Datum:
16.09. – 20.09.2021
Autor: Philipp Kleinschnitz
Tour-Nr.:2021-T-23
Tag 1: Auf zur Tegernseer Hütte (1650m)
Nach einer entspannten Zugfahrt von Ansbach nach München mit einer überaus „freundlichen Zugbegleiterin“ und einer noch etwas entspannteren Fahrt nach Lenggries ging unser Abenteuer in den bayrischen Alpen vom Bahnhof Lenggries aus los. Zunächst mussten wir jedoch noch Jörg einsammeln und uns mit Proviant aus der örtlichen Bäckerei eindecken. Danach ging es ausgelassen in die erste Steigung des Tages, welche uns direkt in einem Zug zur Tegernseer Hütte führen sollte. Mit einer kleinen andächtigen Pause, in der uns eine kleine Kapelle Schutz vor dem vorüberziehenden Gewitter bot, ging es direkt zu den Roßstein-Almen unterhalb der Tegernseer Hütte.
Da wir ab hier die Räder stehen lassen mussten, um zu Fuß die letzten 100 Höhenmeter bis zur Hütte zu bewältigen, stärkten wir uns noch bei einheimischen Feierlichkeiten mit Kuchen und kühlem Radler.
An dieser Stelle nochmal einen besonderen Dank an Ron für das Übernehmen der nicht geplanten Rechnung. Nach dem letzten Aufstieg des Tages kamen wir an der sagenhaft gelegenen Tegernseer Hütte an, welche geradezu aberwitzig auf einem Bergkamm thront (Spitzname „Adlernest“).
Tag 2: Über Umwege zum Herzogstand… oder ins Bootshäuschen
Nach der ersten Nacht auf der Tegernsee-Hütte, in der wir aufgrund der Corona-Maßnahmen zum Teil etwas improvisieren mussten was die Bettdecken betraf, ging es frisch und munter weiter in Richtung des ersten schönen Trails.
Als wir uns schon fast auf eine sagenhafte Abfahrt freuten, mussten wir leider aufgrund eines etwas aufgebrachten Almbesitzers, den man sich wie eine bösartige Verkörperung von Heidis Großvater vorstellen kann, nach einem anderen Weg ins Tal umsehen.
Da sich der daraufhin eingeschlagene Wanderweg leider als felsige ausgespülte Rinne entpuppte, welche wir zum Großteil abschieben mussten, kamen wir mit einer kleinen Verzögerung bei Jörg im Tal an. Von dort ging es durch ein wunderschönes Flusstal weiter. Dort fanden wir eine sehr schöne Rastgelegenheit, bei der wir unsere Flaschen mit frischem Quellwasser füllen konnten. Unglücklicherweise mussten wir kurz danach herbe Verluste hinnehmen, als Ron aufgrund eines Hexenschusses von Jörg ins Tal begleitet werden musste.
Der ursprüngliche Plan, uns am Herzogstand am Abend wieder zu treffen, ging dann gleich von zwei Seiten nicht auf. Weder schafften es Ron und Jörg rechtzeitig zum letzten Lift auf den Herzogstand, noch schafften wir es, die letzten 600 Höhenmeter nach oben vor Einbruch der Dunkelheit anzugehen.
So standen wir in verschiedenen Dörfern nach einer Unterkunft suchend auf der Straße. Nachdem Jörg und Ron sich das letzte verbleibende Einzelzimmer in Kochel am See teilten, standen wir immer noch zu viert ohne Unterkunft in Urfeld am Walchensee. Als wir etwa eine Stunde praktisch alle komplett ausgebuchten Hotels der Region durchtelefoniert hatten, bot uns die freundliche Dame des „Hotels Karwendelblick“ ihr Bootshaus zur Übernachtung an, was uns den Tag (oder die Nacht) rettete und aus einer sehr misslichen Lage befreite.
Tag 3: Von Urfeld nach Leutasch
Nach der Übernachtung im Bootshaus in Urfeld ging es zunächst am Seeufer entlang und danach hinauf zur Hochkopfhütte (Jagdhaus von König Ludwig II.). Auf der Hütte angekommen, ergab sich auf der Terrasse die Möglichkeit für eine kleine Brotzeit. Dabei genossen wir das Panorama mit Weitblick auf das Wettersteingebirge. Gleich an der Hütte war der Einstieg zum Trail, ab dort folgten wir dem wunderschönen Altlacher Hochkopf Trail bergab bis ins Tal.
Von hier aus folgten wir dem Verlauf der Isar durch das Karwendel Vorgebirge. Kurz vor Mittenwald sind wir noch ein Stück Richtung Vereiner Alm hochgetreten, um einen letzten schönen Weg mitzunehmen für die Abfahrt. Unten angekommen war es jedem anzusehen, dass er den Singletrail genossen hat.
Nachdem wir uns in Mittenwald gestärkt und Proviant für den darauffolgenden Sonntag besorgt hatten, fuhren wir über die Landstraße die letzten Höhenmeter hinauf zu unserer Unterkunft im österreichischen Leutasch.
Tag 4: Von Leutasch zur Wettersteinhütte (1717m) mit Bike-Park-Einlage.
Am vierten Tag fuhren wir in der Ebene an der Leutascher Ache entlang bis zum Einstieg zum ersten Aufstieg. Über einen Trail, der sich linkerhand über das Tal hochschraubt – genannt „Kurbelhang“ 1301m – gelangten wir zu einem sagenhaften Ausblick über Leutasch. Von hier aus kamen wir auf einen sensationellen Singletrail mit einigen Spitzkehren, welche wir selbstverständlich alle gefahren sind 🙂 – wieder hinunter ins Tal.
Daraufhin machten wir uns auf zum örtlichen Bike-Park am Katzenkopf (1360m). Doch anders als die meisten Besucher hier nahmen wir nicht den Lift, sondern strampelten unseren Weg zur Bergstation des Lifts hinauf. Dort angekommen stärkten wir uns bei Kuchen und Cappuccino in der Katzenkopfhütte, bevor es an einen steilen Aufstieg mit einer etwa 20-minütigen Tragepassage zum Einstieg eines naturbelassenen, etwas ausgewaschenen Trails ging. Dieser führte uns wieder zurück zur Katzenkopfhütte. Diesmal folgten wir von hier dem Bike-Park-Trail hinab auf einer sehr spaßigen Abfahrt mit einigen schönen Sprüngen und Anliegern.
Zurück in Leutasch stärkten wir uns noch einmal, bevor es an den 600hm-Aufstieg zur Wettersteinhütte ging, wo wir mit einer tollen Aussicht auf den Berg „Hohe Munde“ den Tag ausklingen ließen.
Tag 5: Von der Wettersteinhütte zurück nach Mittenwald.
Am letzten Tag folgten wir am Morgen einem schönen Wanderweg von der Wettersteinhütte zurück ins romantische Gaistal. Dort angekommen fuhren wir auf einem abwechslungsreichen Höhenweg zurück an den Ortsbeginn von Leutasch. Von hier wagten wir uns auf dem Weg durch die Geisterklamm zurück nach Mittenwald, von wo aus wir mit der Bahn unseren Rückweg antraten.
Trotz einiger Strapazen, welche wir gar nicht anders gewollt hätten, war es eine sensationell schöne Tour mit vielen tollen Ausblicken, unglaublich flowigen sowie auch technisch anspruchsvollen Trails und einer super Crew, die mir immer in sehr guter Erinnerung bleiben wird.