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BergGenuss: Auf Schmugglerpfaden von Nord- nach Südtirol

26.07.2018 - 31.07.2018
Autor: Stefan Voss
Tour-Nr.: 2018-06-19

1. Tagesetappe: Krimml (1067 m) – Warnsdorfer Hütte (2324 m), gesamt 3.30 Std., 8,6  km           Taxi bis Krimmler Tauernhaus (1622 m) bis Warnsdorfer Hütte (2324 m), gesamt 702 Hm

Um 4:00 Uhr startete unsere Gruppe von Heilsbronn Richtung Alpen. Vom Aussichtspunkt am Gerlospass genossen wir einen ersten atemberaubenden Blick auf Europas höchste Wasserfälle. In Krimml stiegen wir in das Hüttentaxi zum Krimmler Tauernhaus um, wo wir mit unserer Bergwanderung starteten. Mit jedem Kilometer wurden die Mitwanderer um uns herum dann weniger. Wir passierten mehrere Almen und pausierten schließlich auf der Inneren Keesalm. Die Sennerin und der Hütebub versorgten uns hier mit Getränken und selbstgemachtem Käse und Schinken. So gestärkt ging es schließlich an den Aufstieg zur Warnsdorfer Hütte. Rechtzeitig um noch Kaffee und Kuchen genießen zu können, erreichten wir unser Ziel, die inmitten einer atemberaubenden Gletscherlandschaft liegende Warnsdorfer Hütte.

2. Tagesetappe: Warnsdorfer Hütte (2324 m) – Birnlückenhütte (2441 m), gesamt 5.00 Std., 5 km Aufstieg 700 Hm, Abstieg 580 Hm

Der Tag begann mit einem überraschend reichhaltigen Frühstücksbuffet. Der geplante Übergang zur Birnlückenhütte sollte ca. 5 Stunden dauern, so dass unsere Tourenleiter die Option anboten, die Gruppe zu teilen. Der eine Teil wollte direkt weiter zur Hütte wandern, der andere - geführt von Harald - zuvor noch das Gamsspitzl (2888 m) erklimmen. In ca. 1,5 Stunden erreichten wir das Gipfelkreuz mit einem traumhaften Ausblick auf den Großvenediger und die umliegende Bergwelt. Der Abstieg erfolgte wieder über die Warnsdorfer Hütte und dann weiter hinunter bis auf 1800 Meter. Die Innere Keesalm ließen wir diesmal rechts liegen und machten uns gleich auf den Aufstieg zur Birnlückenscharte auf 2667 Meter. Hier verläuft die Grenze zwischen Österreich und Italien, bis zum Schengener Abkommen gab es dort sogar noch sporadische Grenzkontrollen.

3. Tagesetappe: Birnlückenhütte (2441 m) – Plauener Hütte (2364 m), gesamt 9.00 Std., 15 km, Aufstieg 720 Hm, Abstieg 800 Hm

Unsere längste Tagestour, die mit 9 Stunden + Pausen angesetzt war, lag heute vor uns. Wir folgten dem Verlauf des Lausitzer Höhenwegs über so klangvolle Etappenziele wie dem Klockarkopf, der gezackten Pfaffenschneide und den seilversicherten Holzstufen der Teufelsstiege. Unsere erste Rast machten wir an einem alten Zollhaus (der unbewirtschafteten Neugersdorfer Hütte), bevor es mal auf und mal ab weiterging. Die immer stärker werdende Sonne sorgte dafür, dass wir immer wieder kurze Pausen zum Eincremen und Trinken einlegen mussten. Am Heiliggeistjöchl auf 2658 Metern verließen wir Südtirol. Der Weg verlief nach kurzem Abstieg relativ eben, aber immer mal wieder über größere und kleinere Steinblock-Felder. Schon bald kam der Zillergrund-Stausee in Sicht, über dem unser Ziel liegen sollte. Hinter jeder Wegbiegung vermuteten wir nun die Plauener Hütte. Die Beine wurden von Stunde zu Stunde schwerer, aber die Hütte wollte einfach nicht in Sicht kommen. Endlich ein Schild – aha „nur noch“ 1,5 Stunden – aus denen doch zwei wurden! Der Kaffee musste wegen der fortgeschrittenen Zeit ausfallen, auch warmes Wasser für die Dusche war aus. Das gute Essen entschädigte uns dann aber wieder für die Strapazen.

4. Tagesetappe: Plauener Hütte (2364 m) – Richterhütte (2367 m), gesamt  9.00 Std., 12 km, Aufstieg 800 Hm, Abstieg 800 Hm, Weg über Zillerplattenscharte

Auch heute stand wieder eine lange Tour auf dem Plan. Es schien fast, als weigerten sich unsere Füße in die Stiefel zurückzukehren. Das Glück mit dem Wetter schien uns auch verlassen zu haben, dichte Wolken verhinderten jede Sicht auf die schöne Landschaft um uns herum. Wir liefen zunächst ca. 1,5 Stunden den am Vortag bereits zurückgelegten Weg in entgegengesetzter Richtung zurück und erreichten schließlich den Abzweig zur Zillerplattenscharte. Gerade am Abzweig angekommen zeigten die Berge, was sie so von Wettervorhersagen halten und schälten sich unter tatkräftiger Mithilfe der Sonne aus den Wolken. Als wir die Scharte auf 2880 Metern passierten, war das Wetter wie in den letzten Tagen wieder sonnig. Der Abstieg bescherte uns wieder reichliche Blockklettereien. Der unter uns liegende kleine See schien einfach nicht näher kommen zu wollen. Aber schließlich waren wir unten und nutzten die Gelegenheit unsere müden Füße in das eiskalte Wasser einzutauchen, bevor der kurze, recht knackige Anstieg zur Windbachscharte erfolgte. Von hier aus kam schon unser Ziel, die Richterhütte, in Sicht. Bis dorthin waren jedoch noch weitere Blockfelder und ein kleines Schneefeld zu überqueren. Die Richterhütte ist eine kleine sehr urige Hütte ohne jeglichen Komfort, dafür wurden wir auch hier wieder sehr herzlich empfangen und aufs Beste verpflegt.

5. Tagesetappe: Richterhütte (2367 m) – Zittauer Hütte (2328 m), gesamt 5.30 Std., 8 km, Aufstieg  580 Hm, Abstieg 620 Hm

Im strahlenden Sonnenschein stiegen wir zunächst auf der einen Talseite ab, überquerten ein munteres Flüsslein und wanderten auf der anderen Talseite zunächst wieder sehr gemächlich und durch bunte Blumenwiesen bergan. Etwa auf der Hälfte unseres Weges erreichten wir wieder einen sehr schön gelegenen Bergsee. Conny konnte jetzt nichts mehr bremsen, sie riss sich die Kleider vom Leib und stürzte sich in die kalten Fluten. Ein paar Fische flüchteten verschreckt unter ihre Steine und warteten ab, bis wir nach kurzer Pause wieder in der Ferne verschwunden waren. Wieder erfolgte der Übergang über eine Scharte, der Weg wurde steiler und immer steiniger. Wir erreichten schließlich die Roßkarscharte in 2677 Metern. Nach kurzem Aufenthalt und mit herrlichem Blick auf die unter uns liegende Zittauer Hütte am Ufer des Gerlossees ging es an den Endspurt. Ein Teil von uns stieg noch die letzten Meter auf den Rosskopf auf, während wir anderen schon den direkten Weg zur Hütte nahmen. Hier genossen wir auf der Terrasse ein weiteres Mal Apfelstrudel und ein kühles Radler.

6. Tagesetappe: Zittauer Hütte (2328 m) – Krimml (1067 m), gesamt 7.30 Std., 13 km, Aufstieg 390 Hm, Abstieg 1650 Hm

Letzter Tag unserer Tour und doch nochmal eine mit 13 km sehr lange Streck, dazu noch über 1600 Meter im Abstieg. Bei landschaftlich wieder einmalig schönen Aussichten ging es steil hinab Richtung Tal und weiter über einen Wirtschaftsweg zur Trissalm. Ab hier stiegen wir über den Leitenkamersteig durch duftende Zirbenwälder und Blaubeerfelder auf zur Wildkaralm, die wir aber rechts liegen ließen. Auf den gut markierten und leichtgängigen Wegen erreichten wir schließlich den Übergang in das Krimmelner Achental. Recht rutschig und immer wieder von ruhenden Kühen gebremst, ging es bergab. Auf der Terrasse der Schönmoosalm ließen wir es uns zum Abschluss nochmal so richtig gut gehen, bevor wir die letzten Meter Richtung Krimml und Parkplatz in Angriff nahmen.

Auch in diesem Jahr durften wir wieder eine einmalig schöne Tour unter der Führung von Christine und Harald erleben. Die Etappen waren schön und auch immer wieder fordernd. Das sehr gute Wetter, die tollen Hütten und die harmonierende Gruppe trugen dazu bei, dass auch diese Tour unvergesslich bleiben wird!

Die Warnsdorfer Hütte mit der beeindruckenden Gletscherwelt
Die italienische Birnlückenhütte mit der Birnlückenscharte
Heilggeistjöchl auf 2658 m - Grenze zu Südtirol
Kleiner See unterhalb der Zillerplattenscharte
Die Zittauer Hütte am Ufer des Gerlossees
Rückblick vom Gerlostal Richtung Zittauer Hütte