Fünf Tage im Wallis

Datum:

vom 19.07. – 23.07.2023

Autor:

Jürgen Zeller

Fotos:

Jürgen Zeller

Tourleiter:

Peter Jörg

Tour-Nr.:
2023-T-17


Eine aufregende Tour in einer spektakulären Bergwelt

Teilnehmer: Peter Jörg, Max Heumann, Laura Endt, Stefan Liborius, Helmut Spenkuch und Jürgen Zeller

Tag 1:

Anfahrt über Bern, Lötschbergtunnel (Bahnverladung) zum Parkplatz oberhalb Gruben (ca. 1900müNN). Aufstieg zur Turtmannhütte (2519müNN). Gehzeit ca. 2 Stunden.

Nach einer angenehmen Anfahrt im Bus von Stefan, kamen wir um kurz vor 12 Uhr an unserem Startpunkt im Turtmanntal an. Der Aufstieg zur Turtmannhütte war leicht zu bewältigen und bot einen guten Blick auf unsere Ziele in den nächsten Tagen.

Tag 2:

Turtmannhütte (2519müNN) – Tracuithütte (3256müNN) – Bishorn (4153müNN) – Tracuithütte. Gesamtgehzeit 12,5 Stunden

Klettersteig und Gletscherquerung

Der heutige Tag sollte es in sich haben! Wir standen bereits um drei Uhr auf und liefen eine Stunde später in Richtung Tracuithütte los. Der Weg dorthin war äußerst abwechslungsreich.

An der Adlerflüe war ein Klettersteig (Schwierigkeit B) zu überwinden. Anschließend musste man die mühsam erklommenen 200 Höhenmeter wieder hinuntersteigen, um im Folgenden den Turtmanngletscher zu überqueren.

Die Gletscherquerung war spaltenfrei, aber das letzte Drittel war eine steile, herausfordernde Flanke. Aufgrund des seit Jahren immer weiter abschmelzenden Gletschers ging es nun seitlich ein gutes Stück über den Fels hinauf. Zur Tracuithütte querte man den Gletscher dann nochmals.

Einmalig schönes Panorama mit versalzener Suppe

Die Tracuithütte ist eine moderne und geräumige Hütte. Im Hauptraum bietet eine Panoramaverglasung einen sagenhaften Blick auf die angrenzenden Viertausender. Das Wetter war optimal, aber für die nächsten Tage wurde eine Verschlechterung vorausgesagt. Deshalb entschieden wir uns dafür, nach einer kurzen Pause und einer versalzenen Suppe in der Hütte das Bishorn in Angriff zu nehmen. Um ca. 9:30 Uhr brachen wir also auf. Nach einem kurzen Weg über Geröll führte der Aufstieg zum Gipfel ausschließlich über einen Gletscher. Gleich zu Beginn war eine Spaltenzone zu überwinden. Ansonsten lagen aber bis zum Gipfel keine weiteren technischen Schwierigkeiten vor uns.

Bishorn kurzzeitig in Ansbacher Hand

Aufgrund unseres verlängerten Aufstieges von der Turtmannhütte kamen uns schon nach kurzer Wegstrecke fast alle Gipfelstürmer des aktuellen Tages entgegen, der Berg gehörte uns von nun an so gut wie alleine. Mit zunehmender Höhe wurde die dünne Luft immer deutlicher spürbar. Die Pausen wurden länger und die Schritte kürzer. Nach dem Überschreiten der 4000er Grenze stieg eine 3er-Seilschaft weiter zum Gipfel auf, während sich die andere 3er-Seilschaft auf den Rückweg machte. Der lange Aufstieg von der Turtmannhütte hatte seinen Tribut gefordert! Auf dem Gipfel herrschte beste Fernsicht auf die Berner Alpen und natürlich auf das Weißhorn, den Dome und die anderen Viertausender. Um ca. 16:30 Uhr erreichten alle zusammen wohlbehalten die Tracuithütte. Ein ereignisreicher Tag fand sein Ende. Abgesehen von der versalzenen Mittagssuppe war die weitere Verpflegung in der Hütte bestens.

Tag 3:

Tracuithütte – Turtmannhütte

Auf dem bereits bekannten Rückweg zur Turtmannhütte folgten Abseilübungen am Gletscher und an einer anderen Stelle Bergungsübungen am Gletscher. Hierzu wurde sogar ein Teilnehmer seitlich am Gletscher senkrecht abgeseilt und anschließend „gerettet“. Beim Blick zurück zeigte sich, dass die Entscheidung vom Vortag richtig war. Das Bishorn lag immer wieder in Wolken und vereinzelt zogen auch kleinere Regenschauer über uns hinweg. Am Abend in der Hütte lernten wir die Feinheiten der Schweizer Küche kennen. Zu deftigen Nudeln mit Hackfleisch wurde Apfelmus gereicht. Nicht jeder von uns konnte sich mit dieser Menüzusammenstellung anfreunden. Abgesehen davon war aber auch hier die Verpflegung bestens.

Tag 4:

Turtmannhütte – Schöllihorn (3500müNN) – Inners Barrhorn (3583müNN) – Üssers Barrhorn (3610müNN) – Turtmannhütte

An diesem Tag stand noch eine ganze Reihe an Gipfeln auf dem Programm. Da keine Gletscher zu bezwingen waren und wir am Abend zur Hütte zurückkehrten, stand einer angenehmen Tagestour mit einem relativ leichten Rucksack nichts im Weg. So war es möglich, im Abstand von nur 1,5 Std. auf drei Gipfeln über 3500m zu stehen. An den Barrhörnern boten sich eindrucksvolle Abgründe. Nach einem ausgiebigen Sonnenbad mit spektakulärer Aussicht ließ Peter es sich nicht nehmen, nochmals für uns eine Übungseinheit mit Sicherungsgerät (Flaschenzug, Abseilen, etc.) zu veranstalten. Danke dafür und hoffentlich wird das Erlernte nie für den Ernstfall benötigt.

Tag 5:

Abstieg – Heimfahrt

Fazit

Eine aufregende und gelungene Tour in einer spektakulären Bergwelt mit einer tollen Gruppe und zwei souveränen Bergführern. Vielen Dank an Max und Peter.