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Hochtour Berner Oberland - Wetterhorn

18.07.2018 - 21.07.2018
Autor:
Tour-Nr.: 2018-05-52

Hochtour Berner-Oberland-Wetterhorn mit Peter und Conny

Teure Schweiz  – aber jeden Franken wert!

Es sollte eine von vielen Touren werden, jedoch für mich die erste in der Schweiz und für uns acht Teilnehmer unvergesslich. Am 18.07. startete die Abfahrt um 04:00 Uhr mit dem Vereinsbus und der war bis unter die Decke mit Rucksäcken von sieben Personen inkl. Steigsets, Pickeln und Vesper vollgepackt. Beim Busparkplatz "Oberer Gletscher" in Grindelwald haben wir auch Max, unseren achten Teilnehmer kennengelernt und sind gemeinsam mit dem Linienbus bis zum eigentlichen Start unserer Tour gefahren.

Es folgte ein gemütlicher Aufstieg in praller Sonne und mit schwerem Gepäck zur Glecksteinhütte auf 2338m. Ein Wasserfall, welcher zu durchschreiten war, bot etwas Abwechslung, Kühlung und ein weiteres lohnendes Fotomotiv. Der Eiger mit seinen 3970m und die Eigerwand (rechtsseitig) unseres Aufstiegs, ein Blickfang! Oben angelangt, begann der gemütliche Teil des Tages mit Sonnenliegen, kühlen Getränken, Panorama glotzen und Bilderbuch-Sonnenuntergang.

Bayern-Fahne als Tür-Ersatz

Bei gutem Essen, Planbesprechung für den kommenden Tag und bester Stimmung bezogen wir unser 9-Bett-Zimmer und hissten unsere mitgebrachte große Bayernfahne als Türbehang, da keine Tür vorhanden war. Am 19.07. um 04:20 Uhr mit Stirnlampen ausgerüstet startete unser Abmarsch in zwei Seilschaften, geteilt aufs Wetterhorn (3692m) in Richtung Chrinnenhorn. Über den Chrinnengletscher als zweite Seilschaft mit vier Teilnehmern gelangten wir zum sogenannten „Dräckloch“ und wegen mangelnder Markierungen mussten beide Seilschaften die Bachquerung suchen. Nächstes Mal ist eine Spraydose im Gepäck J! Dann leichte ausgesetzte Kletterei (bis lll-) übers Willsgrätli und Schneefeld aufwärts bis zum Wettersattel. Über eine Wächte aus Firn ging es weiter auf den Gipfel, welchen wir um 11:30 Uhr erreichten. Ein tolles Gefühl und in naher Ferne: Schreckhorn (4078m), Eiger (3970m), Mönch (4099m) und Jungfrau (4158m). WOW mit Suchtpotenzial! Dann den gleichen Weg zurück und um 17:30 Uhr erreichten wir im leichten Nieselregen wieder die Hütte.

Steinbock als Show-Einlage

Als Nachmittagsshow konnten wir noch einen stattlichen Steinbock bewundern, welcher possierlich auf der Hüttenmauer stolzierte und dem tausende Kameraklicks nichts auszumachen schienen. Der Abstieg von der Glecksteinhütte war für den folgenden Tag geplant, aber wegen der sehr schlechten Wetterprognose fassten wir den Beschluss, das Gspaltenhorn (3437m) nicht zu besteigen. Stattdessen bezogen wir in Wilderswil (zwischen Brienzersee und Thunersee) das Hotel „Alpenblick“ und um den Tag zu füllen, fuhren wir mit der Zahnradbahn auf die Schynigeplatte (1967m). Bei Kaffee und Kuchen im Berghotel und Aussicht auf Jungfrau, Mönch und Eiger ging es anschließend in den angrenzenden Alpengarten. Es war ein Blitzbesuch von etwa 12 Minuten, da es zu regnen anfing und im Laufschritt an der Bergstation angekommen, schüttete es in Strömen. Das Unwetter mit Starkregen begleitete uns bis ins Hotel und bestärkte unseren gefassten Beschluss. Abends genossen wir sehr gutes Abendessen à la Carte im Hotel und hatten einen lustigen Ausklang unserer Tour. Nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet traten wir am 21.07. die Heimfahrt an. Mein Entschluss steht fest: Schweiz ist kein günstiger Urlaub, aber jeden Franken wert und deshalb bin ich nächstes Mal wieder dabei.

Gruppenbild vor dem Eiger
zeitiger Aufbruch
Zustieg zum Chrinnengletscher
Dräckloch
leichte ausgesetzte Kletterei
Abstieg übers Willsgrätli
auf dem Wetterhorngipfel
Steinbock
verdiente Pause
so muss eine Hochtour sein
die Wettersteinbezwinger