Datum:09. – 11.09.2021
Autor: Alexandra Sept
Tour-Nr.:2021-T-22
Tag 1
Treffpunkt 9. September, 05:30 Uhr am alten Messparkplatz. In tiefster Dunkelheit packten wir (Matthias, Benedikt, Ute und Alexandra) unser Gepäck in das Auto und fuhren die vier Stunden bis zu dem vereinbarten Treffpunkt, an dem unserer Führer Max zu uns stoßen wollte. Doch bereits kurz nach der Grenze zu Österreich sahen wir ein Ansbacher Auto hinter uns auf der Autobahn fahren: Was für ein Zufall. An unserem Startpunkt angekommen, hieß es erst einmal eincremen, denn die Sonne brannte vom Himmel und Wolken suchten wir vergeblich. Wir starteten unsere Wanderung auf 1.500hm und begannen voller Vorfreude mit dem Aufstieg durch das eindrucksvolle Bergpanorama des Hochkönigs. Einige Pausen, Pläuschchen mit entgegenkommenden Wanderern und Gams-Sichtungen später, wurde es steiniger und auch die ersten Schneefelder ließen nicht lange auf sich warten. Bei dem Wetter aber gar kein Problem für uns, sondern eine erfrischende Abkühlung.
Endlich tauchte auch das Matrashaus, unser Ziel des heutigen Tages, in einiger Entfernung vor uns auf und wir brachten die letzten paar hundert Meter im felsigen und schneebedeckten Gelände hinter uns. Kurz nach einigen mit Leitern und Stahlseilen versicherten Stellen erreichten wir das Matrashaus, das eindrucksvoll auf dem Gipfel des Hochkönigs auf 2.941m. ü. N. steht.
Nachdem wir ein paar Minuten unseren Puls beruhigt hatten und die Aussicht genossen hatten, zog es uns an einen der wenigen Tische: Eine Runde Skiwasser für alle! Inzwischen war es auch recht kalt geworden und so packten wir uns warm ein und stießen vor dem malerischen Bergpanorama auf unseren Aufstieg an, beobachteten die letzten Paraglider, die vom Matrashaus starteten und bezogen dann unser Lager.
Beim Abendessen erfuhren wir dann auch von Max, dass unsere ursprünglich angedachte Tour, die Überquerung in Richtung Kärlinger Haus, aufgrund von Schnee und Eis nicht möglich war: Sicher ist sicher. Und so erklärte uns Max, der bestens vorbereitet war, was unsere Alternative war. Das Highlight des Tages war schließlich der Sonnenuntergang, der alle Wanderer aus dem Matrashaus lockte und den Himmel in viele verschiedene rot-, orange- und gelb-Töne färbte.
Müde fielen wir an diesem Abend in unsere Betten, nicht bevor wir den Wecker auf 6 Uhr gestellt hatten, denn ein langer Tag stand uns bevor.
Tag 2
Noch vor dem Frühstück warfen wir uns in unsere Jacken, Mützen und Handschuhe und bewunderten den grandiosen Sonnenaufgang, mindestens ebenso beeindruckend wie der Sonnenuntergang. Mit Marme-ladenbroten und Müsli stärkten wir uns für den Tag und brachen zügig auf, denn es stand einiges auf dem Plan.
Auf dem gleichen Weg, wie wir aufgestiegen waren, stiegen wir auch ab, gerade die ersten paar hundert Höhenmeter sehr vorsichtig, denn die Steine waren noch glatt. Ohne größere Pausen trafen wir schließlich wieder auf dem Parkplatz ein, aßen eine Kleinigkeit und fuhren dann eine halbe Stunde mit dem Auto zu unserem nächsten Startpunkt: Von einem Wanderparkplatz bei Maria Alm wollten wir zum Kärlinger Haus.
Nach einigen hundert Metern auf geschottertem Weg, begann der eigentliche Aufstieg. In der prallen Sonne liefen wir schwitzend bergauf und freuten uns über jedes kühle Lüftchen, das uns gelegentlich um die Nase wehte. Nach einigen kleinen Verschnaufpausen fanden wir auch endlich ein schattiges Plätzchen und machten eine längere Trinkpause, denn die war dringend nötig. Das Riemannhaus -unseren angepeilten Rastplatz – vor Augen, stiegen wir noch einige Zeit über Stufen und drahtseilversicherte Stellen nach oben und wurden von einer Schafherde begrüßt.
Auch am Riemannhaus hieß es gleich wieder: Eine Runde Skiwasser für alle, für manche sogar ein zweites, der Flüssigkeitshaushalt musste schließlich aufgefüllt werden. Auch der Kuchen duftete verführerisch: Schoko- Mandel, allerdings war der noch im Ofen und wir mussten aufbrechen, uns stand noch der Abstieg zu unserem heutigen Ziel, dem Kärlinger Haus, bevor.
Zügigen Schritten ging es für uns mitten durch das steinerne Meer, außer Steine weit und breit keine Vegetation. Ein paar Gämse sahen wir in einiger Entfernung, sonst begegnete uns lange Zeit niemand. Nach einigen Metern über Felsen, Steine und Blockwerk ging es zusehends bergab, bis wir schließlich die ersten Bäume sehen konnten. Der Himmel zog sich zusehends zu und so legten wir keine längere Pause ein. Wir wollten rechtzeitig am Kärlinger Haus ankommen, um noch eine Wahl bei unserem Abendessen zu haben. Die letzten Höhenmeter ging es durch den Wald bergab, begleitet von ein paar Murmeltierrufen in einiger Entfernung. Am Waldrand angekommen, eröffnete sich vor unseren Augen das schöne Panorama des Funtensees, dem kältesten Ort Deutschlands, mit unserem Tagesziel im Hintergrund.
Schnellen Schrittes stiegen wir wieder ein paar Meter zu der Hütte hinauf, zogen unsere Masken auf und bezogen gleich unser Lager. Aufgrund der Corona-Regelungen bekamen wir ein eigenes kleines Lager, indem wir uns gleich einrichteten und schließlich duschten: manche kalt, manche warm. Als wir uns zum Abendessen in die Stube aufmachten, bemerkten wir den strömenden Regen draußen: Da hatten wir Glück gehabt. Der anstrengende Tag endete mit einer großen Portion Käsespätzle oder Sauerbraten und obwohl wir pappsatt waren, lachte uns der Apfelstrudel an. Also gab es für alle auch noch einen Nachtisch.
Tag 3
Mit dem Weckerklingeln am letzten Tag unserer Tour spürten die meisten auch die Anstrengungen der letzten beiden Tage in ihren Muskeln, aber wir starteten dennoch hochmotiviert in den Tag. Bei dem ausgiebigen Frühstück mit Birchermüsli, Broten und Hefezopf erklärte uns Max unsere Optionen für den heutigen Tag: Wir beschlossen, zum Riemannhaus zurückzugehen, von dort auf den naheliegenden Gipfel des Schönecks aufzusteigen und einen in der Karte eingezeichneten Weg bergabzugehen.
Gesagt, getan. So stiegen wir wieder zum Riemannhaus auf und legten dort unsere erste Pause ein. Wir stärkten uns mit Kaffee und heißer Schokolade und auch der Kuchen vom Vortag war nun fertig. Den Gipfel des Schönecks hatten wir schon auf dem Hinweg gesehen und so machte wir uns auf den Weg, stiegen über die Felsen und mussten beim Erklimmen des Schönecks auch das ein oder andere Mal Hand an den Fels legen. Wie bereits vor dem Aufstieg vermutet, war der Gipfel in Wolken gehüllt und so war die Aussicht beschränkt. Am Gipfelkreuz angekommen, schlugen wir unser Lager auf und machten Mittagspause, immerhin hatten wir alle noch ziemlich viele Vorräte und die wollten wir nicht wieder mit ins Tal hinunterbringen. Während wir noch aßen, war Max bereits ein paar Meter vorausgelaufen, um unseren weiteren Weg ausfindig zu machen. Der in der Karte eingezeichnete Weg war nur schwer auffindbar, lediglich ein paar Markierungen waren zu sehen. Wir packten wir zusammen und folgten Max in Richtung Tal. Der „Weg“ schien längere Zeit nicht mehr gegangen worden zu sein und wir merkten ziemlich schnell auch warum: Es war steil, ging über Schutt und Geröll und wir hangelten uns mit beiden Händen am Hang entlang. Schließlich traf Max die Entscheidung umzukehren, denn es war unklar, wie lange es so weitergehen würde. Also ging es wieder hinauf, zum Glück tatsächlich leichter als der Abstieg. Auf unserem Rückweg kamen wir wieder am Gipfelkreuz an, legten hier noch einmal eine Pause ein, passierten das Riemannhaus, ohne Pause dieses Mal und stiegen den Weg ab, den wir am vorigen Tag aufgestiegen waren. Hierbei kam auch die Sonne wieder heraus und wir steuerten zielstrebig unseren Schattenplatz vom Vortag an.
Eine letzte Pause und ein letztes Mal eincremen, bevor wir dann in der Sonne zum Auto zurückkehrten und uns von Max verabschiedeten.
Keine Minute zu früh, der Himmel zog sich zu und just in dem Moment, in dem wir losfuhren, begann es zu tröpfeln. Geplättet von der Tour fuhren wir mit teils mehr, teils weniger schmerzenden Gliedern zurück nach Ansbach.
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