Datum:
11.03.-13.03.2022
Autor: Max Weiss
Tour-Nr.:2022-T-06
Der Wetterbericht versprach erstklassiges Ski-Wetter, die Schneelage konnte ebenfalls schlechter sein und die Ansage von unserem Guide Andi „packt Pickel und Steigeisen ein“ trugen zu einer enormen Vorfreude auf die kommenden drei Tage bei. Um 06:00 Uhr sollte es für die sechsköpfige Truppe (Susi, Roland, Michael, Dominik, Max und Guide Andreas) in Eyb losgehen. Aufgrund der vorausschauenden Abfahrtszeitoptimierung von Roland gelang es uns, staufrei nach Sellrain zu gelangen. Es lief sozusagen und es sollte auch noch weiter „laufen“. Kurz nach dem Start der Tour, alle waren heiß darauf ihre Skier unter die Schuhe zu schnallen, dämpfte eine frisch planierte und somit absolut schneefreie Forststraße etwas die Stimmung. Hinter jeder Kurve wurde der lang herbeigesehnte Schnee erhofft, aber die Bauarbeiter hatten ganze Arbeit geleistet. Somit legten wir die erste Stunde mit geschulterten Skiern zurück und liefen die Skischuhe warm. Die restliche Strecke verlief mit ausreichend Schneeunterlage und Sonne satt.
Stützpunkt Potsdamer Hütte und eine erste Abfahrt Als wir die Potsdamer Hütte der Sektion Dinkelsbühl erreichten, wurde kurzerhand das Lager bezogen, welches mit einem Mangel an Stauraum glänzte. Wer die in der Tourenbeschreibung erwähnten Höhenmeter am Tag auch erreichen bzw. übererfüllen wollte, konnte mit Andi noch zu einem Abstecher in Richtung Wildkopf aufbrechen und wurde mit den ersten Schwüngen des Wochenendes belohnt.
Anders als geplant und sogar besser
An Tag zwei beluden wir die Rucksäcke mit Pickel, Steigeisen und Sonnencreme, denn heute stand die Lisenser oder auch Lüsenser Villerspitze auf dem Plan. Nach der gestrigen Erkundungstour sowie der gemeinsamen Tourenplanung am Vorabend wurde die Wegfindung dennoch als kleine Herausforderung durch unseren Guide Andi eingestuft, was sich noch als zutreffende Prognose erweisen sollte. Die erste Stunde ging es entlang des Fotscherbaches in Richtung Talschluss. Die kaum befahrenen Hänge versprachen unverspurtes Abfahrtsvergnügen. Andreas und Dominik wechselten sich beim Spuren ab, danke dafür, wobei eine einzige Abfahrtsspur den Weg auf das Hochgraffljoch markierte. Die letzten steilen und schweißtreibenden Höhenmeter aufs Joch kosteten einiges an Energie, sodass in der anschließenden Pause mit phänomenalem Panorama Zeit zur weiteren Orientierung und Wegfindung war. Wir merkten schnell, dass wir nicht wie geplant auf dem Hochgraffljoch standen und zu früh in Richtung des vermuteten Jochs abgebogen waren. Da wir aber auf dem Joch ohne Namen einen hervorragenden Blick auf das Hochgraffljoch hatten, wurde schnell klar, dass unsere unfreiwillige Alternative aufgrund der deutlich besseren Schneeauflage die bessere Abfahrt versprach. Am Ende dieser wirklich traumhaften Tiefschneeabfahrt teilte sich die Gruppe. Die Hüttenorientierten stiegen die letzten Höhenmeter zur Potsdamer Hütte auf und genossen den Nachmittag bei einem kühlen Bier, die Aufstiegsorientierten unternahmen noch eine Tour in Richtung Talschluss und gönnten sich eine zweite Abfahrt durch den unberührten Schnee. Am Ende des Tages belohnten wir uns alle mit einer ordentlichen Portion Spaghetti.
Fast unverspurte Hänge von Rotkogel und Sömen – der Lohn für alle MühenDer letzte Tag versprach noch einmal Sonne satt. Bei der allabendlichen Tourenvorbereitung wurde der Sömen als Ziel festgelegt, da wir uns vom Gipfel eine Abfahrt bis ins Tal erhofften. Mit vollbeladenen Rucksäcken und im Schatten der umliegenden Berge starteten wir in den letzten Tag. Kurzerhand wurde der Rote Kogel als Zwischenziel auserkoren, was durch eine Abfahrt in einen unverspurten Hang mehr als belohnt wurde. Den letzten Aufstieg zum Sömen dominierte die Mittagssonne, der Ausblick vom Gipfel entlohnte uns dementsprechend. Wiedermal gelang es Andreas eine unberührte Abfahrtsvariante zu finden, die allen Teilnehmern ein breites Grinsen bescherte. Entgegen der Erwartung, dass uns der teils pulvrige Schnee bald verlassen würde, zeigten sich die kommenden Abfahrten von ihrer besten Seite. Ausgepowert, glücklich und gesund erreichten alle die noch sehr gut in Erinnerung gebliebene und weiterhin perfekt vom Schnee freigehaltene Forststraße.
Bei einem gemeinsamen Abendessen in Mittenwaldwaren sich alle einig, dass die Potsdamer Hütte sowie das Fotschertal ein herrliches Fleckchen sind. Vielen Dank an dieser Stelle an Andi für die professionelle Planung und Durchführung der gesamten Tour, welche allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben wird.