Black Forrest – Malerische Seen und weitere Schluchten in der Nähe von Wutach

Datum:

19.09. – 21.09.2025

Tourenleiter:

Uwe Kärger

Bericht:

Andrea Lautenbacher

Fotos:

Andrea Lautenbacher

Tourennr:

2025 – T – 29

Teilnehmer: Andrea (1)., Andrea (2), Birgit, Dietmar, Elke, Herrmann, Manfred, Matthias (1), Matthias (2), Melanie, Michael, Monika, Regina, Roswitha, Silvia, Walter

  1. Tag

Zwei Seen-Runde mit Aufstieg zum Bildstein

Strecke: 18 km / Höhenmeter: ca. 430 m

Start unserer Tour war wie immer um sechs Uhr am Parkplatz Messegelände in Ansbach. Wir fuhren mit einem DAV-Bus und zwei Privat-PKW´s. Auf der Hälfte der Strecke machten wir eine kurze Vesperpause mit selbstgebackenem Kuchen von Uwe und Matthias (1). Nach insgesamt vier Stunden Fahrzeit erreichten wir den Wanderparkplatz am Windgfällweiher. Bei herrlichem Wetter starteten wir die Runde.

Entlang des kanalisierten Windgfällbaches wanderten wir zuerst einen kleinen Abstecher zum Schluchsee. Dieser ist der größte See im Schwarzwald. Dann hieß es, alle Kräfte sammeln, um den steilen Serpentinenaufstieg zum Bildstein zu bewältigen. Auf knapp eineinhalb Kilometer Strecke geht es 200 Meter nach oben. Der letzte Abschnitt auf den felsigen Gipfel führt über einige Betonstufen. Dort oben wurden wir mit einem wunderbaren Rundumblick auf den Schluchsee, der hier malerisch zwischen den bewaldeten Bergen liegt, belohnt.

Vom Bildstein ging es teilweise auf dem Jägersteig in einer großen Runde über Waldpfade und Bergwiesen bis zum Naturschutzgebiet Urseetal. Dort führte uns die Tour bei großartiger Aussicht auf dem Hirtenpfad ins Tal.

Auf diesem Pfad wuchsen am Rand sehr viele essbare Pilze wie z.B. Steinpilze und Pfifferlinge. Unser Michael konnte daran nicht einfach so vorbeigehen und sammelte ein paar leckere Pilze. Diese bereitete er im Apartment zu und die „Mitbewohner“ verspeisten sie vor dem Abendessen. Hmm, lecker.

Dieser sehr schöne Wegabschnitt mit den schattigen und wohltuenden Waldwegen hatte „Schwarzwaldfeeling“ und führte uns wieder zurück zum Windgfällweiher. Der Windgfällweiher liegt in einer natürlichen Gletschermulde und war ursprünglich ein Moorgebiet. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der See durch einen Staudamm aufgestaut und entsprechend vergrößert und wird jetzt für Freizeitaktivitäten wie Bootfahren und Schwimmen genutzt. Beim Kiosk direkt am Strandbad des Weihers haben wir zum Abschluss der Wanderung eine kleine Rast mit kühlen Getränken und Eis gemacht. Das war an diesem heißen Tag auch nötig. Im Gasthaus Kranz in Strühlingen-Lausheim haben wir für zwei Nächte Quartier bezogen. Die drei großzügigen Appartments teilten wir unter uns auf. Fürst(-lich) wohnten die Männer, Linde die Frauen und Buche war gemischt belegt. Wir aßen auch in unserem Gasthaus zu Abend und jeder fand für sich etwas Leckeres auf der Speisekarte.

2. Tag

Drei-Schluchten-Wanderung

Strecke: 28 km / Höhenmeter: ca. 650 m

Die abwechslungsreiche Rundtour führte uns durch die drei Schluchten Gauchach-, Enge- und Wutachschlucht. Wir starteten die Tour an der Wutachmühle. Zunächst folgten wir ca. 1,5 km dem beliebten Schluchtensteig entlang der Wutach, meist nahe am Gewässer, das hier tiefe malerische Schluchten gebildet hat, bis zum handwerklich schönen Kanadiersteg aus Holz. Beim Kanadiersteg mündet die Gauchach in die Wutach. Bis hierhin war der Weg bequem und gut gesichert.

Über den Kanadiersteg überquerten wir die Wutach und stiegen in die wild-romantische Gauchachschlucht ein. Diese kleinere Seitenschlucht besticht mit vielen kleinen Wasserfällen sowie kleinen Brücken und Stegen, die uns immer wieder über die Gauchach führen. Hier liefen wir oft sehr nahe am Wasser, manchmal war es sogar erforderlich, über vom Wasser überspülte Steine zu laufen.

Oft machte der Wald den Eindruck eines Dschungels und es wirkt alles etwas unberührt und ursprünglich. Auf halber Strecke lädt die „Burgmühle“ zur Einkehr in ihren Biergarten mitten in der Natur ein. Aber wir machten nur eine kleine Trinkpause und folgten dann der Abzweigung „Tränkebachmündung“ in die rauhe Engeschlucht des Tränkebachs in Richtung Bachheim. Der Tränkebach führt nur periodisch Wasser, der Niedrigwasser-Abfluss verläuft unterirdisch – oft ist der Wanderweg feuchter als das Bachbett. Der Anstieg in der engen Schlucht war teilweise sehr steil und glitschig.

Der Ausbau und die Sicherung des wohl meistens matschigen Weges liegen in der Regie der Narrenzunft Bachheim. Mit einem historischen Mühlenstein am oberen Ende der Schlucht erinnert sie an deren Erschließung. Fünfhundert Meter weiter folgten wir dem unscheinbaren Wegweiser „Bachheim 1 km“. Hier verließen wir die Engeschlucht und folgten einem Wiesenweg am Waldrand entlang. Wir überquerten die Hochebene und zum Rand der Wutachschlucht. Dort ging es dann einige Kilometer auf einem schmalen Waldpfad, manchmal glich es eher einem Hindernislauf, in Richtung Schattenmühle.

Auf Höhe des ehemaligen Bad Boll stiegen wir in Serpentinen hinunter in die Wutachschlucht und überquerten die Wutach.

Die Kapelle von Bad Boll ist das letzte erhaltene Gebäude des ehemaligen mondänen Kurbades in der Wutachschlucht. Das Bad wurde um eine Heilquelle herum gebaut und war von der Mitte des 19. bis zum frühen 20. Jahrhundert bekannt. Nach einem Erdrutsch und dem Ende des Kurbetriebs im Ersten Weltkrieg verfiel die Anlage und wurde größtenteils abgerissen.

Wir machten dort eine letzte Rast, um alle Reserven für die letzten neun Kilometer zurück zum Parkplatz zu mobilisieren. Auf dem Wanderpfad begleiteten uns schroffe Kalksteinwände und eine außergewöhnliche Pflanzenwelt reicherte das Naturerlebnis an. Stellenweise verläuft der Pfad spektakulär auf einem schmalen Sims zwischen einer Felswand und dem Fluss.

Die schmalen Wege durch die Schlucht sind selbst bei trockener Witterung regelmäßig rutschig. Die Wutachschlucht wird nicht umsonst der größte Canyon Deutschlands genannt. Denn während der Tour durch die 60 bis 170 Meter tiefe Schlucht, kamen wir vorbei an rauschenden Wasserfällen (hier wohnen die Wutachgeister), zerklüfteten Tälern und abenteuerlichen Wildflüssen, ganz zu schweigen von der vielfältigen Pflanzenwelt.

Nach diesem Marsch waren wir alle etwas „fußmüde“.

  • Tag

Rundweg von Hinterzarten durch das Löffeltal ins Höllental und durch die Ravennaschlucht

Strecke: 8 km / Höhenmeter: 280 m

Die Ravennaschlucht ist eines der bekanntesten und zugleich spektakulärsten Ausflugsziele zwischen Freiburg und dem Hochschwarzwald. Highlights in der Schlucht sind der Große und Kleine Ravenna-Fall mit 16 bzw. sechs Metern Fallhöhe. Wir starteten unseren Rundweg in Hinterzarten. Von dort aus gingen wir den Löffeltalweg hinab in das Löffeltal. Den stetig hinabgehenden Pfad begleitete der muntere Rotbach, der früher einige Sägemühlen mit Wasserenergie versorgt hatte. Eine dieser Sägen, die Kingenhof Klopfsäge, wird gelegentlich noch für Schauzwecke in Betrieb gesetzt.

Das Löffeltal mündet in das Höllental. Das teilweise schluchtartig schmal und tief eingeschnittene Höllental bildet seit Jahrhunderten den Hauptanfahrtsweg von der Freiburger Bucht zu den Hochflächen hinter der Zarten und zum Titisee. Kurz vor dem Hofgut Sternen machten wir einen Abstecher zur Historischen Seilerei Höllsteig. Dort führten uns zwei Herren des Museumsvereins die Arbeitsschritte der Seilherstellung vor und einer unserer Mitwanderer durfte das hergestellte Seil sogar gegen einen kleinen Obulus mitnehmen.

Wir durchquerten das Gelände des Hofguts Sternen mit dem Kuckucks-Uhren-Haus

und bogen gleich hinter dem Hotel rechts in Richtung Ravennaschlucht ab. Kurz vor der Brücke steht eine weitere historische Säge. Vor uns erhob sich die beeindruckende 36 m hohe Ravennabrücke, auf der die Höllentalbahn über die Schlucht fährt.

Nachdem wir das imposante Eisenbahnviadukt der Höllentalbahn unterquert hatten, wanderten wir über einen teilweise steinigen Weg steil bergauf zur Ravenna.

Auf dem nächsten Wegstück wechseln wir über Brücken mehrmals die Seite der Ravenna, sodass wir immer wieder tolle Einblicke in die Schlucht bekamen. Durch die Schlucht muss man mit offenen und aufmerksamen Augen gehen. Denn tatsächlich verpasst manch ein Wanderer den versteckt gelegenen Großen Ravenna-Fall. Wer sich etwas reckt oder wenige Schritte ans Bachbett wagt, findet aber schöne Standorte, um das Naturidyll auf sich wirken zu lassen und ein paar gute Fotos zu machen.

Dann ging es über zwei Stege um eine Engstelle und einen Felsen herum an das obere Ende des Wasserfalls. Es war auf den nassen Holzstegen, Brücken und Holztreppen Vorsicht geboten, denn es hatte vorher ein wenig geregnet, an vielen Stellen war es aalglatt. Am Ende der oberen Ravenna erbaute der Breitnauer Mathäus Feser 1770 die erste Löffelschmiede im Raum Hinterzarten-Steig. Damit vereinfachten sie die bis dahin übliche Handarbeit in der Löffelproduktion. 1780 konstruierten seine Söhne die wassergetriebenen Schmiedehämmer. Die Nachkommen führten die Löffelschmiede bis ins Jahr 1885. Weiter ging es an rauschenden Wasserfällen bis zum Ende der oberen Ravennaschlucht. Hier gelangten wir auf die freie Hochfläche bei Ödenbach, oberhalb von Hinterzarten.

Von dort ging es zurück auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg übers „Steiertenhäusle“ zum Öberhöllsteig. Wir nutzen die Unterführung, um sicher auf die andere Seite der stark befahrenen B31 zu kommen. Gleich danach erreichten wir wieder Hinterzarten.

Dort angekommen, gingen wir ins Café Fräulein Me, denn ein Schluck Kaffee und eine Schwarzwälder Kirschtorte mussten sein und es war ein sehr guter Abschluss unserer 3-Tages-Tour. Vielen Dank, Uwe, für die supergute Organisation und Wanderleitung.