Datum:28.06. – 04.07.2021
Autor: Karin
Tour-Nr.:2021-T-11
Am Montag, 28. Juni 2021, starteten wir – insgesamt 12 Wanderbegeisterte – bei herrlichem Wetter unsere Tour in die Dolomiten.
Vom Bahnhof Ansbach fuhren wir mit der Bahn über Nürnberg, München, Innsbruck, Franzesfeste bis Toblach. Durch Verspätungen – man kennt es bei der Deutschen Bahn kaum anders – kamen wir in Toblach gegen 17 Uhr an und bezogen in der Jugendherberge Quartier, einem ehemaligen Grand Hotel, dementsprechend imposant war der denkmalgeschützte Bau.
Gleich nebenan befand sich die Bushaltestelle, von der aus wir am Morgen des 29. Juni 2021 in Richtung Cortina d’Ampezzo aufbrachen. Vorbei am Toblacher und Dürrensteiner See kam wohl bei jedem von uns spätestens jetzt endgültig das Urlaubsfeeling auf.
Angekommen in Cortina d‘ Ampezzo ging es nun von 1211 Höhenmeter zu unserer ersten Unterkunft über 2000m. Auf teilweise steilen Wegen, vorbei am Rifugio Mietres auf 1710m zur Scharte Forcella Zumèles. Von hier oben konnte man einen wunderbaren Blick in das Tal genießen. Von der Scharte aus war es nicht mehr weit bis zum Rifugio Son Forca, auf 2235m. Die Unterkunft war sauber, es fanden sich vorbereitete Betten und für jeden lag ein Handtuch bereit. So konnte unser Schlafsack und das Handtuch im Rucksack bleiben.
Am Mittwoch, 30. Juni 2021, wieder bei schönstem Wetter, führte uns der Weg unterhalb des Monte Cristallo in ca. 4 Stunden hinunter zum Misurina See. Jetzt hieß es noch eine gute Stunde steil bergauf, zum Rifugio Col de Varda auf 2106m, einem 2-Sterne Hotel. Alternativ hätte man hier auch den Sessellift nehmen können, der direkt am Hotel endet – für unsere Wandergruppe selbstverständlich keine Option.Zuerst saßen wir noch auf der Terrasse, ein Gewitter vertrieb uns dann aber in die schön eingerichteten Innenräume.Leider erfuhren wir noch am Nachmittag, dass unsere geplante Tour über den Südlichen Bonacossa Weg ohne Steigeisen und Klettersteigausrüstung, aufgrund der späten Schneefälle im Mai, derzeit nicht zu begehen ist. Sehr schade, wenn man sich die kurzen Filme und Beschreibungen im Internet ansieht.
Also hieß es umdisponieren und wir entschieden uns am Donnerstag, 1. Juli 2021, etwas abzusteigen und dem Pilgerweg zu folgen. Leider war der Weg nicht gut beschrieben und der Versuch, sich ein paar Höhenmeter zu sparen und querfeldein durch den Wald zu nehmen, erwies sich als eher ungünstig. Wir folgten unserem Instinkt, der uns dann glücklicherweise sicher wieder zurück zum richtigen Weg führte. Wieder den Schildern folgend, ging es nun hoch zu unserer nächsten Unterkunft, dem Rifugio Auronzo. Das Rifugio liegt direkt unterhalb der Drei-Zinnen und nachdem wir kurz nach Mittag bereits dort ankamen, hatten wir noch genug Zeit, die Gegend um die Drei Zinnen zu erkunden. Wir entschieden uns für eine Runde um die Drei Zinnen.Auf dem Weg kamen wir an der Langalm vorbeit, von der aus man einen wunderschönen Blick auf die Drei Zinnen hat und die mit selbstgemachtem Kuchen und Säften aufwarten kann. Die Umrundung ließ uns die Route für den nächsten Tag festlegen.
Wir entschieden uns am Freitag, 2. Juli 2021, über die alten Schneefelder unterhalb der Drei Zinnen hinüber zur Drei Zinnen Hütte zu wandern. Nach einer kurzen Rast folgten wir durch Tunnel aus dem ersten Weltkrieg einem Weg hinauf zum Einstieg des Klettersteigs des Paternkofel – ein sehr lohnenswerter Abstecher in die Geschichte des ersten Weltkriegs.Der Klettersteig verdankt seinen Namen dem Bergsteiger Franz Innerkofler, der 1882 den Paternkofel als Erster bestiegen hatte.
Zurück auf dem geplanten Weg wanderten wir in reizvollem Gelände zur Bülelejochhütte auf 2526m. Auch dort kehrten wir ein und genossen den wundervollen Ausblick.Ab hier ging es bergab zu unserer nächsten Unterkunft, der Zsigmondyhütte. Diese Hütte gehörte zu den beliebteren auf unserer Tour. So mussten wir uns im Lager etwas enger zusammendrängen.
Am Samstag, 3. Juli 2021, hatten wir die längste Route vor uns. Wir folgten dem Weg hinunter zur Talschlusshütte, von der wir dem Weg in Richtung Rifugio Antonio Berti folgten. Auch hier trafen wir wieder auf zahlreiche Bauten des 1. Weltkriegs, die bei Interesse erkundet werden konnten.Allerdings hatten wir nicht eingeplant, dass ein Teil des Weges durch vorhergehende stärkere Regenfälle abgebrochen war. So mussten wir einen Teil der Strecke zurück wandern und die längere Strecke hinunter zur Alpe Italo Lunelli auf 1568m nehmen, um dann wieder auf 1950m zur Berti Hütte hochzusteigen. Nach insgesamt 10 Stunden erreichten wir -geschafft aber glücklich – unsere letzte Unterkunft. Auf der Terrasse konnte man sehen, dass das Wetter wohl umschlagen wird und prompt fing es dann auch zu regnen an. Durch den Gebirgsbach, der gleich neben der Hütte ins Tal fließt, dachten wir beim Aufstehen noch, dass wir am letzten Tag doch noch die Regenjacken auspacken müssen. Aber glücklicherweise blieb uns dies auch am letzten Tag unserer Reise erspart.
Heute, am 4. Juli 2021, führte uns der Weg fast nur noch bergab. Wir mussten hinunter zum Kreuzbergpass auf 1636m Höhe. Von dort nahmen wir den Bus nach Innichen und stiegen wieder in die Pustertalbahn um.
Ein toller Wanderurlaub, in einer netten Wandergruppe, bei herrlichem Wetter und schönem Panorama näherte sich leider viel zu schnell seinem Ende.Ein Teil der Wandergruppe bricht aber bereits in zwei Wochen schon wieder zu einem neuen Wanderabenteuer auf. Dieses Glück ist leider nicht allen von uns beschert. Aber sobald sich die Gelegenheit bietet, werden sicherlich auch alle anderen wieder zur nächsten Tour aufbrechen.