail durch den Wald. Den Abend ließen wir dann nach einer interessanten Fahrt mit den Autos durch die Apfelplantagen im urigen Bierkeller in Latsch ausklingen.
Panoramatrail statt Passo Stelvio (Stilfserjoch)
Am nächsten Tag war das Wetter leider nicht ganz auf unserer Seite und wir mussten vom ursprünglichen Plan, einer langen Tagestour auf das Stilfserjoch, bei solch unkalkulierbaren Wetterbedingungen im Gebirge abweichen. Nach spontaner Neuplanung unserer Guides nutzten wir ein Bike-Shuttle, um in die Nähe des Einstiegs in den Latscher Panoramatrail zu gelangen.
Dieser Trail mit 250 Höhenmeter Abfahrt hat seinem Namen alle Ehre gemacht und wir wurden bei der Fahrt entlang des Berghangs mit einer großartigen Aussicht belohnt, auch wenn dies etwas Schwindelfreiheit abverlangt hat. Danach sind wir in den Flipsi-Trail (ehemals Propain-Trail) eingestiegen, der uns über 550 Tiefenmeter mit abwechslungsreichen Passagen bis nach Schlanders ins Tal führte.
Somit waren wir Mittags wieder am Hotel und machten eine große Pause, während es bereits angefangen hatte zu regnen. Doch davon haben wir uns nicht aufhalten lassen und starteten schon am Nachmittag erneut für einen zweiten Teil: nach Latsch und von dort mit der Latscher Seilbahn rauf, um den Monte-Sole-Trails zu den Annaberger Böden hinabzurauschen. Am Abend gab es wieder leckeres Abendessen im Gasthof und der eine oder andere Teilnehmer konnte seiner neu entdeckten Liebe für Spaghetti Carbonara nachgehen.
Traum aller Biker
Für den vierten Tag lautete das Ziel: Madritschjoch, auf über 3.000m. Von Schlanders aus nutzten wir ein Bike-Shuttle nach Sulden, von wo aus wir mit der Seilbahn weiter hochfuhren. Nach dem Ausstieg auf der Bergstation ging es auch direkt und gnadenlos steil bergauf.
STS lautete das Motto, das bedeutet: Schieben, Tragen, Stoßen. Nach den hart erkämpften Höhenmetern hinauf auf das Joch gab es nur einen kurzen Fotostopp, da es dort oben sehr kalt und windig war. Die Abfahrt führte uns zur Mittagspause in der Zufallshütte auf 2.264m. Dort wurde kurzerhand die bereits üppige Nudelportion mit selbst mitgebrachten Speck aufgepimpt.
Danach folgte eine sehr lange Abfahrt auf dem Jägersteig über schöne Waldwege nach Latsch, insgesamt waren es fast 3.000hm Abfahrt an diesem Tag. Es fühlte sich so an, als würde die Abfahrt gar nicht mehr aufhören. Davon träumt doch jeder Biker. An einem Hotel in Latsch gab es dann noch eine kurze Kaffeepause, um die Eindrücke des langen Tages zu verdauen.
Biken bis zuletzt
Nach einer erholsamen Nacht und gutem Frühstück ging es für die meisten wieder in Richtung Heimat. Nach dem offiziellen Ende der Tour hatte eine kleine Gruppe hartgesottener Biker aber immer noch nicht genug und vergnügte sich noch bis zum Nachmittag auf den zahlreichen Trails rings um Schlanders.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es mal wieder eine sehr gut gelungene Tour war. Angefangen bei der hervorragenden Organisation von Lukas und Matthias, der tollen Umgebung im Vinschgau und einer gut gemischten Gruppe an Teilnehmern.