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Sellrainer Hüttenrunde westlich von Kühtai

21.07.2017 - 23.07.2017
Autor: Melanie Buckel
Tour-Nr.: 2017-06-57

... wenn die Maus den Rucksack des Tourenleiters erwischt

Eine anspruchsvolle Wanderung in den nördlichen Stubaier Alpen

So begann die Beschreibung im Tourenprogramm des DAV Sektion Ansbach. Drei Tage, von Freitag, den 21.07.2017 bis Sonntag, den 23.07.2017 führte uns Roland Bräunling von Kühtai über die Mittertaler Scharte (2630 m) zur Bielefelder Hütte (2112 m) hoch über dem Ötztal. Am 2. Tag über die Hochreichscharte (2912 m) mit Gipfelmöglichkeit zum Hochreichkopf (3010 m), weiter zur Schweinfurter Hütte (2034 m). Am 3. Tag über die Finstertaler Scharte (2777 m) mit Gipfelmöglichkeit zur Kraspesspitze (2954 m) über den Finstertaler Stausee zurück nach Kühtai.

Um 07:00 Uhr fanden sich am Freitag Roland, Elfriede, Karin, Sabine, Gertrud, Melanie, Matthias und Norbert am Parkplatz vor den Tennishallen ein. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde und dem Auffrischen des Namensgedächtnisses machten wir uns auf den Weg nach Kühtai. An der Ausfahrt Feuchtwangen Nord sammelten wir noch Peter ein. Nach einer reibungslosen Fahrt kamen wir wie geplant mittags an der Dortmunder Hütte in Kühtai an. Umziehen, Sonnencreme auflegen, Proviant checken, Rucksack packen und los ging‘s.

Mittagessen wollten wir an einem netten Platz auf dem Weg. Vorbei am kleinen Stausee haben wir aus Versehen die falsche Abzweigung genommen und fanden uns kurz danach an der Mittergrathütte wieder. Wir waren zwar nicht ganz richtig, aber der Flecken war perfekt für das Mittagessen. So haben wir erst einmal das Gewicht der Rucksäcke verringert, bevor wir mit Roland und Peter als Suchtrupp voraus nach dem richtigen Pfad zur Mittertaler Scharte gesucht haben. Der war auch schnell gefunden und so ging es flotten Schrittes den Bach entlang dem ersten Etappenziel entgegen. Um die Mittertaler Scharte herum zogen Gewitter, aber sie ließen uns glücklicherweise in Frieden. Nur die letzten Schritte mussten wir durch leichten Regen zur neuen Bielefelder Hütte zurücklegen, aber wirklich schlimm hat das keiner gefunden.

Vom Hüttenwirt wurden wir gleich mit der Aussicht auf ein baldiges Abendessen begrüßt. Und mit einer Überraschung: Wir durften noch ein extra Lager belegen! Seltenheit! So kamen wir zu einem „Mädelszimmer“ und einem „Jungszimmer“. Nach dem Essen saßen wir noch in gemütlicher Runde vor der Hütte und genossen die letzten Sonnenstrahlen. Beim „Hornochsenspiel“ konnten wir uns dann noch köstlich amüsieren, wenn die Karten wieder mal so „passend“ waren, dass man nicht anders konnte, als zehn Rindviecher auf einmal zu sammeln.

Die Nacht war ruhig. Zu ruhig wohl für eine kleine, freche Maus. Die ließ den „Jungs“ keine Ruhe. Raschelte mal hier, nagte mal da und krabbelte geräuschvoll durch das Zimmer.

Unter der professionellen Anleitung von Sabine machten wir am nächsten Morgen einige Dehnübungen auf der Terrasse, um für die kommende, anstrengende Tour fit zu sein. Acht Stunden reine Gehzeit erwarteten uns. Und für Roland eine unangenehme Überraschung: Die Maus hatte tatsächlich seinen Rucksack gefunden und sein Vesper angenagt!

Etliche Kletterpassagen, Geröllfelder, steile Anstiege und auch wieder kleine Abstiege später, standen wir um 15:00 Uhr an der Hochreichscharte. Hier trennte sich die Gruppe. Roland, Sabine, Peter und Matthias erklommen noch den Gipfel des Hochreichkopfes. Norbert, Karin, Gertrud, Elfriede und Melanie machten sich direkt auf den Weg zur Schweinfurter Hütte. Es dauerte nicht lange und die Gipfelstürmer hatten die Vorhut auch schon wieder eingeholt und so liefen wir gemeinsam über Felsblöcke und Almen und zuletzt durch einen malerischen Kiefernwald zur Hütte. Um 18:00 Uhr kamen wir müde und hungrig in der vollbesetzten Hütte an und wurden auch hier gleich vom Hüttenteam mit der Frage nach dem Abendessen begrüßt. Das startete nämlich für alle gemeinsam um 18:30 Uhr. Puh, gerade noch geschafft. Auch gerade noch vor dem starken Regenguss, der keine 30 Minuten nach unserer Ankunft auf die Hütte niederprasselte. Beim Abendessen konnten wir auch unsere Improvisationskunst unter Beweis stellen. An zwei Tischen, an denen normalerweise nur jeweils 4 Personen sitzen, fanden 11 hungrige Wanderer Platz. Auch im Lager mussten wir zusammenrücken, da eine Person auf einer extra Matratze am Boden schlafen musste und wir fast keinen Platz mehr zum Laufen oder Verstauen unserer Rucksäcke fanden. Aber es ließ sich für alles eine Lösung finden und die Nacht verlief sehr ruhig.

Pünktlich um 08:00 Uhr starteten wir am Sonntag mit der letzten Etappe. Bei schönstem Sonnenschein stiegen wir den steilen Pfad Richtung Kraspesspitze hoch. Nach ca. 300 Höhenmetern ertönte plötzlich ein Pfiff. Die Kundigen unter uns hielten schon Ausschau – und tatsächlich: Murmeltiere. Eines kam sogar so nahe, dass wir es recht gut beobachten konnten.

Auf ca. 2.600 m trennten wir uns vorübergehend von Sabine und Gertrud. Sie nahmen den direkten Weg über die Finstertaler Scharte zum Finstertaler Stausee. Dort wollten wir sie wieder treffen.

Wir gingen weiter Richtung Kraspesspitze und konnten um ca. 12:30 Uhr unsere Namen in das Gipfelbuch eintragen. Über die Finstertaler Scharte stiegen auch wir ab und trafen auf dem Weg wieder auf Gertrud und Sabine, die die Sonne genossen.

Der Weg führte uns entlang des Finstertaler Stausees zurück nach Kühtai und zur Dortmunder Hütte, wo wir um ca. 16:00 Uhr bei Kaffee und Apfelstrudel die Wandertour beendeten.

Unsere Rückfahrt verlief reibungslos und Matthias brachte uns zügig nach Hause. Zu Beginn der Fahrt musste er allerdings seine Reaktionsfähigkeit unter Beweis stellen, da doch sehr viele Rindviecher auf der Straße nach Kühtai unterwegs waren. Diesmal im wahrsten Sinne des Wortes. Etliche Kühe standen an und auf der Straße und betrachteten gelassen den Verkehr.

Müde, aber glücklich kamen wir um 20:30 Uhr in Ansbach an. Lieber Roland: Vielen Dank für diese schöne Tour.

 

 

 

Abmarsch in Kühtai
Aufstieg ins Mittertal
Kurz vor der Mittertalscharte
Blick ins Ötztal
Gruppe vor der Bielefelder Hütte
Kraxelei auf dem Weg zur Niederreichscharte
Gruppenfoto
Rast an der Niederreichscharte
Am Gipfel des Hochreichkopfs 3008 m
Gipfelfoto Kraspesspitze 2953 m
Speichersee Finstertal