Datum:
vom 23.06.-27.06.2023
Autor:
Fotos:
Tourleiter:
Matthias Klein (K11)
Stefan Diezinger(K11)
Peter Jörg (K12)
Tour-Nr.:2023-K-11 + K12
Lernziel dieses Kurses war das selbstständige Besteigen von (möglichst weglosen) Bergen und Gipfel inklusive Tourenplanung und das Umsetzen der Theorie aus Teil 1. Der Kurs fand vom 23.06. bis 25.06.2023 auf der Hanauer Hütte in den Lechtaler Alpen statt. Die Kursleiter waren Matthias Klein und Stefan Diezinger.
Nachdem wir uns alle (Matthias, Stefan, Gitte, Hans, Hannes und Michael) am Freitagnachmittag am Parkplatz in Boden getroffen und die Ausrüstung aufgeteilt hatten, ging es an den 600 hm Aufstieg. Hierbei wurden schon die ersten Planungen der kommenden Tage und ein paar organisatorische Dinge besprochen. Hauptsächlich ging es aber eher ums gegenseitige Kennenlernen. Kurz vor der Hütte hat uns dann noch ein Regenschauer erwischt, was die gute Stimmung jedoch nicht trüben konnte. Die Gipfel um uns herum waren auch schon sehr vielversprechend.
Tourenplanung am Vorabend auf der Hanauer Hütte: Bockkarspitze als Ziel
Nach dem Abendessen und dem Lagerbezug ging es dann an die Planung der Tour des nächsten Tages. Hier wurden wir in 2er-Gruppen eingeteilt und sollten je eine Tour mit Gehzeiten, Entscheidungs- und Umkehrpunkten, Alternativrouten etc. planen. In der darauffolgenden Diskussion wurde sich dann für eine Tour der beiden entschieden: Durch das Bockkar und auf die südliche Bockkarscharte, dann weiter auf die Bockkarspitze (2602 m). Der Abstieg soll dann über die Kogelseescharte erfolgen. Die geplante Zeit für die Tour belief sich auf 10 Stunden inkl. Pausen und es wurden vier Entscheidungspunkte angedacht. Nach der Planung, noch etwas Theorie und einem gemütlichen Zusammensitzen ging es dann ins Bett.
Die geplante Tour lief nicht nach Plan
Am zweiten Tag wurde es dann ernst: Nach dem Frühstück wurde die Ausrüstung (Biwak, 1ste-Hilfe, …) verteilt und besprochen und die Planung in die Tat umgesetzt. Jeder der Teilnehmer war für mindestens einen Tourabschnitt der Tourleiter, sodass jeder einmal für das Führen und die Wegfindung verantwortlich war. Der Start war etwas im Nebel, welcher sich jedoch nach ca. 1,5 Stunden Gehzeit verabschiedete und einem leicht bewölkten Himmel Platz machte. Somit hatten wir beste Wetterbedingungen. Die ersten Wegabschnitte waren einfach und gut gehbar, sodass wir zügig vorankamen und vor der angedachten Zeit waren. Mit der Zeit wurde jedoch sowohl der Weg als auch die Wegfindung kniffeliger, was zwar den Spaß- und Lernfaktor deutlich erhöhte, aber auch einiges an Zeit kostete. Wir mussten steile (Ab-)kletterpassagen (max. II-er Grad) finden, kleinere Schneefelder queren und Geröllfelder auf- und absteigen. Immer wenn sich die Gelegenheit ergab, wurden die Schnee- und Geröllfelder abgefahren (gerutscht), was sehr viel Spaß machte. Als wir schließlich in der Südlichen Bockkarscharte (2440 m) ankamen waren wir jedoch schon eine knappe Stunde hinter der Zeitplanung, weshalb die Gipfelbegehung leider ausgelassen werden musste. Diese hätte uns durch erneutes Klettern und Wegfinden zu viel Zeit gekostet. Der Abstieg von der Scharte hinunter zum Weg, welcher zur Kogelseescharte führt, gestaltete sich darüber hinaus auch nochmals als trickreich. Als wir dann eine mögliche Abstiegsroute gefunden und sich jeder nochmal etwas gestärkt hatte, stiegen wir dann problemlos zum Wanderweg ab. Auf dem Abstieg nach der Kogelseescharte wurde dann noch die Kompasspeilung (vorwärts und rückwärts einschneiden, seitlich abscheiden) anhand markanter Geländepunkte geübt.
Bewegungsschmiede: Übung macht den Meister
Weiter unten ging es dann noch in die „Bewegungsschmiede“, in der wir an verschiedenen Felsblöcken unterschiedliche Fortbewegungsmethoden durchgingen. Hierzu zählten u.A. verblocktes Gelände leichtfüßig zu überwinden, auf Reibung antreten, das Einspreizen zwischen größeren Felsblöcken und das Verinnerlichen der Dreipunktregel beim leichten Klettern. Diese Techniken wurden uns zwar schon während der Tour gezeigt, konnten aber somit noch einmal in Ruhe geübt und gefestigt werden. Um ca. 18 Uhr waren wir dann wieder zurück an der Hütte. Nach der Tour schmeckte das Abendessen noch gleich viel besser! Abends gab es dann nochmal etwas Theorie zum Risikomanagement und zur Risikominimierung, was nochmals sehr interessant war. Danach wurde sich wieder gemütlich zusammengesetzt und der Abend konnte schön ausklingen.
Tag 3: Klettererei an der Östlichen Plattigspitze: Standplatzbau, Vor- und Nachstieg
Am nächsten Morgen (Sonntag) ging es dann nochmals in die Richtung der vortägigen Tour. Ziel war die Östliche Plattigspitze, an welcher der Standplatzbau und einfache Kletterei ohne Bohrhaken etc. geübt werden sollte. Hier war unsere Gruppe um zwei Mitglieder größer, da der Kursleiter Peter Jörg und einer seiner Teilnehmer (Klemens) eines Alpinkletterkurses mit von der Partie waren. Die Beiden waren bereits schon ab dem Vorabend mit dabei. Auf dem Weg zur Plattigspitze machten wir dann noch kurz Halt an einem Kletterfelsen (Klettergarten easy go), um die Grundlagen des Standplatzbaus zu lernen: Weiches Auge knoten, Friends und Keile setzen, Standplatz nach oben und nach unten abspannen, Redundanz anbringen. Nachdem wir das verinnerlicht hatten, ging es dann an die Ausläufer der Plattigspitze zum Üben. Hierbei hat jeder mindestens einen kompletten Standplatz gebaut, hat einen Vorsteiger gesichert, war im Nachstieg, hat einen Vorstieg gemacht und einen Nachsteiger gesichert. Zudem übten wir noch ein wenig das Abseilen und Ablassen.
Abschied und Resümee
Nach diesen Übungen ging es dann gegen Mittag an den Abstieg und zurück zum Parkplatz, an dem sich die Gruppe dann aufteilte. Matthias, Stefan, Gitte und Hans machten sich auf den Heimweg. Hannes und Michael setzten mit Peter und Clemens zur Herrmann-von-Barth-Hütte über, um den Alpinkletterkurs anzugehen.
Es waren wirklich sehr sehr tolle und lehrreiche Tage. Mit dem Kurs von Matthias und Stefan kann man eine solide Grundlage für das selbstständige Bergsteigen erlernen. Nun heißt es natürlich üben, üben und üben, damit alles auch sitzt und hängen bleibt!
An dieser Stelle noch ein riesiges Dankeschön an Matthias und Stefan für den Kurs! Es hat tierisch Spaß gemacht! Eure Art, wie ihr Wissen vermittelt, ist sehr angenehm und man nimmt sehr viel mit. Ihr behaltet den Spaßfaktor stark im Auge, vermittelt aber auch immer Vorsicht und Respekt gegenüber den Bergen und deren Gefahren.
In diesem Kurs, geleitet von Peter Jörg, ging es um das Erlernen der Grundlagen des Kletterns im alpinen Gelände. Hierbei ging es nicht darum, so schwer wie möglich zu klettern, sondern sich in diesem neuen Umfeld sicher und mit Spaß bewegen zu können. Der Kurs fand vom 25.06. bis 27.06.2023 auf der Herrmann-von-Barth-Hütte in den Lechtaler Alpen statt.
Da wir (Peter, Clemens, Hannes und Michael) uns schon bei dem nahegelegenen Kurs „Bergsteigen Modul 2“ von Matthias Klein und Stefan Diezinger am Vorabend getroffen haben, ging es nach einer Einführung im Standplatzbau und ersten Klettererfahrungen mittags an den gemeinsamen Abstieg vom Vorkurs und den Aufstieg zur Herrmann-von-Barth-Hütte. Der 1000 hm Aufstieg wurde uns allerdings nach 400 hm durch die Materialseilbahn erleichtert, welche unsere Rucksäcke und Seile zur Hütte transportierte. Den Abend ließen wir dann entspannt ausklingen, nachdem wir unsere Lager bezogen hatten.
In fünf Seillängen Richtung Gipfel
Am nächsten Tag ging es dann bei super Wetter los mit dem Klettern. Das Ziel des Kurses war die Wolfebnerspitze (2432m), die wir an zwei Tagen in Angriff nahmen. Die gesamte Kletterei bewegte sich hier im III oder IV Grad. Die erste Kletteretappe waren fünf Seillängen geplant, in denen durch die Ostwand bis zu einem Sattel südöstlich des Gipfels klettern wollten Dafür bildeten wir zwei Seilschaften (Peter und Hannes; Clemens und Michael) und stiegen nach einer Wiederholung der Grundlagen (Standplatzbau, Vorstieg sichern, Nachstieg sichern) in die Route ein. Peter führte die Gruppe an, was auch gut war, da der Weg durch die weiten Hakenabstände (bis zu 15 m) nicht immer ganz leicht zu finden war. Die Kletterei war trotz der Bergstiefel sehr gut machbar und man konnte sich so auf alles Wichtige sehr gut konzentrieren. Peters entspannte und witzige Art hat zudem nochmal einen sehr beruhigenden Einfluss auf uns Teilnehmer gehabt, was in schwierigeren Passagen durchaus willkommen war. Wir ließen uns Zeit für die 5 Seillängen und konnten somit die Kletterei und die Umgebung in vollen Zügen genießen. Nach den Seillängen haben wir beschlossen, den Gipfel heute doch nicht mehr anzugreifen, da die Zeit schon zu weit fortgeschritten ist, und gingen statt dessen zur Abseilstelle, an der wir uns dann in 2 Längen (ca. 50 m und 60 m) wieder zu unserem Ausgangspunkt abseilten. Das machte noch einmal richtig Spaß. Auf dem Weg zur Hütte besprachen wir nochmal einiges der Tour und Peter gab uns nochmal einen kleinen Einblick in mobile Sicherungsmittel, wie man diese setzt und wann man auf sie vertrauen kann. Dies konnten wir dann mit Keilen und Friends an kleinen Felsen üben. Abschließend gab es noch eine Feedbackrunde zum Tag und den Erlebnissen. Wieder auf der Hütte war dann die obligatorische Materialschlacht angesagt. Danach gab es dann schon Abendessen und – nach einem gemütlichen Ausklang – ging es ins Bett.
Gipfel der Wolfebnerspitze erreicht
Am nächsten Tag stiegen wir dann zu Fuß zu der Umkehrstelle des Vortags auf, um uns den Gipfel vorzunehmen. Die zwei Seillängen waren nochmal richtig schön und machten riesig Spaß! Nach einer kurzen Abseilstelle von ca. 10 m stiegen wir dann das letzte Stück zum Gipfel auf und genossen dort oben die wunderschöne Aussicht. Das letzte Aufstiegsstück ließ uns Peter dann ab und seilte selbst ab. Danach kam eine knifflige Querung über abschüssiges Gelände, welche Peter am Seil vorging, dieses an einem Haken befestigte und auf Spannung brachte. Hannes und Clemens gingen dann wie in einem Klettersteig hinterher. Michael übernahm dann den gesicherten Nachstieg. Zurück an unserer Einstiegsstelle vom Gipfel vesperten wir eine kleine Runde und machten die Nachbesprechung wie am Vortag. Anschließend ging es an den Abstieg. Hierbei machten wir dann kurz an einem Felsen halt, um noch Dinge wie z.B. den Schleifknoten zu lernen, was auch nochmal sehr interessant war. Auch nach diesem wunderschönen Tag ließen wir den Abend dann sehr gemütlich und gesellig ausklingen. Am nächsten Morgen stiegen wir dann schon früh von der Hütte wieder ab zu den Autos, sodass wir alle zu einer moderaten Zeit wieder zuhause waren. Die Tage waren wirklich eine sehr interessante und lehrreiche Zeit! Wir konnten alle viel lernen und hatten wunderschöne Momente. Ein großes Dankeschön an Peter: Du hast uns mit Spaß und Freunde, aber auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit sehr viel gelehrt. Weiterhin ein „Danke“ in die Runde für das gegenseitig entgegengebrachte Vertrauen!
Da die Kursinhalte der beiden Kurse “Bergsteigen Modul 2” und “Alpinklettern” aufeinander aufbauen und die beiden Hütten auch sehr nah beieinander sind, hatten wir (Hannes und Michael) die Idee, beide Kurse zu kombinieren. Matthias, Stefan und Peter haben dies dann letztendlich möglich gemacht. Hierfür ein großes Dankeschön! Das Ziel des letzten Tags des Bergsteigen-Kurses — der Standplatzbau und erstes einfaches Klettern — lieferte die perfekte Überleitung zum Alpinkletterkurs. Da an diesem Tag ebenfalls schon Peter und Clemens mit dabei waren, wurden somit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Das gemeinsame Übersetzen zur Herrmann-von-Barth-Hütte war auch problemlos und mit sehr wenig Fahrtzeit (20 Min.) verbunden. Danach konnte dann der Alpinkletterkurs wie gewohnt, jedoch mit einem kleinen Inhaltsvorsprung, gestartet werden. Die Kombination der beiden Kurse liefert alles Handwerkszeug, was man für Berg- und Klettertouren braucht.