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Alpine Wanderung auf den Hochkönig

22.09.2017 - 24.09.2017
Autor: Norbert Bartsch
Tour-Nr.: 2017-06-59

Abenteuer im Neuschnee auf dem Hochkönig

„Alpine Wanderung auf den Hochkönig“ – so steht’s im Ansbacher Tourenprogramm 2017.

Davon locken ließen sich Matthias, Gerhard, Peter, Hermann und Norbert. Die Tour geplant und ausgearbeitet hat unser Wanderleiter Roland Bräunling.

Bereits zur Tour-Vorbesprechung brachte Roland die Information mit, dass auf dem letzten Drittel des Weges zum Hochkönig mit Neuschnee zu rechnen sei und dass es sehr ungewiss sei, ob wir den Gipfel und das am höchsten Punkt stehende Matrashaus (2941 m) erreichen könnten.

So trafen wir uns am Freitag, den 22.9. um 7 Uhr am Parkplatz in der Schalkhäuser Straße in Ansbach, um mit dem DAV-Bus nach Werfen an der Salzach zu fahren. Wir erreichten den Ausgangspunkt unserer Tour ohne nennenswerte (Verkehrs)Probleme gegen 11:30 Uhr bei herrlichem Wanderwetter!

Da auf dem Hochkönig mittlerweile über ½ Meter Neuschnee lag, hatte Roland kurzfristig beim DAV Schneeschuhe organisiert – aber nennenswerte Erfahrungen im Schneeschuh-Gehen hatte bis dahin keiner von uns …

Kurz nach 12 Uhr brachen wir zur Ostpreußenhütte (1.630 m) auf, unserem ersten Übernachtungsquartier. Vor uns lagen etwa 1.100 Hm Aufstieg – gerade richtig zum Anwärmen und Eingewöhnen

Das Anwärmen gelang uns bei sonnigem Wetter spielend. Gegen 16:15 Uhr hatten wir unser Tagesziel erreicht. Außer uns waren nur noch zwei junge Wanderer auf der Hütte, so dass der Geräuschpegel niedrig blieb und Platz zum Schlafen reichlich vorhanden war. Die überaus freundlichen Hüttenwirtsleute sowie ein Mitarbeiter aus Nepal verwöhnten uns u. a. mit dem nepalesischen Nationalgericht „Mo-Mo“, das sind Teigtaschen mit Fleisch- oder Gemüsefüllung, dazu ein Dip.

Sie sagten uns aber auch, dass seit dem Neuschnee niemand mehr auf dem Hochkönig gewesen sei und rieten uns eher ab von dem Besteigungsversuch. Wir beschlossen, es dennoch zu versuchen - Roland wies jedoch einmal mehr darauf hin, dass die Möglichkeit bestand, umzukehren und ins Tal absteigen zu müssen, falls der Aufstieg zu gefährlich werden würde.

Nach einem einfachen Frühstück starteten wir am nächsten Morgen gegen 8:30 Uhr den zweiten Teil des Aufstiegs zum Matrashaus auf dem Hochkönig. Vor uns lagen 1.300 Hm – und mindestens die zweite Hälfte der Strecke versprach einige schwierige Passagen auf teilweise tief verschneitem Untergrund!

Zunächst steuerten wir den Gamskarkogel (1.978 m) an. Das Wetter blieb uns hold und die Sicht vom Gipfel war phänomenal! Wir setzten unseren Aufstieg fort, und bald schon konnte man in weeeeeiter Ferne das Matrashaus auf dem Gipfel des Hochkönigs sehen. Nun gab es kein Halten mehr ...

Allmählich durchschritten wir immer wieder kleinere Schneefelder, was uns zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Probleme bereitete. Erst ab einer Höhe von etwa 2.400 m war der Weg weitgehend schneebedeckt und mit Stangen markiert, die der Orientierung dienten. Eine große Hilfe waren uns die Spuren, die die beiden jungen Wanderer von der Ostpreußenhütte uns vorgezeichnet hatten – man kann sagen: Die haben gespurt! :-)

Irgendwann wechselten die Tritt- in Schneeschuhspuren – das war auch für uns der Zeitpunkt, die Schneeschuhe anzuschnallen. Mit diesem unabdingbaren Equipment erreichten wir gegen 16 Uhr das Matrashaus (2.941 m) auf dem Gipfel des Hochkönigs. Kurz davor musste noch eine Steilstufe überwunden werden, die mit drei Leitern und reichlich Stahlseilen gesichert war.

Das Ziel erreicht zu haben verströmte bei allen Gipfel-Helden ein wohliges, befriedigendes und stolzes Hochgefühl! Die beiden spurenden Vorauswanderer freuten sich über zwei Gipfelschnäpsli, die wir ihnen für ihren Freundschaftsdienst ausgaben.

Nach einer – für die meisten von uns – schlafarmen Nacht machten wir uns am nächsten Morgen um 8 Uhr bei eisigen Temperaturen auf den Weg hinunter zum Arthurhaus; es galt, einen Abstieg von etwa 1.500 Hm zu meistern! Das Nervigste daran war, dass wir die Schneeschuhe mehrmals an- und wieder abschnallen mussten  – abhängig davon, ob wir auf verschneitem oder felsigem Untergrund wanderten.

Gegen 13:30 Uhr hatten wir das Arthurhaus erreicht – gerade rechtzeitig vor dem einsetzenden Nieselregen. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Linienbus und einer anschließenden noch kürzeren Fahrt mit dem Zug waren wir kurz vor 16 Uhr wieder am DAV-Bus.

Auf der Rückfahrt von unserem anstrengenden und anspruchsvollen Wanderwochenende fuhren wir bei Kinding mal kurz von der Autobahn ab, um unser tolles Bergerlebnis bei einem gemeinsamen Abendessen zu beschließen.

Wir alle sind unserem Wanderleiter Roland sehr dankbar für die viel Zeit kostende und perfekte Vorbereitung und Planung dieser unvergesslichen Tour!

 

Start in Werfen
Start an Ostpreußenhütte
Aufstieg über Morgennebel
Aufstieg im Schnee
Der Schnee wird tiefer
Anlegen der Schneeschuhe
Ohne Schneeschuhe geht nix mehr
Sturm auf das Matrashaus
Abmarsch in der Kälte
Abstieg durch den Tiefschnee
Endlich wieder Fels unter den Füßen