Auf großem Fuß im Bayerischen Wald: Schneeschuhtour im Januar 2025

Datum:

11.01. – 12.01.2025

Tourenleiter:

Walter Ittner

Bericht:

Andrea Lautenbacher

Fotos:

Andrea Lautenbacher und Walter Ittner

Tourennr:

2025 – T – 01

Teilnehmer: Andrea, Elfriede, Hermann, Michael, Monika, Regina, Roland und Ulrike

Tag 1: Ein Schiff am Berg – Tour zum Lusen

Die übliche Routine wie bei allen Touren sah bei uns so aus: Samstag um 7 Uhr Treffen am Parkplatz Messegelände in Ansbach, bis zum ersten Kaffee-Stopp bei vielen ein kleines Nickerchen. Danach waren wir alle wach und hoch motiviert. Zuerst steuerten wir unsere Pension Würzbauer in Spiegelau an, checkten ein und „präparierten“ uns für unsere Tour auf den Lusen. Dieser ist mit seiner Höhe von 1373 m ü. NHN nach dem Großen Arber, Großen Rachel, Kleinen Rachel und Kleinen Arber der fünfthöchste Berg im Bayerischen Wald. Er liegt wie auch der Rachel und der Große Falkenstein im Nationalpark Bayerischer Wald dicht an der Grenze zu Tschechien. Die Schneelage war gut und wir stapften mit unseren Schneeschuhen den Forstweg, der mit der Wegemarkierung „Luchs“ gekennzeichnet war, hoch zum Gipfelkreuz.

Bei unserem Aufstieg kamen wir amgläsernen Schiff,einem Wahrzeichen für das Zusammenwachsen der durch den Eisernen Vorhang durchtrennten Grenzregion. Das Schiff ist fast fünf Meter lang, drei Tonnen schwer und zusammengesetzt aus 480 einzelnen Glasplatten.

Der Gipfel war schon zu erkennen, aber wir hatten noch einen sehr steilen Anstieg vor uns. Jeder „kämpfte“ sich in seinem eigenen Tempo hoch. Endlich geschafft… und schon riss die Wolkendecke auf und wir hatten eine herrliche Weitsicht. Das entschädigte uns für den schweißtreibenden Anstieg.

Kurz nach dem Gipfel erreichten wir das Lusenschutzhaus und stärkten uns mit heißer Suppe und Kaiserschmarrn. Aufgewärmt und satt stiegen wir auf einer anderen Route bergab. Der Hochnebel verzog sich etwas und das Wetter wurde immer besser.

Auf der letzten Wegstrecke riss die Wolkendecke noch mehr auf und es bot sich noch ein herrlicher Sonnenuntergang. An diesem Tag waren wir ca. 10,5 km mit 430 Höhenmetern unterwegs, für die wir viereinhalb Stunden brauchten.

Bei beginnender Dämmerung kamen wir in unsere Unterkunft zurück und hatten bis zum Abendessen noch genügend Zeit um uns frisch zu machen und auszuruhen. Walter hatte im Wirtshaus Weber im Nachbarort Langdorf für uns Plätze reserviert, was eine hervorragende Wahl war. Das Essen, das Bier und der Wein waren superlecker. Zum Nachtisch spendierte der Wirt eine Runde Schnaps – der war auch ein Genuss. Wegen der Anstrengung des Tages und so gut „gefüttert“ fielen wir müde ins Bett.

Tag 2: Auf dem „Auerhahn“ zum zweithöchsten Gipfel

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir zu unserem Startpunkt „Parkplatz Gfäll“ als Startpunkt für die Tour auf den Rachel. Der Große Rachel ist mit 1452 m nach dem Großen Arber die zweithöchste Erhebung im Bayerischen Wald und der höchste Berg im Nationalpark Bayerischer Wald. Zusammen mit dem 900 m nordwestlich gelegenen Kleinen Rachel bildet er den Berg Rachel.

Vom Parkplatz aus folgten wir der Markierung „Auerhahn“ in Richtung Waldschmidthaus. Gleich zu Beginn stieg der schneebedeckte Waldweg steil an. Es folgte ein langer, stetiger und schweißtreibender Aufstieg vorbei am „Lieslbrunn“ durch den verschneiten Bergmischwald, der später in Hochlagenfichtenwald übergeht. Beim Aufstieg hatten wir leider keine Fernsicht wegen des tiefliegenden Nebels. Aber die bizarre Winterlandschaft mit den „Arbermandl“ (schneegefrorene Fichtenbäume) war beeindruckend.  Nach ca. 1 ¾ Stunden erreichen wir das Waldschmidthaus, das momentan leider geschlossen ist. Auf der windgeschützten Seite des Hauses machten wir eine kleine Vesperpause.

Vom Waldschmidthaus aus folgen wir weiter dem „Auerhahn“ und erklommen die letzten einhundert Höhenmeter durch die tief verschneite Landschaft, bis wir schließlich am Gipfel des Großen Rachel ankommen waren.  Der Weg hinunter war zuerst nicht erkennbar, doch Walter navigierte uns sicher im Zickzack zwischen den Bäumen hindurch über unberührten, fluffigen Schnee zur Rachelkapelle (1210 m). Dort machten wir nochmal eine Vesperpause. Der Hochnebel verzog sich und die Wolkendecke riss langsam auf. So konnten wir den fantastischen Blick von oben auf den Rachelsee (1057 m) genießen.

Rachelkapelle
Rachelkapelle

Unser Abstieg ging weiter in Serpentinen hinab zum See. Dort angekommen bot sich uns ein fast wolkenloser Blick hinauf auf den Gipfel. Der Bergsee zeugt von der Vergletscherung der Region während der letzten Eiszeit und ist der einzige größere natürliche See im Nationalpark Bayerischer Wald. In der Umgebung des Sees befinden sich mächtige Urwaldriesen.

Nach der Verschnaufpause dort wandern wir wieder zurück in Richtung Parkplatz Gfäll. Die Tour war ca. 11 km lang und dauerte bei 530 Höhenmetern etwa fünfeinhalb Stunden.  

Walter hat wie immer eine schöne Tour gewählt, das leibliche Wohl im Blick behalten und uns alle gut und sicher wieder nach Hause gebracht. Vielen Dank dafür.