Datum:06.07. – 12.07.2019
Autor: Matthias/Florian
Tour-Nr.:2019-T-16
1: Anreise & Kronplatz Unsere gemeinsame Tour startete am Samstag, 06.07.2019 um 06:30 Uhr wie üblich bei den Tennishallen in Ansbach. Nach kurzer Begrüßung und Verladen der Bikes ging es also los in Richtung Bruneck, genauer zur Seilbahn „Kronplatz“. Nach schier endlosen sieben Stunden Autofahrt und einigen Stopps sowie einer kleinen Stärkung an der Talstation konnten wir beginnen! Es ging für uns per Seilbahn auf die Spitze des Kronplatzes (2275m). Hier angekommen wartete auch direkt die erste trailige Abfahrt auf uns – welch ein Spaß! Noch im Flow der ersten gesammelten Tiefenmeter auf dieser Tour rollten wir nach St. Vigil zur Seilbahn, die uns zur Pension für die erste Übernachtung bringen sollte. Wir konnten hier nochmal eine ausgiebige Trailabfahrt nutzen, um anschließend wieder ein Stück zu unserer Unterkunft „La Para“ hochzutreten. Dort angekommen gingen wir noch kurz die Planung für die nächsten Tage durch, um den ersten Abend dann gemütlich ausklingen zu lassen.
Tag 2: St. Vigil nach Sankt Ulrich und Suicide no Lenker (Notunterkunft benötigt wegen übersehener Seilbahn…) Nach ausgiebigem und leckerem Frühstück konnten wir voller Tatendrang unseren ersten kompletten Tag beginnen. Als Kickstart gab´s direkt eine ca. zwei km lange Trailabfahrt, so hätte es weitergehen können! Naja – war wohl nix, nach kurzer Riegelpause ging es ab auf die Berge. Ca. 600hm hieß es zu bewältigen, aber da wir alle noch frisch in den Beinen waren – natürlich kein Problem! Leider sollte uns bei der Abfahrt der Regen einen Strich durch die Rechnung machen, aber Augen zu und durch! Unser Ziel an diesem Tag war die Regensburger Hütte, welche wir von St. Ulrich aus per Liftunterstützung erreichen wollten. Wie gesagt: „wollten“. Nach verwunderten Blicken der Hüttenwirte „Wie wollt Ihr denn DA hinkommen?“ blieb unser Vertrauen jedoch noch erhalten. Erst später mussten wir leider feststellen, dass wir eine andere Seilbahn übersehen hatten, die noch nötig gewesen wäre um zu unserer geplanten Hütte zu gelangen. Da bereits alle Lifte geschlossen hatten und hochtreten zu lange gedauert hätte, musste eine „Notunterkunft“ her. Also hieß es: abfahren nach Sankt Ulrich und eine Bleibe suchen. Diese war relativ schnell gefunden, also noch kurz die Bikes verstauen und ab zum örtlichen Italiener des Vertrauens!
Tag 3: Sankt Ulrich bis Bindelweg (Übernachtung im Rifugio di „genervter Hüttenwirt“) Am Tag 3 unserer Tour standen etliche Höhenmeter auf dem Plan: Über Wolkenstein, Kurfar und Arabba wollten wir den Bindelweg und damit unsere Unterkunft erreichen. Trotz vieler Kilometer konnten wir am Grödner Joch über eine kurze Liftauffahrt einen kleinen Trailanteil einbauen, bevor es weiterging bis Arabba. Hier konnten wir wählen: entweder ca. 1000hm hochkurbeln oder den Lift nehmen. Diejenigen, die sich fürs Kurbeln entschieden hatten, starteten nach kurzer Espressopause erstmal auf der Straße in Richtung Pordoijoch. Der Abzweig auf den Schotterweg war leicht zu übersehen… besser wir hätten ihn übersehen! Die Hälfte der Höhenmeter schien hier auf das letzte Viertel der Strecke aufgeteilt zu sein – kurz: Es war verdammt steil und schotterig! Oben angekommen waren alle Strapazen vergessen, der Blick auf den Lago di Fedaia war unglaublich. Die letzten Kilometer konnten wir also bei traumhafter Aussicht auf den Bindelweg genießen, bevor wir in unserer Bleibe „Rifugio Viel Dal Pan“ einrollten (die wohl besser Rifugio di „genervter Wirt“ geheißen hätte).
Tag 4: Bindelweg zur Plattkofelhütte…oder -alm? (Verhängnisvolle Verwechslung einer Unterkunft) Besser kann ein Tag wohl kaum beginnen: Nach Frühstück und Tourenbesprechung starteten wir bei schönster Aussicht wieder auf den Bindelweg! Begleitet von Murmeltierschreien kamen wir schließlich nach einer längeren Schiebe-/Tragepassage im Tal an, natürlich nur um dann direkt wieder hoch auf den Passo Fedaia zu kurbeln. Dort angekommen wurden erstmal die Kohlenhydratspeicher mit leckerer Steinofenpizza wieder gefüllt. Frisch gestärkt konnten wir also weiter – zumindest kurzfristig. Die erste Panne unserer Tour hatte wirklich lange auf sich warten lassen, deswegen jetzt gleich zwei! Ein „Snakebite“ bei Michael und direkt dazu ein Loch im Mantel von Ralf. Ein neuer Schlauch hier, Salami Flick dort und weiter ging die wilde Fahrt. Unser Weg führte uns über Canazei zum Campitello di Fassa, wo wir per Lift noch eine Extrarunde über eine trailige Abfahrt drehen konnten. Zurück in Canazei nahmen wir nochmal den Lift, der uns energiesparend (zumindest für unsere Beine) wieder auf den Valle di Fassa Gebirgszug hochschraubte. Von hier an rollten wir über einen schmalen Höhenweg am Berg entlang in Richtung unserer neuen Unterkunft. Von weitem konnten wir diese schon sehen…dachten wir! Voller Freude erreichten wir also die PlattkofelALM! Die Freude sollte aber von kurzer Dauer sein – Lukas kam mit einem etwas ungläubigen „Sind wir hier richtig?“ zur Tür rein, leider waren wir nicht richtig. Mist, die PlattkofelHÜTTE liegt nochmal 100hm weiter oben. Also runter mit dem alkoholfreien Weizen und wieder in den Sattel, Schlusssprint für die letzten Kilometer, auf zu Abendessen und Dusche!
Tag 5: Plattkofel zur Juac Hütte (Steil himmelwärts für ein atemberaubendes Panorama) Mit der Morgensonne im Rücken schlängelten wir uns durch die ersten mit Kuhfladen gespickten Trailmeter des letzten Tages rund um den Plattkofel, vorbei am Langkofel bis zu unserem bislang längsten Anstieg dieser Tour. Den hat sich Lukas nämlich für den Schluss aufgehoben: Dem Himmel entgegen ging´s über Teer- und Schotterpassagen nur noch in eine Richtung – steil bergauf! Mit der Kraft der letzten Körner vom Frühstück kamen wir knapp unterhalb der Bergstation auf der „Baita Saslonch“ Hütte an, um uns eine kurze Stärkung und Erholung zu gönnen. Frisch und munter nahmen wir also die letzten Höhenmeter in Angriff, nur um diese hinterher in einem spaßig angelegten Naturtrail wieder zu vernichten! Durchgeschüttelt und mit qualmenden Bremsen rollten wir am Ende des Trails wieder in Wolkenstein ein, um weiter nach Sankt Ulrich zu fahren. Von dort aus ging es per Seilbahn das letzte Mal für diesen Bikeurlaub bergauf, auf die Seceda. Der Trail von hier bis zu unserer letzten Unterkunft, der Juac Hütte, war nochmal ein echtes Highlight! Er schlängelte sich durch Felsbrocken und Wiesen immer an der Bergkante entlang und bot ein atemberaubendes Panorama. Auf der Hütte angekommen, konnten wir den letzten Abend nochmal bei Bier, Wein und gutem Essen ausklingen lassen. Abschließend wie immer ein großer Dank an Lukas, der diese Tour wieder mal super geplant und organisiert hat! Gesamthöhenmeter: ca.7250 Hm / Gesamtkilometer: ca. 280 KM / Datum: Teilnehmer: Benny, Boris, Marcella, Werner, Ralph, Michael, Florian, Matthias FÜL: Lukas Kulma