Berggenuss: Lasörling Höhenweg – stille Traumpfade im Nationalpark Hohe Tauern

…verträumte Almböden, stille Bergseen und immer wieder Prachtblicke auf hohe Gletscher der Venedigergruppe und in die Dolomiten – die abwechslungsreiche Durchquerung des Lasörlingkamms im Nationalspark Hohe Tauern wird stille Genießer begeistern!

Datum:

03.07 – 06.07.2025

Tourenleiter:

Christine & Harald Groß

Bericht:

Stephan Voss

Fotos:

Christine und Harald Groß

Andreas Groß

Titelbild: Andriy

Tourennr:

2025 – T – 14

1. Tag – Anreise nach Virgen – Aufstieg zur Zupalseehütte
Bei fast noch tropischen Temperaturen starteten wir gut gelaunt um 4 Uhr morgens von Heilsbronn
aus. Über München, Kitzbühl und Mittersill ging es zu unserem Ausgangspunkt dem Parkplatz der
Würfelehütte in Virgen. Aufgrund der Wettervorhersage, die große Hitze und später heftige Gewitter
prognostizierte, wichen wir von der ursprünglichen Planung ab und stiegen nicht vom Tal zur
Zupalseehütte auf 2346 Metern auf. Stattdessen erlebten wir eine abenteuerliche Fahrt via Hüttentaxi
zur Wetterkreuzhütte. Von hier aus hatten wir noch ca. 1,5 Stunden Fußweg zum Tagesziel. Wie
schwierig die Wettervorhersage in den Bergen ist, zeigte sich als klar wurde, dass das angekündigte
Unwetter ausbleiben würde. Kurzerhand starteten wir noch eine kleine Gipfeltour. Über die
Legerlescharte erklommen wir den Gipfel des Griften auf 2720 Metern Höhe. Das Wetter hielt und
somit hatten wir eine wunderbare Rundumsicht, u.a. auf die schneebedeckten Gipfel von Nebelhorn,
Großvenediger und den Dolomiten. Als wir gegen Abend längst schon wieder in unserer Unterkunft
angekommen waren, erlebten wir noch einen großartigen Sonnenuntergang mit einem
farbenprächtigen Regenbogen. Wir ließen den Abend ausklingen, indem wir unser Geburtstagskind
Oleksandra mit besten Wünschen hochleben ließen.

2. Tag – Zupalseehütte Übergang zur Bergerseehütte
Der nächste Morgen startete mit einem wolkenlosen Himmel und entsprechender Fernsicht auf den
sonnenbeschienenen Großvenediger und weitere Gipfel der Hohen Tauern. Da auch heute ab Mittag
Regen und später Gewitter angesagt waren, behielt unsere Tourenleitung das Wetter stets im Blick.
Wir starteten zunächst bei moderatem auf und ab Richtung Westen. Immer wieder konnten wir uns an der Blumenpracht und kleineren Alpenseen erfreuen. Nach ca. 3 Stunden erreichten wir mit der
Lasörlinghütte unser Zwischenziel. Kaum angekommen fing es leicht an zu tröpfeln. War das der
angekündigte Regen? Nein, denn schon nach kurzer Zeit schien die Sonnen wieder und wir konnten
nach kurzer Rast und Stärkung unseren ursprünglich geplanten Weg fortsetzen. Das Gelände wurde
nun deutlich alpiner und ruppiger. Auf 2810 Metern erreichten wir schließlich das Berger Törl, wo wir
kurz pausierten.

3. Tag: Im Abstieg kam bald schon unser heutiges Ziel, die Bergerseehütte auf 2181 Metern
in Sicht. Von schlechtem Wetter war immer noch nichts zu sehen. Unsere Eva ließ es sich nicht
nehmen, die letzte Etappe zur Hütte schwimmend durch den Bergersee zurückzulegen. Auch dieser
Tag endete mit bester Stimmung bei Wiener Schnitzel und zumeist lustigen Gesprächen über schon
vergangenen und noch geplanten Bergtouren.

4. Tag – Bergerseehütte Übergang zur Neuen Reichenberger Hütte
Der Tag begann heute mit dichten Nebelschlieren, die um die Berggipfel und über den kleinen See
zogen. Den Gang über den „Muhs-Panoramaweg“ konnten wir trotzdem genießen. Bei fehlender
Fernsicht gab es am Wegesrand trotzdem immer wieder Neues zu entdecken. Mit Erreichen des
Lasnitzentals auf 2050 Metern klarte das Wetter deutlich auf und wir konnten weite Teile des bis
hierher zurückgelegten Weges überblicken. Auch die Gipfel um uns herum, allen voran der über 3000 Meter hohe Lasörling, waren nun wieder nahezu wolkenfrei. Durch prächtige Blumenfelder querten wir einen kleinen Bachlauf, bevor es wieder steil bergauf Richtung Michltalscharte ging, die wir auf 2652 Metern überschritten. Von dort oben hatten wir einen wunderbaren Blick über den weiteren Wegverlauf. Zunächst stiegen wir wieder ab bis zum Kleinbachboden, bevor wir dann weiter zur „Roten Lenke“ auf 2794 Metern aufstiegen. Beim Übergang war schon unser Tagesziel, die auf 2586 Metern liegende Neue Reichenberger Hütte, zu sehen. Auf den letzten Metern passierten wir wieder einen Bergsee und bekamen am Ufer das eine oder andere Murmeltier zu sehen. Ein bisschen Dramatik mischte sich noch in den heutigen Tag, als wir schon längst in der Hütte bei Kaffee und Mohnkuchen saßen. Eine belgische Familie, die kurz vor uns von der Bergerseehütte gestartet war, musste am Ende ihrer Kräfte vom Hüttenwirt, seinem Sohn und unserem Andreas vom Berg gerettet werden. Es stellte sich heraus, dass diese Leute sich ohne jede Bergerfahrung auf ihrer ersten Tour befanden und die Anforderungen wohl deutlich unterschätzt hatten. Zum Glück ging alles gut aus. Großes Kompliment noch an den Hüttenwirt Werner Kuba, der am Abend noch einen kurzen Vortag darüber hielt, was seiner Meinung nach alles in einen Tourenrucksack gehört. Außerdem erfolgte eine ausführliche Wetterberatung in Bezug auf den nächsten Tag. Gegen Mittag waren die ersten Gewitter gemeldet und wir sollten zusehen, dass jeder zeitig sein Tagesziel bis dahin erreicht haben sollte.

5. Tag – Neuen Reichenberger Hütte – Abstieg zur Islitzer Alm
Die Ermahnung unseres Hüttenwirts noch im Ohr starteten wir heute zügig unseren Abstieg. Noch war von schlechtem Wetter nichts zu sehen. Vom blauen Himmel mit einzelnen Wölkchen lächelte uns die Sonne entgegen. Zumeist moderat absteigend ging es durch das malerische Großbachtal über schöne blumenbegrenzte Hangwege vorbei an kleinen Almen. Unter uns wurde der zunächst noch kleine Gebirgsbach immer mächtiger, bevor er schon Isel heißend über die Umbaltal Wasserfälle weiter zu Tal stürzte. Kurz nachdem wir die Wasserfälle passiert hatten, zeigte sich wie recht unser Hüttenwirt mit seiner Wetterprognose gehabt hatte. Fast hatten wir die Islitzer Alm auf 1513 Metern erreicht, als es zunächst noch gemächlich vom Himmel tropfte aber dann ein kräftiger Platzregen folgte. Leicht durchnässt kehrten wir auf der Alm ein und ließen uns Speck-Knödel und
Kaiserschmarren schmecken. Jetzt auf den letzten Metern ließen wir uns vom Wetter nicht mehr die
gute Stimmung vertreiben. Aber, so schnell wie der Regen gekommen war, so schnell riss der Himmel auch wieder auf und die Sonne trocknete blitzschnell unsere Regenüberzüge. Geplant war nun ein weiterer Marsch Richtung Busparkplatz. Nach knapp einem Kilometer zog jedoch ein erstes Gewitter auf und wir mussten unser Vorhaben abbrechen. Ein Großteil von uns fand Unterschlupf in einer kleinen Kapelle währen Andreas und Christine sich mit einem Taxi auf den weiteren Weg machten.
Kurze Zeit später kamen sie mit unseren Bussen zurück und wir konnten die Heimfahrt ein wenig
früher als geplant antreten. Gegen 19:30 Uhr waren wir bereits wieder in Heilsbronn. Wunderschöne
vier Tage gingen dort zu Ende. Die Wettervorhersage stimmte selten, aber das ausschließlich zu
unserem Vorteil. Danke an Christine und Harald für diese wieder mal großartige unvergessliche Tour.