Berggenuss: Karnischer Höhenweg – Friedensweg entlang der Grenze zwischen Österreich und Italien

03.09.2019 – 08.09.2019

Autor: Diana Petruch
Autor: Matthias Kohlberger

Tour-Nr.: 2019-T-19

Am Dienstag, 3. September trafen wir (13 Teilnehmer) uns um 5 Uhr in Heilsbronn mit den Tourenleitern Christine und Harald Groß zur Begehung des karnischen Höhenwegs. Dort teilten wir uns auf zwei Busse auf und fuhren los. An der Raststätte Irschenberg gab es dann eine kleine Frühstückspause. Die Fahrt verlief sehr gut, war allerdings sehr lang. Das Ziel, das Örtchen Kötschach-Mauthen in Kärnten, ist einfach weit weg. In Kötschach-Mauthen wurden wir von einem Bergtaxi abgeholt und zu unserem Ausgangspunkt in Obervierschach gebracht. Von dort ging es mit der Helm Bergbahn nach oben zur Bergstation auf 2041 m. Dann konnten wir endlich loswandern. Das Dolomiten-Panorama, das sich auftat, war einmalig. Wir wanderten auf dem aussichtsreichen Höhenweg Via Alpina und hatten einen perfekten Blick auf die berühmten 3 Zinnen der Dolomiten. Leicht ansteigend ging es bis zu unserem ersten Ziel, die Sillianer Hütte, die auf 2447 m liegt. Am zweiten Tag ging es bis zur Obstanserseehütte.

Um 8:30 Uhr haben wir uns vor der Hütte versammelt und um kurz vor 9 ging es los. Der Weg ging in großartigem Panorama über Obermahdsattel, Hollbrucker Spitze, Demutspitze, Schöntalhöhe und Eisenrreich (2665 m).

Nach 2 Stunden gab es die erste Pause auf einem kleinen Gipfel (Hornisch Eck 2552 m). Mittags haben wir auf einem Plateau zwischen mehreren Bergrücken Rast gemacht, mit Blick auf den nächsten zu überschreitenden Gipfel Eisenreich. Da der Wind oben auf dem Grat immer aktiv war, haben wir uns in einer kleinen Mulde niedergelassen. Rechts und links davon ging es jeweils steil runter. Es wurden die sanitären Anlagen für Männer und Frauen definiert. Wir genossen die Aussicht und unsere mitgebrachte Brotzeit. Gegen Ende der Pause machte sich Volker auf zur Toilette. Während er seelenruhig seine Notdurft verrichtete, hat sein Rucksack beschlossen die Welt zu erkunden und sich selbständig gemacht. Wir konnten noch sehen, wie der Rucksack die ersten Salti machte, um dann immer schneller den Berg herunterzufallen. Alle saßen wir zu weit weg um den Rucksack noch zu erwischen. Die Felsen waren an der Stelle sehr zerklüftet und wir konnten nicht erkennen, wo der Rucksack hingefallen ist, ob er hängengeblieben ist oder komplett nach unten gefallen ist. Einer unserer Tourenleiter (Harald) und Gerhard machten sich jeweils von unterschiedlicher Seite auf den Weg, der eigentlich keiner war, nach unten, um den Rucksack zu suchen. Oben wurden viele kreative Vorschläge zur Rettung gemacht, angefangen von Drohne schicken bis zum zweiten Rucksack hinterherzuschmeißen, um zu sehen, wo der Rucksack genau hingefallen ist. Nach ca. 45 Minuten kehrten die Rucksacksucher zurück – mit Volkers Rucksack! Die Erleichterung war groß, denn trotz Sprüche und kleine Witzchen machten sich alle Sorgen, wie es weiter gehen würde, falls der Rucksack nicht auffindbar wäre. Nach dieser unfreiwillig verlängerten Mittagspause setzten wir unsere Wanderung fort. Ein Glück, dass das Wetter so gut war. Der Rest des Tages verlief ohne weitere Zwischenfälle. An unserem Tagesziel, der Obstanserseehütte, lag ein schöner See, wie der Name der Hütte schon versprochen hat. Wir kamen wieder rechtzeitig an, um auf der Terrasse in der Sonne Bier, Radler und Säfte zu genießen. Einige von uns haben anschließend die Chance genutzt, gratis zu baden, andere haben sich eine kleine Kneipp-Kur gegönnt. Am dritten Tag ging es von der Obstanserseehütte zur Porzehütte. Morgens machten wir uns zuerst auf den Weg zur Pfannspitze hoch, weiter führte der Karnische Höhenweg entlang mehrerer Grate, die alle sehr beeindruckend waren und ein atemberaubendes Panorama bot. Wenn die Zeit gestimmt hat und wir uns für eines der schönen Plätzchen zwischen den Bergrücken entschieden haben, ließen wir uns für die Mittagspause nieder.

Auf der Porzehütte angekommen, haben wir noch ein paar Stunden Sonnenschein auf der Terrasse genießen können. Auf der vierten Etappe verlief unser Weg von der Porzehütte zum Hochweißsteinhaus. Diese Etappe wird einigen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. Wir brachen um 8 Uhr auf, denn wir wussten, es wird ein langer Tag werden. Außerdem waren die Wetteraussichten nicht so gut. Es war sehr neblig als wir losliefen. Es hieß, der Nebel würde sich auflösen, nur stellte sich dies als Irrtum aus. Vielmehr liefen wir den ganzen Tag in der Wolke herum und haben nichts gesehen. Dementsprechend wurden wir mit der Zeit sehr nass. Da wir alle dachten, der Nebel wird sich verziehen, zogen wir auch keine Regenhosen an. Als wir sie endlich angezogen haben, waren manche so nass, dass es sich nicht mehr gelohnt hat und sie es gelassen haben. Wir haben kaum Pausen gemacht, denn der Wind wehte auch entsprechend, sodass es sehr ungemütlich war stehen zu bleiben. Die Mittagspause fiel sehr kurz aus, wir wollten nur noch die Hütte erreichen. (Diese weigerte sich aber noch für viele weitere Stunden standhaft sich zu zeigen). Wir wussten, dass diese Etappe die längste sein würde und so gingen wir immer weiter. Die Kletterstellen haben alle gut gemeistert, nur mussten wir wegen der Nässe und dadurch bedingten Rutschgefahr sehr vorsichtig sein. Dementsprechend hat es etwas mehr Zeit gekostet. Nach knapp 12 Stunden erreichten wir endlich die Hütte. Kurz vor Erreichen der Hütte gab es letzte Hindernisse zu überwinden. Auf dem Waldpfad lagen „dicke“ Kühe, die sich nicht von der Stelle bewegten. Wir mussten dann im Gestrüpp einen Umweg um sie herumlaufen. Es stellte sich am nächsten Tag heraus, dass die meisten dieser Kühe trächtig waren. Plötzlich tauchte die Hütte einfach auf. Angekündigt hat sie sich durch ein paar Lichter in der Dämmerung. Alle waren nass und etwas erschöpft von der langen Tagestour. Kaum waren wir in der Hütte drin, wurde es auch schon dunkel. Auf der Hütte durften wir feststellen, dass wir nicht die einzigen nassen Übernachtungsgäste waren. Der kleine Trockenraum war übervoll mit nassen Schuhen und Klamotten. Nach der Lagebesprechung am Morgen des fünften Tages entschied sich die Hälfte unserer Gruppe wegen Knieproblemen und den trüben Wetteraussichten (Schneeregen und Nebel), vorzeitig abzusteigen. Da wir zwei Busse hatten, ließ sich dies technisch realisieren. Die unverdrossenen (glorreichen?) Sieben machten sich auf zur Wolayersee-Hütte, dem nächsten Etappenziel. Nach einem kurzen Anstieg ging es erst einmal wieder ins Tal. Wider Erwarten hielt das Wetter und wir konnten ein großartiges Panorama genießen. Nach Erreichen des Giramondo-Passes begann es dann doch zu regnen – zumindest aber hatte wir nicht so eine Suppe wie am vierten Tag. So erreichten wir in der veranschlagten Gehzeit die Hütte. Das verdiente Abendessen konnten wir dann im neu angebauten Speisesaal mit phantastischem Panoramablick auf den Wolayersee und die Hohe Warte genießen.

Am sechsten und letzten Tag stand der Aufsteig zum Valentintörl an, bevor es dann nach trockenem Beginn bei leichtem Regen hinunter bis zur unteren Valentinalm ging, wo uns dank hervorragenden Timings auch sogleich der Taxishuttle erwartete, um uns wieder zu unserem Bus zu bringen. Beim gemütlichen Abschlussessen mit Kaiserschmarrn im Gasthof Grünwald konnte uns dann auch der mittlerweile anhaltende Schnürlregen nicht mehr die gute Laune verderben.

Danke an Christine und Harald für die gelungene, abwechslungsreiche Tour!