28.09.2019 – 05.10.2019
Autorin: Hildegard Bruckdorfer-NietschFotos: Stephan Voss, Mario Nietsch
Tour-Nr.: 2019-T-29–
Wohl jeder kennt das Pustertal und vielleicht auch den Naturpark Puez-Geisler. Aber „Campilltal“ – nie gehört! – ein kleines stilles Seitental des Gadertales, welches vom Pustertal abzweigt, touristisch nicht überlaufen, so wie wir es lieben.
Am 28.09. starteten wir zu unserer Wanderwoche mit dem Ziel Longiarü / Campill / Seres mit der Unterkunft im Agritourismo „Lüch de Vanch“ (1528 m). Nachdem wir die ziemlich volle Brennerautobahn hinter uns hatten, kamen wir dort am Nachmittag an, bezogen unsere gut ausgestatteten Zimmer, und unternahmen noch eine kleine Erkundungswanderung zum Dorf, wo wir gleich unsere Trittsicherheit an den steilen Wiesen testen konnten. Das Dorf Seres liegt am Talende. Von dort gibt es zahlreiche Wandermöglichkeiten, z.B. zum nahe gelegenen Peitlerkofel, zur Schlüterhütte und …. Am Abend genossen wir nach der freundlichen Begrüßung der Wirtsfamilie das ausgezeichnete 4-Gänge-Menü.
29.09. Das Frühstück am Sonntag ließ dann ebenso keine Wünsche offen und gut gestärkt starteten wir zu unserer Wanderung über den historischen Mühlenweg über 800 hm auf einem abwechslungsreichen Weg zur Schlüterhütte (2297 m). Dort war an diesem schönen Sonntag ziemlich viel los, aber der Wirt konnte sich sogar an unseren früheren Aufenthalt erinnern. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging´s bei herrlichem Sonnenschein wieder zurück zur Unterkunft, wo uns am Abend noch ein Sektempfang erwartete und natürlich das vorzügliche ladinische Abendessen.
30.09. Das Ziel war an diesem sonnigen Tag die Heiligkreuzkirche, La Crusc (2045 m), unterhalb des Kreuzkofel, dessen eindrucksvolle Steilwand wir vor uns hatten. Diese Kirche ist ein altes Wallfahrtsziel und bietet den Wanderern auch Einkehr (mit leckerem Kaiserschmarrn) und wunderbare Ausblicke. Nach unserer Rückkehr erwartete uns Gegrilltes für jeden Geschmack und unsere lustige Runde mit Rot- (und Weiß-)wein.
01.10. Am Dienstag war unser Ziel der Zwölferkofel (2384 m), den man von unserer Unterkunft aus gegenüber dem Tal sehen konnte. Die Wanderung führte uns teils durch schöne Waldwege, teils auf Schotterwegen ca. 300 hm aufwärts. Nach einer Rast mit Blick auf die Antersasc Alm teilte sich die Gruppe und ein Teil bestieg noch ca. 300 hm den Gipfel (endlich!) des Zwölferkofel, während die verbliebene Gruppe (mit Maylo, der keine Lust auf Gipfel hatte) schon den Abstieg vornahm. Wer wollte, konnte dann noch nach der Rückkehr in der Sauna relaxen.
02.10. Der heutige Regentag lud zum Entspannen ein. Ein Teil der Gruppe unternahm einen Ausflug nach Bruneck, um die Stadt anzuschauen bzw. einige Mitbringsel (z.B. neue Wanderschuhe) zu kaufen. Der andere Teil startete, nachdem der Regen am Nachmittag aufgehört hatte, zu einer Wanderung hinauf zum Joeljoch (1725 m) mitten in Lärchenwiesen mit Blick zum Kreuzkofel und San Vigilio. Der Nachmittag wurde dann doch noch recht schön, so dass einige noch einen Spaziergang ins Dorf Campill unternahmen und sich alle dann auf das leckere Abendessen freuten. Vorher war auch noch Zeit für einen Saunagang.
03.10. An diesem wunderschönen Morgen mit tiefblauem Himmel und frischem Nordwind war unser Ziel der Kolfuschger Höhenweg vom Edelweißtal zum Grödner Joch. Bei maximal +6 Grad und herrlichem Sonnenschein parkten wir die Autos in Kolfuschg (Colfosco) und wanderten auf der Sonnenseite unterhalb des Sassongher-Massivs Richtung Edelweißhütte mit grandiosem Blick Richtung Sella und Plattkofel. Am Nachmittag erreichten wir das Grödnerjoch, ein beliebtes Ausflugsziel für Autofahrer, Motorradfahrer und Biker (2065 m). Der Abstieg verlief dann auf der Schattenseite, während die umliegenden Felswände sich schon rosa färbten und ein eindrucksvolles Panorama darboten. Nach dieser längeren Tour freuten wir uns schon auf – was wohl?
04.10. Leider schon der letzte Wandertag! Und noch so viele Gipfel warten auf uns – z.B. unser Hausberg, der Peitlerkofel! Aber wir starteten nach kurzer Fahrt bis Wengen (La Val) zu einer sehr schönen Wanderung zunächst zur Kirche St. Barbara (sehenswert!) oberhalb von Wengen mit herrlichem Rundblick, weiter aufwärts zu den bekannten Ritwiesen. Unterwegs hatten wir die Möglichkeit, einen kleinen Gipfel zu besteigen und den tollen Ausblick auf entfernte verschneite 3-Tausender zu genießen. Dann führte der Weg zur Crusc di Rit-Hütte, eine moderne sehr schöne Einkehrmöglichkeit mit vorzüglichem Essen. Der höchste Punkt war dann der Crusc di Rit (2027 m). Von da ging’s dann teils auf Schotterstraßen wieder dem Ausgangspunkt Wengen zu.
05.10. Leider war diese herrliche Woche der wunderschönen Panoramawanderungen (und „versäumter“, aber von einigen nicht vermisster Gipfel) schon wieder zu Ende und nach dem Frühstück traten wir die lange Heimreise an. Gerne kommen wir wieder hierher in diese sehr schöne Unterkunft zu den gastfreundlichen Wirtsleuten Fam. Clara, um noch die vielen ausstehenden möglichen Wanderungen und Gipfelbesteigungen zu unternehmen. Vielen Dank an Christine und Harald für die gelungene Wanderwoche, die tolle Organisation und Planung, und dass ihr immer so tolle Unterkünfte findet. Gerne sind wir wieder dabei! Die Teilnehmer: Martin, Jörg, Matthias, Heidi, Hildegard, Mario, Agnes, Rainer, Walter, Stephan, Volker