DAV-Tour auf und um die Ansbacher Hütte

Datum:

vom 22.07.-24.07.2022

Autor:

Diana Petruch


Tour-Nr.:
2022-T-15


Dabei waren Andrea, Diana, Edith, Gertrud, Sabine, Tanja und unser Tourenleiter Gerhard.

Ziemlich pünktlich um 07:00 Uhr fuhren wir mit Tanjas Bus am Vereinsheim los. In Schnann angekommen konnten wir direkt am Eingang zur Klamm parken und genau beim Mittagsläuten mit dem Aufstieg beginnen.

Rechts neben dem Eingang zur Klamm lag unsere Route. Wir sind dem Bergweg Nr. 633 gefolgt. Schnell kamen wir in einen Fichtenwald, durch den es zur Fritzhütte ging.

Es war schon im Tal warm und so wurden viele Trinkpausen notwendig. Auf der Fritzhütte (1730m) haben wir eine ausgiebige Mittagspause gemacht. Mit vollem Bauch setzten wir unsere Tour in einem gemütlichen Tempo fort.

Eine Stunde vor dem Abendessen kamen wir auf der Ansbacher Hütte an. Das Essen war sehr gut und reichlich: Grillkotelett oder Käsenudeln.

Unser Damen-Zimmer lag im zweiten Stock. Der Tourenleiter war in einem anderen Zimmer untergebracht. In der Nacht hat es gewittert, einige haben deswegen nicht gut geschlafen. Trotzdem waren am Morgen alle gut gelaunt.

Als wir mit leichtem Tagesrucksack losgelaufen sind, hat es noch etwas geregnet. Deshalb waren wir etwas skeptisch, wie weit wir überhaupt kommen würden.

Unser Ziel war zunächst die nahe gelegene Samspitze. Der Regen hörte schließlich auf und wir sind sicher auf dem Gipfel (2624 m) angekommen. Auf der anderen Seite stiegen wir ab zum breiten Alperschonjoch (2303 m) und überlegten, wie weit wir noch gehen sollten.

Das ursprüngliche Ziel war die Feuerspitze, die von dort noch 3 Stunden entfernt ist. Niemand glaubte, dass wir dieses Ziel erreichen könnten, denn die Wetteraussichten waren nicht gut. Es gab für später eine Gewitterwarnung. Zwei von uns haben sich deshalb entschieden, zur Hütte zurückzulaufen. Die restlichen fünf zogen weiter. Immer wieder beratschlagten wir, ob wir weitergehen oder umkehren sollten.

An der Abzweigung zur Feuerspitze (2852m) entschlossen wir uns, die letzten Meter auch noch zu gehen. Das Wetter blieb stabil. Oben war die Weitsicht fantastisch. Rasch begaben wir uns wieder auf den Rückweg. Vom Gipfel sind wir sehr zügig abgestiegen, rüber zum Alperschonjoch und von dort um die Samspitze herum mit einem Gegenanstieg zum Flarschjoch (2464m).

Wir liefen immer schneller, denn nun zog ein Gewitter auf. Als wir rd. 200 m unterhalb des Flarschjochs waren, begann es heftig zu regnen. Gerade noch rechtzeitig konnten wir die Regenjacken anziehen, für die Regenhosen blieb keine Zeit. Im Nu waren wir nass. Der Wind nahm zu, die Blitze kamen immer öfter und der Donner näher. Irgendwann sind wir gerannt; wir wollten nur noch zur Hütte, aber es zog sich und zog sich.

Angekommen, ausatmen, draußen im Regen stehen und warten bis alle da waren. Dann Schuhe ausziehen, die nassen Kleider zum Trocknen aufhängen, in der Hoffnung, dass es bis zum nächsten Tag trocken wird. Danach anziehen, was noch an trockenen Sachen übrig war.

Das Abendessen war wieder gut und reichlich. Ein paar Schnäpse auf die erreichten Gipfel wurden getrunken.

Am Sonntag war das Wetter wieder gut. Strahlender Sonnenschein oben am Berg und die Täler lagen im dicken Nebel. Es sah aus, als würden die Berge und die Hütte in einem Wattemeer stehen. Vor dem Frühstück haben einige von uns zusammen Morgen-Yoga auf der Sonnenterrasse gemacht. Bei grandiosem Weitblick den Tag mit angenehmen Dehnübungen zu beginnen, war einfach schön! Danach das wohlverdiente Frühstück genießen!

Kurz nach 9 Uhr machten wir uns auf den Weg. Zunächst sind wir über das Flarschjoch zum Alperschonjoch gegangen. Auf der gegenüber liegenden Seite haben wir schon den Vordersee gesehen, an dem wir vorbei sollten. Der Theodor-Haas-Weg wurde immer beschwerlicher, schließlich ein Wechsel zwischen wandern und leichtem Klettern. Hier war höchste Konzentration notwendig; unsere Helme kamen zum Einsatz. Es war heiß und es gab keinen Schatten. Nach 2,5 Stunden kam der Vordersee in Sicht, in dessen Nähe an einem Jägerhäuschen wir eine Rast eingelegt haben.

Danach ging es in der prallen Sonne weiter steil nach unten, „am Bach entlang“, nur lag der Bach in der von Murenabgängen geprägten, steilen Schlucht weit unter uns. Später durften wir den Bach einige Male überqueren und uns dabei etwas erfrischen oder die leer getrunkenen Wasserflaschen auffüllen. Bevor wir den Wald mit schattigen Abschnitten erreichten, war eine mit vielen Ketten abgesicherte Traverse zu passieren. Die Ketten waren in Knöchelhöhe angebracht und unangenehm zum Fassen (langgliedrige Rundstahlketten). Aber lieber vornübergebeugt laufen und festhalten, als herunterstürzen. Im Wald stieg der Weg zunächst an, um dann in Kehren wieder hinab zu führen.

Wieder unten am Bach haben wir uns etwas abgekühlt. Manche haben die Hände ins Wasser gehalten, andere gleich die ganzen Arme und den Kopf. Nach der Geröllsperre, die vor der Klamm errichtet wurde, und einem kurzen Tunnel gelangten wir zum Eingang der Schnanner Klamm. Der Weg verläuft über neu sanierte Brücken und Stege. Durch eine herausgeschnittene Felsentür kamen wir wieder zum Parkplatz.

Glücklich und zufrieden sind wir in Ansbach angekommen, bereichert von schönen Erlebnissen. Wir bedanken uns recht herzlich beim Tourenleiter Gerhard Zumach für diese wunderschöne Tour.