Datum:28.06.2015 – 01.07.2015
Autor: Elke Bürkel und alle Teilnehmer/innen
Tour-Nr.:2015-01-34
Infos zur Tour:
Stützpunkt: Hermann-von-Barth-Hütte in den Allgäuer Alpen
TeilnehmerInnen: Christine und Julia Kurz, Melanie Pfabe, Dorothea Schindler, Franz-Xaver Röck, Klemens Heumann
Tourleiter: Peter Jörg und Elke Bürkel
Sonntag: Anfahrt nach Elbingenalb; 1000hm Aufstieg zur Hermann-von-Barth Hütte; Lager beziehen, Wiederholung und Üben der Technik des Standplatzbaus und Klettern von Zweiseillängenrouten an den Valugablick-Baseclimbs; weitere Übungen im Boulderraum der Hütte.
Montag: Klettern in vier Seilschaften an zwei verschiedenen, nebeneinander liegenden alpinen Routen an der Ostwand der Wolfebenerspitzen bis zum Ausstieg am Wolfebner Sattel:Peter mit Klemens und Franz-Xaver mit Dorothea an „Erwin“, 8 Seillängen 4- (eine Stelle), meist 2 und 3Elke mit Melanie und Christine mit Julia an „Mina“, 8 Seillängen, 3+ (mehrere Stellen), meist 2 und 3Abseilen über die Abseilpiste zum Einstieg; kurze Wanderung zurück zur Hütte.Das Musikprojekt „Vuimera“ spielt zum Sonnenuntergang auf dem Meditationsplatz vor der Hütte.
Dienstag: Klettern in gleicher Besetzung, wie am Vortag an der Ostwand der Wolfebenerspitzen bis zum Sattel:Peter mit Klemens und Franz-Xaver mit Dorothea an „Bluatschink“, 10 Seillängen, 4+ (eine Stelle), meist 2 und 3Elke mit Melanie und Christine mit Julia an „Alexandra“, 4 Seillängen 5-/5/3/5+ (war im Topo ganz anders beschrieben!), dann weiter auf „Bluatschink“ in den oberen 4 Seillängen. Abstieg über den Wanderweg ins Wolfebnerkar.
Mittwoch: Aufstieg zum Wolfebner Sattel; von dort in den bekannten Seilschaften an der „Südostkante“, 3 Seillängen, 3+, immer herrlich luftig an der Kante entlang und weiter auf dem ausgesetzten Grat und kurzem Abseil (zur Scharte) bis zum Gipfel der Wolfebnerspitzen (2432m); Abstieg mit Fixseilbau zum Sattel, dann zurück auf dem Wanderweg zur Hütte;Packen, Abstieg zum Parkplatz und Heimfahrt.
Damit man nach diesen trockenen Daten einen erweiterten Eindruck von dieser wunderbaren Alpinklettertour bekommt, folgen nun sehr subjektive und augenzwinkernde Eindrücke der TeilnehmerInnen:
Franz-Xaver:
Alpinklettern in den Allgäuer Alpen, Wolfebnerspitzen, schon was Neues für uns Frankenalbeinseillängenkletterer. Es waren vier Tage mit Traumwetter, die schön gelegene, gemütliche Hermann-von-Barth Hütte, ein zünftiger Hüttenwirt, gutes Essen mit Nachschlag, ein herrlicher Blick auf die Lechtaler von der Sonnenterrasse.
Und dann das Klettern: Erst mal die richtige Route finden, alpine Sicherungstechnik, Standplätze bauen, Orientierung in der Wand, viel Luft nach unten und viele Steine von oben, schweißtreibendes Klettern in Bergstiefeln, eine ziemlich luftige Himmelsleiter zum Gipfel, schöne Abseilstrecken – toll!Und Abende mit Alpenleuchten, besinnlicher Musik von den Allgäuern „Vuimera“ draußen zum Sonnenuntergang (Zitterklänge auf 2130m Höhe!), Vollmondnächte und Schafe zum umdrehen…das war`s – schön war`s.
Peter:
Mein erster Kurs mit 62,5 % Frauenquote gab Anlass, einen neuen Dreisatz aufzustellen:
Zunehmender Schwierigkeitsgrad multipliziert mit steigenden Höhenmetern reduziert das Geschnatter meiner Teilnehmerinnen!
…wenn einst Skelette in den Wänden unserer schönen Bergwelt entdeckt werden, waren das wohl zurückgelassene Hühner? Die Wahrheit liegt nahe!
Mela:
Klettern selbst war mir bis jetzt ja bekannt. Aber mit so viel Luft unterm Hintern ist das natürlich ne andere Hausnummer. Und wenn sich dann der Topo als fehlerhaft zeigt und aus ner 4- ne vermutliche 5+ wird, ist einfach alles anders!!!
Für meine Mitkletterer klang das an dieser Stelle wohl, als ob ich mein drittes Kind bekommen hätte…mit Peter als Hebamme!
Klemens:
Das prognostizierte Wetter war vielversprechend und auch in der Tat traumhaft.
Peter und Elke haben ganz spannende Routen herausgesucht.
Dorothea war der verkannte Star im Klettergebiet. Sie kletterte zwar nicht im Vorstieg, aber sie kletterte im Nachstieg mit 20 Kilo im Rucksack. Bei jedem Blick nach oben stieß ihr Helm an das vollgepackte Rucksackdach. Eine Tortur vor dem Herrn über 3 Tage. Das unglaubliche an Dorotheas Aufstiegen war, dass sie mit ihren ca. 25 Jahre alten Gummistiefeln, ähm Wanderschuhen unterwegs war und damit die schwierigsten IV-Kletterpassagen meisterte.
Julia:
An diesen netten Junitagen war ich nur dabei, damit meine Mama eine Kletterpartnerin hatte und ihren Spaß haben konnte. Zum Glück war der kleine Kletterurlaub für mich auch noch ganz umsonst (Danke Mom….)
Außerdem konnte ich endlich meine Abseilkünste unter Beweis stellen (ja, Peter, nach 16 Jahren könnte ich heute ALLEIN von der Herkulessäule abseilen).
Nach musikalisch-meditativen Klängen am Abend dem verzweifelt klingenden Japsen einer „Dorade-am-Fels“*, haben wir ganz nebenbei auch noch unsere Kletterbatschn eingesetzt und eifrig bekannte und neue Routen erklommen.
Christine:
KURZ entschlossen – dank meiner bezahlten Kletterpartnerin – durfte ich diesmal auch mit.
Es war eine super Erfahrung endlich mal alpin unter guter, durchdachter Anleitung zu klettern. Dank der von „Dorade“* geliehenen Kletterschuhe und geeigneten Anfeuerungsrufen von allen Seiten gelang dann auch ein schwieriges Vorstiegsstück in einer 5+ Seillänge.
*Anmerkung der Autoren: Dorothea = Dorade, ist doch logisch oder?
Elke:
Ok, Ok, was gibt’s zu diesem Alpinkletterkurs noch zu sagen, was nicht schon gesagt worden wäre und welche neuen Erkenntnisse gilt es für die Nachwelt festzuhalten?
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