Liechtensteiner Panoramaweg oder „Der Weg ist das Ziel“

Datum:

09. – 11.07.2021

Autor:
Birgit Bräunling
Fotos:

Roland Bräunling

Tour-Nr.:
2021-T-13

Durchquerung des Alpen-Zwergstaats Liechtenstein von Nord nach Süd. Wenn das nicht ein vielversprechender Tourenvorschlag ist.

Nach gelungener Terminverschiebung machten sich neun Bergbegeisterte mit dem DAV-Bus und einem PKW vom 16.07. bis 18.07. auf, zum Startpunkt in Schaanwald. Für einige war es der Bergeinstieg nach einer langen Corona-Zwangspause. Die Vorfreude auf Bergluft wurde von den gemischten Wetterprognosen nicht geschmälert.

Erster Tag: Nach erfolgreicher Parkplatzsuche in Vaduz fuhren wir mit dem Linienbus nach Schaanwald.

Der Aufstieg zur sehr gastfreundlichen, gemütlich kleinen Gafadurahütte (1425 m) mit knapp 1000 hm war sehr abwechslungsreich. Bergsalamander und wunderschöne Blumen erfreuten das Auge. Sonne und Wolken wechselten sich ab. Stark ausgespülte Wege an den Bachläufen ließen auf wasserreiche Frühlingsmonate schließen. Unsere Regenjacken konnten wetterbedingt gerade noch im Rucksack bleiben.

Zweiter Tag: Mit der Hoffnung auf Wetterbesserung bis zum Mittag machten wir uns bei Regen auf den Weg über den Drei-Schwestern-Steig zum Kuehgrat. Der gut gesicherte Steig zog sich abwechslungsreich durch die Gipfelfelsen der „Drei Schwestern“. Die vielgepriesene Aussicht konnten wir leider nicht nachvollziehen. Nebel war unser ständiger Begleiter.

Nach der Mittagspause auf dem Kuehgrat (2123 m) stiegen wir, immer noch im Nebel, über den abenteuerlichen Fürstensteig nach Sücka (1402 m) ab.

Das Berggasthaus Sücka ist derzeit nicht bewirtschaftet, deshalb war es für uns lediglich als Zwischenrastplatz eingeplant. Inzwischen hatte es sich eingeregnet. Dankbar nahmen wir das Selbstbedienungsangebot im sauber geputzten Kuhstall an. Im Vorraum konnten wir uns unterstellen und stärken.

Der Aufstieg zur Pfälzerhütte (2108 m) mit 700 hm über steile, durchnässte Bergwiesen zog sich lang hin. Mäßig bis stark durchnässt kamen wir gerade noch rechtzeitig zum Abendessen dort an.

Dritter Tag: Vier Ehrgeizige (Susi, Roland, Peter, Jürgen) konnten`s nicht lassen. Sie gönnten sich ein nebliges Gipfelerlebnis und bestiegen den Naafkopf (2570 m). Die anderen (Elke, Birgit, Ron, Matthias, Hans) nutzten die Zeit zum Schuhe trocknen, Ausruhen, Entspannen und Unterhalten.

Gemeinsam ging es durch den anhaltenden Nebel über den Augstenberg (2359 m) und den Fürstin-Gina-Weg und dann hinunter ins Bergdorf Malbun (1600 m). Wieder konnten wir die sagenhafte Aussicht nur erahnen.

Nach einer gemütlichen Einkehr, die dem Wirt wohl auf Grund des schlechten Wetters die Zeche des Tages eingebracht hatte, fuhren wir mit dem Linienbus nach Vaduz und machten uns ausgeglichen und zufrieden (!) auf den Heimweg.

Fazit:

  1. Abstand vom Alltag findest du nicht nur bei gutem Wetter in den Bergen.
  2. Mit dem Motto: „Es ist wie es ist!“ fährst du besser, als mit „Wenn es doch bloß…“
  3. Der Weg ist das Ziel! Es war eine wegtechnisch anspruchsvolle, sehr abwechslungsreiche Route.
  4. Diese herausfordernde, abwechslungsreiche, aussichtsreiche Tour ist es wert, bei schönem Wetter nochmal begangen zu werden.