Durch den Schotter der Schobergruppe

Datum:
28.07.-31.07.2021

Autor:
Jürgen Zeller

Tour-Nr.:
2021-T-17

Die Tour führte uns über die Wangenitzseehütte zur Adolf-Noßberger-Hütte, weiter zur Elberfelder Hütte, an der Lienzer Hütte vorbei und wieder zum Ausgangspunkt zurück. Aufgrund einer angekündigten Kaltluftfront wurde die Tour von fünf auf vier Tage verkürzt. Von den angepeilten Gipfeln wurde der Petzeck (3283m) bestiegen.

Tag 1

Mit dem neuen, sehr geräumigen DAV-Bus war am Mittwoch früh um 6:00 Uhr Abfahrt Richtung Lienz und weiter zu unserem Parkplatz im Debanttal.

Um 13:15 Uhr ging es von dort hoch zur Wangenitzseehütte. Die Gehzeit betrug etwa 2Std. 40Min. Die Hütte befindet sich auf  2508m und ist sehr schön an zwei Seen gelegen. Besondere Vorkommnisse waren an diesem Tag noch nicht für uns vorgesehen! Auffällig war lediglich, dass ein Teilnehmer etwas andere Vorstellungen von optimaler Bekleidung im alpinen Bereich hatte, als alle anderen. Dies änderte sich auch an den folgenden Tagen nicht wesentlich, wie man beim genauen Betrachten der Bilder erkennen kann.

Zur Rucksackgröße dieses Teilnehmers ist anzumerken, dass manche Kinder am Schulwandertag einen Größeren dabei haben! Unglaublicherweise war aber alles drin, was für die Tour erforderlich war, sogar 400g Schokolade für alle waren darin versteckt.

Tag 2

Erstes Ziel an diesem Tag war der Petzeck, der mit seiner Höhe von 3283m gleichzeitig der höchste Berg der Schobergruppe ist. Start war um 7:00 Uhr. Den Gipfel erreichten wir gegen 9:50 Uhr und um 12:20 Uhr waren wir wieder zurück an der Wangenitzseehütte.

Den Abstieg konnten wirverkürzen, indem wir die Altschneefelder einfach auf dem Hosenboden hinunterrutschten. Leider hatte dies zur Folge, dass eine Wanderhose im weiteren Verlauf der Tour einen zusätzlichen Lüftungsschlitz am Hinterteil aufwies!

Zwei Teilnehmer hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf den Weg zur Adolf-Noßberger-Hütte gemacht.

Die anderen sieben Teilnehmer wanderten um  13:00 Uhr los in Richtung Adolf-Noßberger-Hütte. Es gab einen langen und einen kurzen Weg zur Auswahl. Der kurze Weg führte über ein größeres Schneefeld und eine Scharte. Der längere Weg wäre wohl etwas einfacher gewesen. Es wurde jedoch der kürzere Weg gewählt, schließlich wollten wirnicht zu spät an der Hütte ankommen.

Das Passieren des Altschneefelds war problemlos möglich, der Weg durch die Scharte hatte es aber in sich! Trotz Absicherung mit einem Drahtseil, war der Abstieg eine Herausforderung. Die Scharte ging am Ende gleich in ein steiles Altschneefeld über. Zum Glück hatten wir ein Seil dabei, um diese Stelle gefahrlos meistern zu können. Wie es hier wohl den beiden anderen ergangen ist? Um 16:30 Uhr erreichten wir die Adolf-Noßberger-Hütte und wurden dort schon sehnlichst erwartet! Einer der beiden Vorausgegangenen war unterhalb der Scharte gestürzt und hatte sich am Schienbein eine klaffende Wunde zugezogen! Da wir glücklicherweise einen Arzt dabei hatten, konnte die Wunde an Ort und Stelle (und ohne Narkose!) genäht werden. Die Tour wurde trotz Naht am Bein ohne weitere Einschränkungen zu Ende geführt. Mit dieser Aktion hatte sich allerdings in der Hütte herumgesprochen, dass wir einen Arzt dabei hatten. In der Folge musste eine Kontaktlinse, welche sich weit hinter das Auge geschoben hatte, eine Blase und eine Fingerwunde ärztlich begutachtet werden. Einer weiteren Karriere als Wanderdoktor wäre ab jetzt nichts mehr im Weg gestanden.

Tag 3

Um 7:30 Uhr ging es von der Adolf-Noßberger-Hütte los zur Elberfelder Hütte. Der Weg führte wieder über eine markante, aber gut abgesicherte Scharte. Um 13:10 Uhr erreichten wir die Elberfelder Hütte. Wir brauchten damit 1,5 Std. länger als ursprünglich geplant. Leider war es zeitlich nun nicht mehr möglich, den zweiten geplanten Dreitausender, das böse Weibele zu erklimmen. Der restliche Tag stand damit zur freien Verfügung und wurde von jedem auf seine Weise genutzt.

Zu erwähnen ist die sehr gastfreundliche Atmosphäre auf der Hütte, was vor allem an Hüttenwirt Herbert Mayerhofer gelegen hat. Wasser wurde umsonst gereicht und zum Frühstück gab es die Empfehlung, so viel zu essen wie man kann.

Tag 4

Aufgrund der schlechten Wetterprognose mussten wir auch an diesem Tag auf unser Gipfelerlebnis verzichten. Stattdessen starteten wir um 7:15 Uhr in Richtung Lienzer Hütte. Nach einer kurzen Rast an der Hütte, erreichten wir um 13:30 Uhr wieder unseren Parkplatz. Von dort fuhren wir direkt nach Ansbach ins Korfu und ließen dort unsere ereignisreiche und sehr schöne Wanderung ausklingen. Vielen Dank an Armin, der unsere Tour souverän geleitet hat und an Ron, der die Tour um so viele Facetten bereicherte, dass man noch eine halbe Seite mehr darüber schreiben könnte…