Datum:20.09. – 22.09.2019
Autorin: Elke BauerFotos: Matthias Lörler, Roland Bräunling
Tour-Nr.:2019-T-26
Am schönsten ist eine Wanderung, . . . wenn die Wetterprognose für das Wochenende Sonnenschein ansagt. Damit kann die Schlechtwetter-ausrüstung abgespeckt werden. Unsere Wanderung begann am Freitag früh um 7.30 Uhr mit der Fahrt nach Lech in 4,5 Stunden. Das Parkhaus Anger nahm unsere Autos für drei Tage auf.
Hinauf zum traumhaft gelegenen Formarinsee Die erste Etappe führte am Flusslauf des Lechs hoch zum Formarinsee und zur Freiburger Hütte (1931 m). Die erste Wegstrecke war ein gemütlicher Wanderweg entlang des türkisgrün schimmernden Lechs, der kurz vor der Freiburger Hütte in einem Schotterfeld verschwand, ohne dass eine deutliche Quelle sichtbar war. Am Ende, als man die Freiburger Hütte schon sehen konnte, verwandelte sich der Weg doch noch zu einem alpinen Bergpfad. Wir erlebten dies als einen Vorgeschmack für den nächsten Tag. Die Freiburger Hütte wird von jungen Leuten geführt, die alles im Griff haben. Wir wurden köstlich versorgt mit Essen und Trinken und einem angenehmen Schlafplatz. Neu war, dass wir Kurtaxe bezahlen mussten.
Übers Steinerne Meer zum Spullersee und auf den Spullerschafberg Am nächsten Morgen strahlte uns schon fast die Sonne entgegen; aber das überaus reichliche Frühstücksbuffet verzögerte das Starten. Wir sahen aber dem Tag freudig entgegen. Für den heutigen Samstag hieß es 700 m Aufstieg und 700 m Abstieg bis zur Ravensburger Hütte. Das bedeutete, eine Tablette Magnesium mehr einwerfen, denn der Höhepunkt des Tages sollte nicht die Ravensburger Hütte (1947 m) bleiben, sondern von dort aus die Besteigung des Spuller Schafberges mit 2679 m. Der Weg führte uns über das Steinerne Meer und den Gehrengrat wieder hinunter zum Spullersee. Je näher das Ziel Ravensburger Hütte rückte, desto stärker spürten wir die bereits gelaufenen Höhenmeter in den Knochen. Deshalb war wohl für die meisten nach einem Aufstieg bis zu einem sonnigen Platz auf halber Höhe die Anziehungskraft der wirklich schönen Ravensburger Hütte größer. Da waren es nur noch drei, die sich nach oben schoben. Der Aufstieg über Wiesengelände veränderte sich bald immer mehr zu Wegen aus Steinen. Wirklich oben gab es nur noch Steine und ich frage mich, wie der Berg zu seinem Namen kam, denn jedes Schaf würde oben auf dem Schafberg verhungern. Die Aussicht war grandios. Wir konnten über die Lechtaler Alpen, den Bregenzer Wald, Rätikon und Verwall schauen und die Seen leuchteten in ihrem typischen Türkisgrün. Der Abstieg war knochenhart und wir freuten uns auf das Essen am Abend und genossen letztendlich die Ravensburger Hütte, die uns sogar mit Warmwasser überraschte.
Freistehende Tür und Briefkasten inmitten vieler Tiere Nach ausgiebigem Frühstück starteten wir die dritte Etappe unserer Tour. Langsam nahmen die Spuren der Zivilisation wieder zu. Sesselbahnen im Sommerschlaf, eine freistehende Tür, deren Sinn sich uns nicht erschloss, dazu ein Briefkasten mitten in der Landschaft gaben uns Rätsel auf (Kunst am Berg?). Aber wir begegneten auch zwei Bergsalamandern, Kröte und Frosch, vielen Murmeltieren und noch mehr Kühen auf der Weide. So stiegen wir ab nach Lech und rundeten unsere Tour mit Kaffee und Kuchen ab, bevor wir danach die Heimreise antraten. Roland, unser Wanderleiter sorgte dafür, dass unsere Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde und sich die Freude am Wandern nur steigern kann.