Datum:
27. – 30.01.2023
Autor:
Maximilian Weiß
Stefan Liborius
Fotos:
Tourleiter:
Andreas Schmidt
Tour-Nr.:2023-T-02
Der Wetterbericht versprach wechselhaftes Wetter mit gelegentlichem Sonnenschein. Der Blick auf die Webcam am Krimmler Tauernhaus, unserer Bleibe für die nächsten Tage, versprach zumindest eine stabile Schneedecke.Somit stand die Bewertung der Abfahrtstauglichkeit besagter Schneedecke ganz oben auf der Checkliste für Tag 1, den wir mit dem Aufstieg zum Tauernhaus unter den ersten Sonnenstrahlen des Wochenendes und in Blickrichtung der Krimmler Wasserfälle starteten.Ein Großteil der ca. 450 hm bis zum Haus wurde direkt auf den ersten 3 KM der Strecke entlang der oberen Wasserfallstufe der Krimmler Wasserfäller zurückgelegt, die uns mehrfach einen fantastischen Ausblick auf die tosenden Massen bescherte.Der weitere Verlauf bis zum Haus gestaltete sich als langer „Hatsch“ über 7 km durch flaches Ziehgelände bei eintrübendem Wetter mit leichtem Schneefall. Am Haus angekommen, starteten Andreas, Stefan und Tilman noch zu einer Erkundung potenzieller Aufstiegsrouten und Beurteilung der Schneeverhältnisse mit dem Ergebnis, dass sich die weiße Auflage als sehr tückisch und wenig tragfest herausstellte.
Die Ausstattung des Tauernhauses hingegen war solide, ja direkt luxuriös, was unserem Guide anfangs schwer zu schaffen machte. Wie gesagt „anfangs“. Den ersten Abend verbrachten wir mit Tourenplanung, Gesprächen mit anderen Gruppen über die vorherrschenden Bedingungen und holten Tipps von den Hausherren ein, welche Touren bei der gegebenen Schneesituation zu empfehlen sind. Die Wahl fiel auf das Rainbachtal mit Aufstiegsrichtung Richterhütte. Als Gipfelziel wurde der Mannlkarkopf auserkoren, der gemäß den Auskünften für die vorherrschenden Verhältnisse gute Abfahrtsbedingungen versprach.
Tag 2Der Aufstieg in das Rainbachtal gestaltete sich ähnlich zum Aufstieg an Tag 1. Zuerst ging es durch ein Waldstück direkt hinter dem Tauernhaus bergauf und dann in gemächlicher Steigung immer tiefer in das Tal hinein, bis sich zu unserer Rechten nach ca. 5 km der Mannlkarkopf zeigte. Der morgendliche Schneefall hatte sich gelegt und entgegen dem Wetterbericht zeigten sich erste Sonnenstrahlen, die uns über den Tag hinweg begleiteten. In direkter Nachbarschaft zu unserem Tagesziel zeigten sich die teilweise vergletscherten 3000er des Hauptkamms, wie Reichenspitze, Richterspitze und Rainbachspitze, die allesamt anspruchsvolle und alpine Touren im Einzugsgebiet der Richterhütte darstellen. Während wir in der Scharte zwischen Mannlkarkopf und Gabler das Panorama genossen, erklomm Andreas noch den Gipfel und wurde durch die ersten Schwünge des Wochenendes in unverspurtem Gelände belohnt. Die anschließende gemeinsame Abfahrt über 700hm wurde ausgiebig genossen. Die wechselnden Schneebedingungen gepaart mit der geringen Schneeauflage erforderten aber eine vorausschauende Schwungführung, da direkt unter der Schneedecke der harte Granit des sog. Tauernfesters auf unsere frischen Tourenskibeläge lauerte. Vor dem Abendessen wurde dann der anfangs als unnötiger Luxus monierte Wellnessbereich einer schweißtreibenden Begutachtung unterzogen.
Tag 3
Der dritte Tag versprach laut Wetterbericht Sonne pur. Entsprechend groß war die Vorfreude. Diese wurde leider etwas getrübt. Max‘ Bronchien fühlten sich nicht fit an und so beschloss Max schon am Vorabend lieber separat und mit angezogener Handbremse eine Taltour zu machen. Diese wurde (im Rahmen der Möglichkeiten) auch ein sehr schönes, teilweise sehr sonniges Erlebnis…
So zogen wir drei dann los, wieder zuerst, unsere von den beiden vorherigen Tagen wohlbekannte Steilstufe, diese Mal etwas gemächlicher, wohlwissend das ein paar Reserven an Nachmittag nicht zu verachten sind 😊
Nach ca. 5 KM erreichten wir den Punkt, an dem wir gestern nach Süden abbogen. Heute stand die andere Seite des Talschlusses auf dem Programm. Durch traumhafte Landschaft ging es hinauf zur Richterhütte. Diese lag im Winterschlaf und so ließen wir sie nach einer kurzen Pause links liegen.
Nach einer knappen weiteren Stunde Anstieg (inklusive steilem Schlußteil) erreichten wir die Windbachscharte (2697m). Hier beschloss Tilmann zu warten während es Andi und Stefan zum Gipfel der „Warze“ (2802m) zog. Über einen verschneiten Blockgrat erreichten wir kurze Zeit später den Gipfel und genossen das Panorama der hohen Tauern.
Nach dem Abfellen ging es problemlos durch den ersten, steileren Teil der Abfahrt, danach folgten Genusshänge und Genussschwünge.
Nach der Abfahrt machten wir uns wieder an die 5 KM talabwärts die wir mit einer kleinen Expedition durchs Unterholz zu einer alternativen Abfahrtsroute beendeten.
Auch an diesem Tag wurde der Wellnessbereich des Krimmler Tauernhauses ausgiebig genutzt.
Tag 4Da die geringe Schneelage keine realistischen Tourenmöglichkeiten für den Abreisetag bot und zudem eine Schlechtwetterfront am Nachmittag vorhergesagt war, beschlossen wir nach dem Frühstück die Abfahrt ins Tal anzutreten. Zuvor musste erst das lange Tal mittels Anschiebens und Skatens überwunden werden. Nach diesem fast zweistündigen Workout erreichten wir den Startpunkt unseres Tourenwochenendes und genossen einen Cappuccino und letzte Sonnenstrahlen im Zillertal, bevor wir durch das anrückende Schlechtwetter die Heimfahrt antraten.