Datum:
31.08.-03.09.2022
Autor: Ilona Kleinhenz
Tour-Nr.:2022-T-24
Die Tourentage im Überblick:
31.08.2022: Anreise und zunächst Fahrt zum Passo Falzárego; dort zum „Eingehen“: Klettersteig/Via Ferrata Fusetti am Hexenstein (Einstufung B/C); am Nachmittag Fahrt zum Passo Tre Croci und Aufstieg zum Rifugio Vandelli
01.09.2022: Vom Rifugio Vandelli zum Rifugio San Marco über den Vandelli-Klettersteig und den Sentiero Minazio
02.09.2022: Vom Rifugio San Marco über die Ferrata Berti (Einstufung C, mit Stellen II) zurück zum Rifugio Vandelli und Abstieg zum Passo Tre Croci (dort Übernachtung)
03.09.2022: Fahrt zurück zum Falzárego-Pass; dort Klettersteig/Via Ferrata degli Alpini, auch: Ferrata Col dei Bos genannt, (Einstufung C/D); anschließend Heimfahrt nach Ansbach
Für die Beschreibung der Tour kommen die Teilnehmer/-innen und der Tourleiter selbst zu Wort.
Peter:
Italien/Ampezzaner Dolomiten/ Sorapisgruppe, ein Ziel das ich schon lange als interessante Klettersteigtour in Planung hatte. Die Gruppe, leider durch die kurzfristige Erkrankung von Julia verkleinert, war sehr angenehm zu führen.
Man kann diese Rundtour in beiden Richtungen gehen, aber unser Weg im Uhrzeigersinn war definitiv schwieriger. Landschaftlich, bis auf den wunderschönen Sorapissee, der mit Besuchern überflutet war, waren wir fast alleine unterwegs in einer traumhaften und wilden Landschaft. In den zwei urigen Hütten, Vandelli und San Marco, wurden wir bestens versorgt.
Der unverhoffte Bergrettungseinsatz einer abgestürzten Wanderin hatte für die Teilnehmer Erlebnis- und Erfahrungswert, von dem man nur lernen kann. Vier tolle Klettersteige, wir kommen wieder…
Roswitha:
Unsere Tour in die Dolomiten zur Sorapisgruppe war anstrengend und sehr beeindruckend.
Eine herrliche Bergkulisse und tolle Aussichten.
Bei der Umrundung der Berggruppe waren zwei Klettersteige zu bezwingen und ein stetiges bergauf, bergab, bis wir jeweils nach ca. acht Stunden Gehzeit unsere Unterkunft erreichten.
Insgesamt erklommen wir vier Klettersteige.
Ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die abwechselnd den Vereinsbus fuhren und vor allem an den Peter Jörg, der mir immer mit Rat und Tat zur Seite stand.
Richi (Rainer):
Das Telefon klingelte und so rückte ich spontan von der Warteliste zur Teilnehmerliste, und zwei Tage später saßen wir alle im Auto in Richtung Südtirol.
Das Wetter verhieß nichts Gutes, aber der Regengott meinte es gut mit uns, und so waren wir immer im Trockenen, als sich die Himmelsschleusen öffneten.
Die große Sorapisrunde ist landschaftlich ein Genuss. Weite Täler, scharfe Felswände und imposante Aussichten, soweit das Auge reicht. Allerdings ist es doch recht viel wandern und sehr wenig Klettersteig.
Die Steige selbst sind gut gesichert und ganz untypisch für Italien mit neuen Seilen versichert. Nur ein paar alte Leitern erinnern noch an den bekannten Charme der italienischenSteige.
Martin:
Nachdem das Aufstehen um 4.00 Uhr recht schwerfiel, sind wir dann nach einer guten Fahrt gegen Mittag am Passo di Falzárego angekommen.
Hier haben wir einen Stopp eingelegt und einen kurzen Klettersteig zum Aufwärmen für die nächsten Tage gemacht.
Viel Ausdauer und Kraft brauchten wir die anschließenden Tage, um die doch recht anstrengenden Touren gut durchsteigen zu können.
Zwischendurch konnten wir auf urigen Hütten mit sehr gutem Essen und Wein uns die notwendige Erholung gönnen. Zum Abschluss gab es nochmal einen tollen, etwas anspruchsvolleren Klettersteig, wiederum am Passo di Falzárego. Alles in allem waren es wieder super Tage mit einer coolen Truppe.
Harald:
Vier eindrucksvolle Tage in der Sorapis-Gruppe. Eine wilde und schöne Natur, abseits der üblichen Touristenströme (wenn man auf der Hütte übernachtet). Die Klettersteige waren technisch meist unschwierig, dafür gab es aber einige sehr luftige Passagen mit hervorragendem Tiefblick. Ein Highlight war nicht zuletzt die Höhlenbesetzung bei einem vorübergehenden Schauer. 😉 Aber auch ernste Momente mussten bei der Bergrettung einer Wanderin gemeistert werden, die wir mit dem Helikopter abholen ließen. Zum Glück ist alles gut ausgegangen; darum alles in allem – wieder eine super Tour!
Ilona:
Die Sorapisumrundung kann man als eine abseits der allzu üblichen Routen bezeichnen. Wilde und abgeschiedene Landschaften, gute Routenführung der Klettersteige, die gut machbar waren und an manchen Passagen schön „Luft unterm Hintern“ boten. Tag 3, an dem die Rettung der verunglückten Bergwanderin auf dem Weg vom Rifiugio San Marco zurück zum Rifugio Vandelli war, war der anstrengendste Tag – die Ferrata Berti im Abstieg war definitiv schwieriger als es im Aufstieg der Fall gewesen wäre. Der Tag fing für mich schon reich an Adrenalin an: wir waren kaum eine Viertelstunde unterwegs, als ein Gams- oder Steinbock den Berg runtersprang und keinen halben Meter hinter mir vorbei, nachdem er aus ca. zwei Metern Höhe von einem Felsbrocken „geflogen“ kam, seine rasante „Abfahrt“ fortsetzte. Gerade noch mal Glück gehabt – der hätte mich fast „überfahren“. Beim Wiederanblick des hustenbonbonblauen Sorapissees schloss sich im wahrsten Sinne des Wortes der Kreis, der Giro, den wir einen Tag zuvor begonnen hatten.
Die gerettete Wanderin:
Lieber Peter,
vielen herzlichen Dank für deine professionelle Rettung. Deine Routine hat mir wirklich gutgetan.
Ich wurde dann ins Hospital in Pieve di Cadore geflogen, wo die Notfallambulanz leer war und ich gleich drankam.
Röntgen von linkem Knie und Knöchel haben ergeben, dass ich einfach überall geprellt bin, ohne Frakturen.
Meine Schürfwunden wurden versorgt und ich konnte dann wieder gehen. Ich bin dann mit dem Taxi in das Hotel, das ich fürs Wochenende gebucht hatte und konnte dort dann schon eine Nacht früher bleiben, das war in San Vito di Cadore.
Dort blieb ich dann übers Wochenende und bin dann am Montag mit Taxi und Bahn wieder zurück nach Hause. Jetzt bin ich natürlich krankgeschrieben und sehe grün und blau aus und mein Knöchel ist auch noch dick und hart. Aber das wird wieder. Also nochmal vielen Dank für deine Hilfe.
Liebe Grüße
(Name)
P.S. Hubschrauberfliegen macht voll Spaß!