Klettersteigtour Dachstein

Datum:

02.09. – 05.09.2021

Autor:
Harald Distler

Tour-Nr.:
2021-T-21

Tag 1

Am Donnerstag,  dem 2. September trafen wir uns (Bernd, Ron, Hans, Hermann, Volker, Harald, Gerhard, Frank und ich/Harald) um 5 Uhr am Ansbacher Messegelände, um nach Schladming zu unserer Pension aufzubrechen.

Nach einer recht angenehmen Fahrt im doch etwas beengten VW-Bus kamen wir mittags in Schladming an, checkten in unserer Unterkunft ein und brachen umgehend zum ersten Klettersteig auf.

Der Klettersteiggarten „Stoderzinken“ begrüßte uns mit einem grandiosen Wetter. Dort gibt es verschiedenste Routen mit den Schwierigkeitsstufen A bis E. Diese waren hervorragend geeignet, um „warm“ zu werden und sich auf die folgenden Tage einzustimmen.

Zudem wurden wir Zeugen eines Filmdrehs für die Serie „Die Bergretter“ vom ZDF.

Im Anschluss kauften wir für die nächsten Tage noch Vorräte ein, wobei hier ein Kasten Bier der örtlichen Brauerei nicht fehlen durfte. Vielen Dank an dieser Stelle dem Spender Hans!

Den Abend verbrachten wir gemeinsam bei einem guten Abendessen und einem Absacker zu Haus in der Ferienwohnung.

Tag 2

Für den zweiten Tag war die „Dachstein Super-Ferrata“ geplant, mit 1.200 Höhenmetern einer der längsten und anspruchsvollsten Klettersteige der Alpen, der eigentlich aus drei Klettersteigen kombiniert wird. Angefangen vom Anna- über den Johann- zum Schultersteig bis zum Ziel, den Gipfel des Hohen Dachsteins.

Allerdings kam alles anders als geplant. Beim Zustieg zum Annaklettersteig über die Dachstein-Südwandhütte verloren wir Ron, welcher eigentlich den Abschluss der Gruppe bilden sollte.

Nach einer erfolglosen einstündigen Suche entschied sich Bernd die Bergwacht zu alarmieren. Diese kam umgehend mit einem Hubschrauber und suchte das Gebiet gezielt ab. Nachdem die Suche der Bergwacht nicht von Erfolg gekrönt war, holten sie sich Unterstützung bei der Polizei. Diese wurde letztendlich im Johannklettersteig fündig.

Der Hubschrauberpilot machte einen Kletterer aus, welcher genau zu unserer Personenbeschreibung gepasst hat. Ein kurzer Schnappschuss des Beamten, genau in dem Moment wo Ron in die Kamera schaute und wir konnten ihn eindeutig identifizieren.

Nachdem glücklicherweise nichts Schlimmes passiert war, sondern es sich nur um ein Missverständnis handelte, haben wir uns entschieden, die Tour fortzusetzen und den Annaklettersteig (300 Hm, Schwierigkeitsgrat D) zu gehen.

 Da es schon später am Tag war und dieser Klettersteig konditionell relativ fordernd ist, sind wir zurück zum Bus und in die Pension gefahren. Dort konnten wir uns im Swimming Pool und der Sauna entspannen.

Zur Feier des Tages hat uns Ron am Abend zu einem vorzüglichen Festschmaus eingeladen. Das Essen war so gut, dass wir am nächsten Abend gleich nochmal dorthin gegangen sind.

Tag 3

Der dritte Tag lief ohne nervenaufreibende Ereignisse wie geplant. Wir sind mit der Seilbahn auf die Bergstation des Dachsteins gefahren, um den Klettersteig Irg II zu begehen (300 Hm, Schwierigkeitsgrat C/D). Das Ganze bei bester Laune und bestem Wetter.

Der Zustieg führte uns über den Gletscher, durch einen Tunnel und über etwas anspruchsvolleres Gelände zum Einstieg.

Der Klettersteigt wirkt sehr beeindruckend, da man am Einstieg erst einmal vor einer senkrechten, gut 300m hohen Wand steht.

Nachdem wir den Klettersteig relativ zügig durchklettert hatten, legten wir am Gipfel des Koppenkarsteins eine Pause ein. Im Anschluss ging es über den Westgrat-Klettersteig (B/C) und eine Seilbrücke zurück zur Bergstation.

Dort angekommen, entschieden wir uns zum Schultersteig (der Klettersteig zum Hohen Dachstein) zu marschieren. Bernd hat uns von Anfang an darauf hingewiesen, dass wir diesen zeitlich nicht komplett schaffen werden. Deshalb entschied sich ein Teil der Gruppe, den Sonnenschein auf der Seethalerhütte in der Nähe des Klettersteigs zu genießen und die Kräfte zu schonen. Nur Harald und Bernd versuchten den Aufstieg, mussten aber abbrechen, denn der Steig war teilweise eingeschneit und die Zeit wurde knapp.

Nachdem wir wieder komplett waren, fuhren wir mit der Seilbahn zurück ins Tal. Während der Abfahrt zeigte uns Bernd nochmals seinen Traum eines Klettersteiges, unterhalb der Bergstation, den sogenannten „Sky Walk“, einen der schwierigsten Klettersteige der Ostalpen (Schwierigkeitsgrat durchgehend E), welchen wir in weiser Voraussicht ausgelassen haben.

Im Tal angekommen, ging es in unsere Pension, um uns für das Abendessen vorzubereiten.

Tag 4

Da es sich um den letzten Tag handelte, packten wir schon in der Früh unsere Sachen und zogen aus der Pension aus, um zur Silberkarklamm zu fahren. Dort ließen wir die Tour am Hias-, Rosina- und Siega-Klettersteig bei Sonnenschein ausklingen.

Am besten hat uns hier der Siega-Klettersteig gefallen, da dieser alle Facetten eines Klettersteigs vereinte.

Die Heimfahrt verlief problemlos und wurde nur durch ein paar Pausen unterbrochen.

Bernds ausgeglichene und zügige Fahrweise war sehr angenehm. Irgendwann will jeder mal heim und das Erlebte nochmal gedanklich verarbeiten.

Unser besonderer Dank gilt den Profis Bernd und Ron, welche die Touren souverän geführt und bis ins letzte Detail geplant hatten.