Datum:
26.07. – 03.08.2025
Tourenleiter:
Christine, Harald und
Theresa Groß
Bericht:
Matthias Kohlberger
Fotos:
Stefan Voss, Andreas Groß,
Christine und Harald Groß
Tourennr:
2025 – T – 21
Teilnehmer:
Andrea, Andreas, Gerhard, Hans, Helmut, Manfred, Matthias, Norbert, Ruth und Stephan
Tag 1, SamstagNun sollte es also losgehen. Eine Etappe von 9 Tagen auf der Grande Traversata delle Alpi, kurz GTA,lagen vor uns. Zuvor war aber frühes Aufstehen und ein Aufbruch um 4 Uhr morgens angesagt, umrechtzeitig in Omegna am Ortasee anzukommen. Dort fuhr der letzte Bus um 14 Uhr ins BergdorfForno ab. Die Fahrt ging auf kurviger Strecke hoch über einem Bach bergan. Von Forno aus führteunser Weg über zweieinhalb Stunden bei angenehmer Temperatur zur ersten Unterkunft, dem GasthofLa Nigritella (Pflanzenname auf Deutsch: Männerfreu) im Dorf Campello Monti. Trotz der Absage vonNina waren wir mit insgesamt 13 Leuten immer noch eine stattliche Truppe.
Tag 2, SonntagAufbruch um 9 Uhr auf 1300 m bis zur Bocetta di Campello 600 Höhenmeter weiter oben, die wirkurz vor Mittag erreichten. Unterwegs konnten wir immer wieder von Heidelbeeren, die am Wegesrandwuchsen, snacken. Dabei war die Sonne unsere stetige Begleiterin – während es daheim wohlausdauernd regnete. Anschließend der Abstieg über Almgelände und Wirtschaftswege nach Rimella,den auch Gerhard trotz „Magen-Darm“ tapfer meisterte. Unser Albergo belohnte uns mit einem 12-Gänge-Menü für die Strapazen. Als Krönung gab’s aus besonderem Anlass zudem eine Heidelbeer-Tarte! Am Nebentisch saß ebenfalls eine deutsche Reisegruppe, die Stefan als aus der Nähe vonBielefeld kommend (gibt’s das überhaupt?) verortete, was sich aber als falsch herausstellte, da estatsächlich Hessen waren. Sie sollten noch einige Tage lang unsere Wege kreuzen.
Tag 3, MontagDas üppige Frühstücksbuffet macht uns den Weg durch Buchen-Tannenmischwald (der ließ dasFörsterherz des Berichterstatters höher schlagen) bis zur Alpe Res leicht. Von dort wieder Abstiegnach Sant’Anna, wo es gemächlich wieder bergauf zum Rifugio Alpe Baranco ging. Windgeschützt aufder Veranda versorgte uns die Wirtin erst einmal mit Radlern und Bier und wir genossen die Aussichtauf die Alm mit Kühen, Pferden und Maultieren.
Große Frage fürs Abendessen: Wird es Polentageben? Jaa!
Tag 4, DienstagAufstieg zum Col d’Equa und Rast auf dessen windumtoster Flanke mit herrlichem Blick auf dasMonte-Rosa-Massiv. Leider zieht es zu und wir steigen nach Carcoforo ab, nicht ohne uns vorher nochin der Alpe Boffalo einen stärkenden Imbiss zu gönnen. Manfred leistet sich einen kleinen Fehltritt unddie Gruppe hat ihren ersten Versehrten! In der Alpenrose angekommen gehen nach dem Abendessenalle ziemlich früh ins Bett. Die Nacht zu siebt im Zimmer mit quietschenden Metallstockbetten ist auchein Erlebnis. Am nächsten Tag erwarten uns 1200 Höhenmeter im Auf- und auch Abstieg!
Tag 5, MittwochCarlo ruft! Doch der Weg ist weit und beginnt erst einmal mit einem gemächlichen Anstieg bis zum Colde Termo. Weil wir dort mitten in den Wolken sitzen, ist es entsprechend kalt und ungemütlich, sodass wir nur eine kurze Verschnaufpause einlegen. Außerdem gab es lobende Worte der Tourleitung,weil wir ein ordentliches Tempo beim Aufstieg hingelegt haben. Zum Glück ist der Grashang, über denes in endlosen Serpentinen auf der anderen Seite hinuntergeht, trocken und der weiche Untergrundmacht den steilen Abstieg recht angenehm. Bevor wir nach Rima kommen, geht es nochmal durchden Bergwald. Das urige Walserdorf mit den typischen Steinplatten auf dem Dach erwartet uns ersteinmal in Gestalt einer französischen Bulldoggen-Dame, die Gefallen an Haralds Waden findet unddiese hingebungsvoll leckt. Nachdem wir uns in Rima etwas gestärkt haben, folgt noch ein kleinerAbstieg zum Rifugio de la Brusà, wo unser Carlo mit seiner Partnerin erwartet. Zum Abendessen wirdder offene Kamin in der urigen und gemütlichen Hütte angeschürt. Unsere beiden AlterspräsidentenManfred und Hans dürfen im „Austragshäusl“ übernachten. Am nächsten Morgen gibt es schon umsieben Frühstück, da für Mittag eine Menge Gäste erwartet werden.
Tag 6, DonnerstagWir müssen das kurze Stück wieder zurück nach Rima, von wo aus es 1000 Höhenmeter zum Col deMud hinaufgeht. Kurz hinter dem Col nutzen wir den Einkehrschwung für eine Pause im Rifugio Terioli,dessen Gnocchi-Vorräte ganz schön angezehrt werden. So gestärkt fällt der Abstieg nach Alagnaleichter, dass wir über gefühlt 1000 Treppenstufen erreichen. Nach kurzer Erfrischung im Dorf machenwir uns an den Anstieg zum Rifugio Zar Senni. Nach 400 Höhenmetern durch den Wald ist esgeschafft. Der Weiler liegt auf einem kleinen Plateau in der Sonne vor uns. Wir sind in einem altenWalserhaus untergebracht, dass trotz der Enge einen ganz eigenen Charme hat und sogar mit einerwarmen Dusche aufwartet.
Zum Abendessen gibt es dann köstliche Forelle und Panna Cotta. Dolce far niente!
Tag 7, FreitagEs geht am Morgen den gleichen Weg erst mal wieder zurück nach Alagna, wo uns zwei Kleinbussenach Sant’Antonio bringen. Von dort geht es einen langgezogenen Anstieg den Bach entlang. Gegen15 Uhr sind wir am ersten Pass, wo auf der anderen Seite der Abstieg mit einigen schwierigenPassagen wartet, bevor wir nach Überquerung zweier Bäche den nächsten Colle angehen. Der istirrtümlicherweise doch nicht der letzte Pass für heute und so zieht es sich noch eine Weile, bis wir amdritten und letzten Übergang, dem Colle della Mologna Grande ankommen. Nach 20 Minuten Abstiegtaucht unser Ziel geheimnisvoll aus dem Nebel auf. Nach einem langen Tag sind wir um 19 Uhrendlich am Rifugio Alfredo Rivetti angekommen! Eine halbe Stunde später gibt’s Essen und unsereEnergiereserven werden mit Pasta, Linsen und einem formidablen Schokokuchen wieder aufgefüllt.Dass wir hier nah an Frankreich sind, spiegelt sich in den Nationalitäten der Wirtsleute wider. Er istFranzose, sie Italienerin, die zudem noch gut Deutsch spricht. Wir haben 4er-Zimmer mit Stockbettenund es geht ziemlich eng zu. Bevor es aber in die Betten geht, können wir noch eine beeindruckendeGewitterwolke, die über der Po-Ebene hängt, bewundern.
Tag 8, SamstagNebelschwaden hängen vor der Hütte und versperren den Blick hinab ins Tal und auf die in der Ferneliegende Po-Ebene. Nun beginnt der lange (1.100m) Abstieg nach Piedicavallo. Dort stärken wir unsmit einem Mittagessen und wie es der Zufall will, kommt just in dem Moment, als wir uns aufmachen,die Teerstraße entlang zu hatschen, ein leerer Linienbus vorbei. Harald hat eine Eingebung und wirverkürzen das ungeliebte Stück Weg. So bleiben uns nur noch die 200 Höhenmeter Anstieg auf einemWaldweg unterhalb der Straße zum Sanctuario San Giovanni. Im ehemaligen Kloster erwartet unspurer Luxus im 2- oder 3-Bett-Zimmer mit Dusche und allem pi-pa-po. Auch kulinarisch hat das alteGemäuer einiges zu bieten. Wir nehmen das Menü, durch einen Vorhang gut abgeschirmt vor dernächtlichen Kühle, unter den klösterlichen Arkaden zu uns und genießen unseren vorletzten Abend.Es wird noch einmal emotional, als Manfred der Gruppe eröffnet, dass dies seine letzte große Tour gewesen sein wird, nach dem Motto: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.
Lieber Manfred,wir werden unseren Rheinländer und seinen anwaltlichen Beistand vermissen!
Tag 9, SonntagEs warten 600 m Aufstieg bis zum Colle de la Colma. Auf dem Weg erhaschen wir auch noch einenBlick auf schneebedeckte Berge, bevor es zum Sanctuario d’Oropa, einem Marienwallfahrtsort mitbeeindruckender Kathedrale hinuntergeht. Dort holen uns wieder zwei Kleinbusse ab, die uns nachOmegna, unseren Ausgangspunkt am Ortasee, zurückbringen. Die Kirche des Sanctuario ist sogarvon der Po-Ebene aus, die wir dafür entlangfahren, in weiter Ferne sichtbar. An unseren Fahrzeugenangekommen werden erst einmal die verschwitzten Klamotten gewechselt, damit wir einigermaßenvorzeigbar sind, um in der Stadt was essen zu gehen. Da Sonntag ist, gestaltet es sich etwasschwierig, für unsere doch recht große Gruppe, Platz zu finden. Wir sitzen dann doch noch ganzgemütlich in einem Innenhof, wo wir uns ein gutes Mahl schmecken lassen, bevor es auf denRückweg geht. Spät in der Nacht kommen wir endlich wohlbehalten an.
Schön war’s wieder. Die Gruppe war großartig und das Wetter hätte nicht besser sein können. Eingroßer Dank an unser Leitungs-Team. Wie gewohnt, war alles sehr gut vorbereitet und organisiert. Wirerwarten gespannt die Fortsetzung: GTA wir kommen!