Datum:
04.06. – 06.06.2021
Autor: Elke Bauer
Tour-Nr.:2021-K-11
Punktlandung beim Outdoor Kletterwochenende vom 4.6. -6.6.2021 in Obertrubach / Haselstaude / Signalstein
Ein persönlicher Bericht:
Am 04.06.2021 trafen wir uns, 5 Kletterer und unsere Trainerin Karin, am Parkplatz Haselstauden, um das Klettern am Fels zu erlernen.
Bisher kannte ich das Klettern nur in der Halle an der Kletterwand. Durch die Absicherung am Seil und die vorgegebenen grünen, roten oder weißen Griffe, konnte sich jeder seinen Schwierigkeitsgrad selbst auswählen. Es hat mir Freude gemacht, mich mit der Sicherheit des Seils und der Hilfestellung der Trainerin an der Wand auszuprobieren. Somit kam der Wunsch, dieses auch am Fels zu erlernen.
Die Gruppe bestand aus vier – überwiegend jungen – Männern und mir. Ich bin 58 Jahre alt, weiblich und ohne Klettertraining, wegen der Coronapause.
Einknoten, Exen, Karabiner, Bandschlinge, Ankerstich, Umlenker usw. Mit all diesen Dingen haben wir gearbeitet. Ich habe mich dabei erlebt, wie ich mit meiner ganz eigenen Zeit bzw. Geschwindigkeit, die Dinge erfasste und manchmal mit mehr oder weniger schlotternden Knien bis zu meinem Aufstieg wartete.
Der Fels ist eine ganz andere Herausforderung. Keine grünen, roten oder weißen Hilfen. Meine Füße und Hände mussten ihren eigenen, ganz persönlichen Weg finden. Es hat dann immer geklappt und es hat gereicht, dass auch ich den Outdoorschein erreichte.
Aber für mich hat sich noch ein eigenes Bild zu meinem Leben erschlossen. Dazu muss man wissen, dass ich seit 2,5 Jahren Witwe bin und mein Leben durch den Verlust meines Mannes ein völlig anderes geworden ist, nicht selbst gewählt oder gewollt.
Im übertragenen Sinne ist die Klettererfahrung an der Wand in der Halle mit den vorgegebenen Griffen, mein Leben zu zweit gewesen. Es gab grüne, rote oder weiße Vorgaben, an denen ich mich orientiert habe. Sie führten mich nach oben, in Sicherheit.
Am Fels erschien mir das anders. Ich musste jetzt alleine meinen Weg nach oben finden, meine Füße und Hände konnten sich nicht auf Griffe verlassen, es ist ein Suchen und Finden geworden. Es hat an diesem Wochenende geklappt und ich bin mit meinen Möglichkeiten vorangekommen, das hat mir Mut gemacht. Dadurch wurde diese Klettererfahrung zu einem ganz persönlichen Erlebnis für mich.
An diesem Wochenende zogen sehr viele Gewitter durch Deutschland, es gab für Mittelfranken auch Unwetterwarnungen. Wir haben beobachtet, wie die Gewitter links und rechts an uns vorbeizogen, wir blieben aber immer trocken.
Erst am Sonntag, punktgenau nach unserer letzten Übung, als alle Rucksäcke gepackt waren, kam ein unwetterartiger Regenguss. Wir flüchteten in eine Schutzhütte und konnten dort unsere Abschlussrunde machen, um dann in Windeseile zu den Autos zu rennen und den Heimweg anzutreten. Danken möchte ich Trainerin Karin Steinert, für ihre vorausschauende und fordernde Art und Hilfestellung und den anderen Teilnehmern für ihre Geduld und Unterstützung, wenn‘s bei mir nicht so schnell ging.