Klettersteigtour Dolomiten – Palagruppe

Datum:

vom 30.08.-02.09.2023

Autor:

Fotos:


Tourleiter:

Peter Jörg

Tour-Nr.:
2023-T-22

Mittwochmorgen, pünktlich um 4 Uhr ging es mit dem Vereinsbus los in Richtung Dolomiten – genauer gesagt nach San Martino di Castrozza am Fuße der Pala-Gruppe. Neben Tourenleiter Peter Jörg waren mit Harald, Achim, Martin, Jürgen, Barbara und Peter noch sechs weitere Personen mit von der Partie. Gegen 12 Uhr starteten wir auf einem gut ausgebauten Wanderweg den Aufstieg zum ersten Ziel am Berg, dem Rifugio Velo della Madonna. Nach rund drei Stunden Fußweg und einsetzendem Nieselregen konnten wir dort unser Italienisch bei der Getränkebestellung testen und wechselten dann doch recht schnell lieber auf Englisch, bevor wir das Lager bezogen und uns von der Anreise ausruhten.

Ein Klettersteig nach dem anderen

Erholt und gestärkt mit gutem Frühstück ging es am darauffolgenden Tag nach kurzem Fußmarsch in den ersten Klettersteig der Tour, der an den Schlüsselstellen bis zum Schwierigkeitsgrad C reichte. Kurze Pausen im Steig, wenn man mal auf Vordermann oder -frau warten musste, waren gern gesehen, denn bei bestem Wetter zeigten sich die schroffen Felswände der Palagruppe von ihrer schönsten Seite. Aus dem Klettersteig kommend, ließen wir die erste Abzweigung in Richtung Rifugio Pradidali, welches unser Mittagsziel war, noch rechts liegen und stiegen von der Forcella Pordoi weiter auf. Nach weiterem Klettersteigvergnügen machten wir bei der nächsten Wegkreuzung ein Rucksack-Depot, um den Gipfel der Cima di Val di Roda (2791 m) ohne unnötiges Gepäck zu besteigen. Gesagt, getan, standen wir wenige Minuten später am Gipfelkreuz und genossen die Aussicht. Ohne allzu lange zu verweilen, gingen wir dann jedoch wieder zu den Rucksäcken und stiegen die nächste Via Ferrata (=Klettersteig) hinab zum Passo di Ball und weiter zum besagten Rifugio Pradidali, wo wir etwas ausgiebiger Pause machten.

Atemberaubend schöne Landschaft

Weitere Klettersteige hielt der Tag nun nicht mehr für uns bereit, jedoch noch ein paar Stunden Wanderung auf schönen Pfaden durch noch schönere Landschaften. Auch bei zunehmendem Nebel verloren diese nicht an Reiz. Nach kurzer Weg-Findungs-Pause überschritten wir den Passo di Pradidali basso, blickten nach hinten auf die schmelzenden Reste des Gletschers unterhalb der Cima La Fradusta, und setzen den Weg fort über das Hochplateau der Palagruppe. Der Weg war nun nicht mehr weiter anspruchsvoll und wir konnten die Strecke ohne Zeitdruck genießen. Gegen 16 Uhr standen wir dann auf der Terrasse des Rifugio Rosetta Giovanni Pedrotti. Für zwei Nächte bezogen wir hier Quartier und teilten uns die Hütte mit einigen anderen Gästen der beliebten Unterkunft in Seilbahnnähe. Bei reichlich Speis und Trank, gepaart mit bester Laune hatten wir einen guten Abend und freuten uns auf den folgenden Bergtag.

Freitag früh ging es um 7:30 Uhr los zum Einstieg des beliebtesten Palasteigs schlechthin, dem Bolver-Lugli. Die Route dieses Klettersteigs zieht sich über 400 hm durch eine großartige Dolomitenkulisse. Den Einstieg auf 2280 m erreichten wir nach ein paar hundert Höhenmetern Abstieg über die steinigen Wiesen und ausgewaschenen Rinnen des mächtigen Schrofenvorbaus. Mit Beginn der Sicherungen des Steigs ging es relativ steil in der Wand nach oben. Drei D-Stellen forderten Kraft und Schwindelfreiheit, bevor der Weg durch einen Kamin führte und man schließlich hinter einem Felsturm in leichteres Gelände durchschlüpfen konnte. Im gestuften und flacheren Terrain zu einer Rinne ansteigend ging es in eine Scharte, auf die folgend nach ca. drei Stunden der Ausstieg auf 3005 m am Bivacco Fiamme Gialle erreicht war.

Rast an der Biwakschachtel

Nach kurzer Rast an der Biwakschachtel ging es über eine steil ansteigende Scharte mit Altschnee und losem Geröll sowie leichter Felskletterei zum höchsten Pala Gipfel, der Cima della Vezzana auf 3192 m. Dort angekommen genossen wir die herrliche Aussicht. Beim Abstieg waren steile Felsstufen zur Ferrata Gabitta D’Ignottii zu überwinden, hinab in das Val Strut und durch steiles, schwer begehbares Geröll über den Gletscher zum Bivacco Giorgio Brunner. Von nun an dem Dolomiten-Höhenweg 2 inklusive so mancher Kletterstellen folgend, waren nochmal Konzentration, Geschick und Trittsicherheit gefragt. Erschöpft öffneten wir schlussendlich gegen 19 Uhr die Tür der lang ersehnten Hütte, wo Teilnehmer Peter schon mit kühlen Getränken wartete, da er mit Knieschmerzen den Tag am Einstieg zum Klettersteig leider abkürzen musste und wieder zur Hütte aufgestiegen ist. Somit ging ein schöner aber auch langer Tag zu Ende. Tags darauf am Samstag war man sich schnell einig, den Abstieg mithilfe der Seilbahn zu erleichtern und nach erneut langer Fahrt war jeder am Abend wieder glücklich zuhause und konnte sich zufrieden erholen. Zum Schluss noch vielen Dank an Peter Jörg für die tolle Tour!