Datum:31.05. – 02.06.2019
Autor: SteffenFotos: –
Tour-Nr.:2019-K-10
Am Wochenende vom 31.05. zum 02.06. fand der DAV-Kletterkurs „von der Halle an den Fels“, geleitet von Karin Steinert, statt.Im Sinne der Ökologie reisten wir in einer Fahrgemeinschaft zum Treffpunkt in der Fränkischen Schweiz an. Beladen mit Camping-ausrüstung und Kletterequipment trafen wir an den Haselstaudener Wänden ein. Einige Teilnehmer mussten leider wegenKrankheit absagen, somit waren wir fünf kletterbegeisterte Bergfreunde.Am Freitag ging es erst einmal um die Grundlagen des Kletterns am Felsen – Karin wollte sehen wie wir klettern und was wir uns zutrauen. Einige von uns hatten kurz zuvor erst den Kletterschein Indoor gemacht und tasteten sich im Nachstieg, unter gekonnter Anleitung von unserer Karin, an das Klettermedium Fels. Als hier Vertrautheit und Sicherheit zu spüren war, ging es dann in den Vorstieg der bekannten Routen über. Alle Teilnehmer meisterten die Routen gekonnt und sammelten so Selbstvertrauen für die Aufgaben der nächsten Tage. Nach viel Schweiß, Selbstüberwindung und Kletterei ging ein schöner erster Tag mit einem gemeinsamen Essen am Zeltplatz zu Ende – die echten Aufgaben sollten in den kommenden Tagen folgen.
Nach einer kurzen, leider etwas unruhigen Nacht ging es Samstag früh dann an den Zehnerstein. Die Kursteilnehmer sollten sich hier selbst eine Route aussuchen, die Route beurteilen und die entsprechende Anzahl an Expressen und Sicherungsmaterial für die Kletterei mitnehmen. Eine vermeintlich einfache 4+ erwies sich als zäher Brocken, da der Fels ziemlich speckig war. Eine 6+, die zwei andere Kursteilnehmer ins Auge gefasst hatten, lud zu Beginn mit netten Griffen ein, wurde aber im Verlauf ihrer Bewertung gerecht. (Heiderzackn wurden die Unterarme da dicht)Nachdem durch den Klettereinstieg nun alle wach und konzentriert waren, ging es an die erste Lektion: Umbauen zum Ablassen. Karin erklärte uns die Schritte haargenau und ging sicher, dass jeder Kursteilnehmer verstanden hat welche Schritte nötig sind und warum wir das Ganze überhaupt machen – beim Klettern geht es, wie im Bergsport allgemein, immer um Respekt vor anderen und den Erhalt unserer Natur. Bei der Trockenübung am Baum waren alle dann hochkonzentriert, um die Schritte nachzumachen und zu verinnerlichen – am Felsen ist man beim Umbau alleine, da muss alles sitzen!Gestärkt durch eine kurze Mittagspause machten wir uns dann wieder auf zu den gewohnten Gefilden an den Haselstaudener Wänden.Hier wollten wir das Umbauen zum Ablassen in der Praxis umsetzen. Doch zuerst bekamen wir hier einige Theorieaufgaben – jeder Teilnehmer sollte zu einem bestimmten Thema kurz referieren, um den anderen Kursteilnehmern die wichtigsten ökologischen Grundlagen und wirtschaftlichen Aspekte am Felsen näher zu bringen. Nach erneuter Trockenübung am Baum ging es dann für die ersten zwei Teilnehmer an den Felsen: Durchatmen – die zwei Expressen einhängen – Redundanz aufbauen – ausbinden – Seil durch den Umlenker fädeln – neu einbinden – Redundanz lösen – „ZU!“ – sind meine Expressen locker, ist mein Seil auf Spannung? – alles sieht gut aus, nochmals durchatmen – „UND AB!“ – erfolgreich wurde man von seinem Kletterpartner zu Boden gelassen und ein Gefühl von Stolz machte sich unter den Teilnehmern breit.Beim Abendessen wurden dann die Theoriethemen in angeregter Diskussionsrunde abgearbeitet. Ein heißer, ereignisreicher und informativer Tag 2 ging zu Ende und alle freuten sich über eine Dusche und ein paar Stunden erholsamen Schlaf.
Tag 3 begann wie Tag 2 mit einer etwas unruhigen Nacht, aber alle hatten eine ehrfürchtige Vorfreude auf Lektion 2 und konnten somit sowieso kaum schlafen: Umbauen zum Abseilen. Diese Art des Ablassens wird dann genutzt, wenn es keinen nutzbaren Umlenker gibt, oder dieser eine Gefahr für das Seil darstellt (scharfe Kanten). Da man hier vollkommen auf sich allein gestellt ist und sich selbst ablassen muss, hatten die Teilnehmer großen Respekt vor der Aufgabe und gingen auch hier beim Üben entsprechend konzentriert vor. Karin erklärte auch hier detailliert den Einsatz von Tube, Prusik und auf was zu achten ist. Alle verinnerlichten Karins Anweisungen und Tipps und waren bereit für die Prüfung am Signalstein. Während man sich anfangs selbst noch zentimeterweise abgelassen hat, gewann man im Verlauf immer mehr Vertrauen und konnte sich am Ende ziemlich sportlich selbst ablassen.Die Prüfung meisterten dann alle Teilnehmer erfolgreich. Hier und da gab es noch Verbesserungspotential, aber im Großen und Ganzen wurden die Kursinhalte durch die Teilnehmer hervorragend umgesetzt. Karin überreichte den Teilnehmern den Kletterschein „Outdoor“ und wünschte allen eine gesunde und spannende Zeit am Felsen.Ein riesiges Dankeschön an Karin für die großartigen Lektionen und die Anleitung beim Klettern. Alle Teilnehmer haben sehr viel mitgenommen und fühlen sich gut für die ersten eigenen Abenteuer „draußen“ vorbereitet.