Datum:
15.-18.09.2023
Autor:
Andrea, Dietmar, Michael
Fotos:
Tourleiter:
Uwe Kärger
Tour-Nr.:2023-T-06
Auf steilen Pfaden im Thüringer Schiefergebirge rund um das Thüringer Meer
Wanderung – Hohenwarte Stausee Weg – Thüringer Wald
vom 15. bis 18. September 2023
Tourenleiter: Uwe Kärger
Teilnehmer: Andrea, Angelika-Maria, Dietmar, Matthias, Michael, Monika, Peter, Roswitha, Silvia und 2-mal Walter.
Wo der Wald immer wieder einzigartige Blicke auf eine fjordähnliche Wasserlandschaft freigibt, findet man ein ganz besonderes Wanderparadies. Dieses größte zusammenhängende Stauseegebiet Europas entlang der Steilhänge der Oberen Saale ist der Hohenwarte-Stausee, benannt nach dem Ort an seiner Staumauer. Wir umwanderten und erklommen die eindrucksvollen Felsen und Aussichtspunkte dieses aufgrund seiner Größe auch als „Thüringer Meer“ bezeichneten Wasserbauwerks in vier Etappen.
Erster Tag: Ziegenrück bis Neidenberga
Die im Wanderprospekt als 3.Etappe vorgeschlagene Strecke haben wir gleich am ersten Tag erwandert, da es die längste Etappe der Tour mit ca. 23 km war und wir uns mit der direkten Anfahrt mit unseren Fahrzeugen einen Zeitpuffer verschafften. Uwe hatte vom Wanderbusfahrer telefonisch einen Tipp für eine alternative Route erhalten und so starteten wir unsere Wanderung nicht wie beschrieben direkt entlang des malerischen Saaleufers sondern liefen ca. 6 km auf der nicht mehr im Betrieb befindlichen Bahntrasse der Thüringer Oberlandbahn.
Die Bahnschwellen im Gleisbett hatten leider nicht das übliche „Schrittmaß“ und der Schotter war sehr grob, so dass jeder hochkonzentriert laufen musste.
Der schattige Weg verlief auf halber Berghöhe umsäumt von Bäumen und Mauern aus aufgeschichteter und vermooster Grauwacke, einem sehr alten Sandstein aus dem Paläozoikum. Er führte uns durch vier dunkle Tunnel; ein sehr schönes Erlebnis. Wir fühlten uns wie in einer anderen Welt – der Weg hatte etwas Mystisches. An der Ziemestalbrücke verließen wir die Gleise und liefen unter diesem architektonischen Meisterwerk hindurch weiter auf dem regulären Wanderweg. Erbaut wurde diese Brücke für die Bahnstrecke im Reußischen Oberland zwischen Triptis und Marxgrün in den Jahren 1893 bis 1895. Fünf Pfeiler tragen die 115 Meter lange und 32 Meter hohe Brücke aus Stahl, die in einer sanften Kurve das Tal überspannt.
Wir passierten die verträumten Dörfer der Region und gelangten schließlich zur „Hohen Leite“, einem der schönsten Aussichtspunkte.
Zweiter Tag: Hohenwarte bis Wilhelmsdorf
Der zweite Tag unserer Wanderung entführte uns in die Entstehungsgeschichte des Hohenwarte-Stausees, der heute als viertgrößter Stausee Deutschlands zu den schönsten Erholungsräumen unseres Landes zählt. Neben den historischen Hintergründen zur Staumauer und den im See versunkenen Orten, bietet der Weg bleibende Eindrücke von der Vielfalt des Lebensraumes Wald, der leider auch hier unter starkem Käferbefall leidet. Nach einem steilen Aufstieg machten wir an der Gustavsruh unsere erste Vesperpause und genossen die Aussicht über den See.
Weiter ging‘s zur Klinkhardtshöhe, von der wir einen beeindruckenden Ausblick auf die 75 Meter hohe und 412 Meter lange Staumauer hatten.
Bei der JIGGER Bar – Café – Lounge am Campingplatz Saalthal-Alter haben wir uns am Nachmittag noch vor dem sehr langgezogenen und steilen Anstieg in Richtung Wilhelmsdorf mit Eis, Kaffee und kühlen Getränken gestärkt.
Dritter Tag: Wilhelmsdorf bis Ziegenrück
Am dritten Tag überwanden wir etliche Höhenmeter und wurden dafür mit herrlichen Ausblicken auf den sich schlängelnden Saale-Stausee belohnt.
Entlang der einzigartigen, naturschönen Landschaft durchquerten wir die regionalen Naherholungsgebiete mit ihren zahlreichen Freizeitmöglichkeiten. Zahllose Wochenendhütten oder „Datschen“ und Campingplätze entstanden hier mit dem Bau des Sees. Von der geschichtsträchtigen „Linkenmühle“ wanderten wir ein Stück entlang des Europäischen Fernwanderweges Eisenach-Budapest bis nach Ziegenrück, wo wir uns noch ein Eis oder ein Getränk gönnten. Währenddessen ließen sich Dietmar und Michael von einem Bergmann die geologische Besonderheit der aus Grauwacke und Tonschiefern bestehenden Ziegenrücker Kulmfalte erklären, welche während der variszischen Gebirgsbildung entstand. In dieser Zeit lebte auch der Vulkanismus wieder auf.
Mit dem Wanderbus ging es dann zurück nach Wilhelmsdorf und anschließend in die Pizzeria nach Rudolstadt, wo wir bei leckerem Essen den Tag Revue passieren ließen.
Vierter Tag: Neidenberga bis zur Staumauer
Auf der vierten Etappe des Hohenwarte-Stausee-Weges gelangten wir nach einem sanften Beginn am flachen Seeufer entlang nach der Lothramühle zum steilen Aufstieg nach Steinsdorf. Dort führte uns eine Bäuerin durch ihren Hof zur Dorfmitte zu einem schönen Platz zum Vespern. Kurz danach kamen wir an St. Jacob vorbei auf die Amalienhöhe, wo das Oberbecken Löhma des Pumpspeicherkraftwerks Hohenwarte II errichtet wurde. Am Trogenbach entlang wanderten wir schließlich zu unserem letzten Hohenwarte- Blick, wo uns noch einmal von der Himmelsliege eine schöne Aussicht durch einen großen Bilderrahmen auf den See beschert wurde. Von da aus war der Ausgangspunkt und das Ziel unserer viertägigen Wanderung nicht mehr weit – die Staumauer in Hohenwarte am Fuße des Berges. Nach einer Stärkung am Imbiss der Anlegestelle der Seeschifffahrt fuhren wir erschöpft, aber glücklich mit dem Wanderbus nach Neidenberga zurück, von wo wir letztlich die Heimfahrt antraten.
Vielen Dank an unseren Wanderführer Uwe für die gute Organisation und vier unvergessliche unfallfreie Wandertage. 😊
Autoren/Fotos: Andrea, Michael und Dietmar