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Von der Halle an den Fels in der Fränkischen Schweiz

04.05.2018 - 06.05.2018
Autor: Reiner Buchner
Tour-Nr.: 2018-02-61

Freitagmittag war Treffpunkt am der Vereinsheim der Sektion. Bepackt mit Seilen, Karabinern, Helm, Gurten, Kletterschuhen und natürlich Brotzeit für nächsten Tage ging´s dann los in die Fränkische, nach Graisch an den Wolfstein.Voller Euphorie haben wir uns erst einmal ein bisschen mit dem Felsen vertraut gemacht und ein paar leichte Routen im Vorstieg und Toprope geklettert. Dann ging´s rechtzeitig zum Sonnenuntergang nach Morschreuth zur „Guten Einkehr“ einem Gasthof, der neben Matratzenlager auch Zimmer und eine große Campingwiese hat, auf der wir uns dann sogleich ausgebreitet haben. Schnell kultivieren und dann lockte schon Schäufele, Brotzeit und Co, womit der Tag auch endete. Nach einem guten reichhaltigen Frühstück ging´s dann Samstag los zum Signalstein. Ein etwas kleinerer Felsen mit einer steilen Treppe zum Plateau oben, wie geschaffen für Elke, um uns beim Abseilen, Umhängen, Fädeln etc. von oben herab ;-) zu kontrollieren und berichtigen. Auf dem Lehrplan stand heute als erster Punkt das „Fädeln“, einer Technik, um die Route von der Umlenkung aus abzubauen und sein Material wieder komplett mit nach unten zu nehmen. Nach ein zwei, drei Trockenübungen an Bäumen auf festem Boden ging es an den Felsen, um das soeben Gelernte unter den wachsamen Augen von Elke umzusetzen. Schon ein bisschen anders, wenn der Wind unterm Hintern pfeift und man das rettende Seil von seinem Gurt abmachen soll…aber dank der Exenkette hängt man sicher und fest an der Umlenkung und kann sich auf die weiteren Schritte konzentrieren. Soweit so gut, das hat schon mal gut funktioniert und nach ein paar Durchgängen ist das Gelernte auch im Gedächtnis gespeichert. Mittagspause auf dem Signalstein war der nächste Punkt auf der To-do Liste, denn ein leerer Magen, ist ein nerviger Magen, und das schöne Wetter verführte dazu, länger in der Sonne zu sitzen….

Frisch gestärkt durch die mitgebrachte Brotzeit und gefüllt mit einer Einheit über Ökologie, Naturschutz und richtigem Verhalten am und um den Kletterfels, ging es wieder zurück in die Praxis. Abseilen stand als Nächstes auf dem Lehrplan und so beobachteten wir gespannt was Elke uns vorführte und Schritt für Schritt erklärte. Wieder gab es am Anfang Trockenübungen am Wandfuß, da es doch beruhigender ist den festen Boden unter den Füßen zu haben, wenn man sich zum ersten Mal abseilt und so sein Leben selbst in der Hand hat. Hmm, so jetzt hänge ich mit meiner Bandschlinge oben an einem einzigen Haken. Alles ist vorbereitet für den Abseil...Seil ist bis zur Mittelmarkierung durchgezogen, Tube habe ich richtig herum eingehängt, die Prusik ist an der Beinschlaufe angebracht...soweit passt alles, oder? Hab ich doch was vergessen? Was am Boden noch ganz simple war, ist dort oben doch etwas Anderes! Aber nach einer letzten Prüfung aller Punkte geht’s los. Anfangs noch etwas ruckelig, doch dann mit jedem Meter flüssiger gleite ich am Seil in meiner eigenen Geschwindigkeit abwärts. Das Grinsen im Gesicht kehrt zurück, sobald ich wieder festen Boden unter den Füßen habe. Den restliche Nachmittag übten wir noch weiter und klärten auftretenden Fragen. Der letzte Punkt der Agenda wurde behandelt: Mobile Sicherungsmittel oder kurz gesagt, der Umgang mit Friends und Keile. Leider ist der Signalstein nicht wirklich gut geeignet, um Keile zu legen. Wir haben gemeinsam nur ein paar einzelne Stellen gefunden.  Schon lustig diese Friends. Kaum zu glauben dass die einen halten sollen. Aber wir haben es getestet. Peter hat sich geopfert und sich mit vollem Körpereinsatz an den Friend gehängt. Und siehe da, es hält! Auch dieser Tag neigte sich langsam dem Ende zu und nach einer erfrischenden Dusche und einem reichhaltigen Abendessen verteilten wir uns wieder in unsere Quartiere. 

Morgens um halb acht am Zeltplatz, der letzte Tag bricht an. Prüfungstag! Aber erst einmal gemeinsam frühstücken und Zelte abbauen. Ab geht’s wieder an den Felsen. Auch heute ging´s an den Signalstein, das Plateau ist einfach prädestiniert für Prüfungen, weil Elke von da oben kein Fehler entgeht.Und so haben wir nach ein, zwei letzten Probedurchläufen die Prüfungen in Angriff genommen. Erst sprachen wir die Abläufe noch einmal theoretisch durch. Dann führte jeder von uns die einzelnen Schritte angefangen vom Partnercheck, Materialauswahl, Vorstieg klettern,  Materialhandling in der Route bis zur eigentlichen Aufgabe, dem Umbauen und Fädeln komplett durch. Erste Prüfung geschafft, und gleich weiter zur nächsten Aufgabe, dem Abseilen. Und siehe da, was gestern noch ruckelig und zaghaft war, ging heute doch schon wie geschmiert. Das war’s, wir haben erfolgreich den „Outdoorschein“ bestanden! Den restlichen Nachmittag durften wir das soeben Geprüfte noch selbständig an diversen Routen umsetzen.
Leider ging auch dieser Tag schnell zu Ende und so haben wir uns nochmal gesammelt und alles an Material wieder den richtigen Besitzern zugeordnet.  Nach letztem gemeinsamen Feedback traten wir die Heimreise an. Ein sehr lehrreiches, spannendes und herzliches Wochenende ging somit zu Ende.

Ein Dank an Elke für den sachkundigen und anschaulichen Unterricht. Es war sehr angenehm und  informativ. Ein Dank auch an alle Teilnehmer. Wir waren eine nette, lustige Truppe. Es hat mir sehr viel Freude gemacht mit euch zu klettern und zu lernen. Und bin mir sicher man trifft sich wieder zum Kraxeln

Kursbetrieb Elke und der Friend
Peter übt in Bodennähe
Volle Konzentration Richi fädelt
Norbert macht Pause am Signalstein
Tanja steigt vor
Hermann bezwingt den Signalstein
Vorbereitung zum Abseilen
Alles richtig gemacht
Erfolgreiche Anwendung in der Praxis