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Alpine Bergtour Lamsenjochhütte im Karwendelgebirge

14.07.2017 - 16.07.2017
Autor: Heike Ronneberger Fotos: Erika Hartmann, Gerhard Zumach
Tour-Nr.: 2017-05-71

... und was eine gute Regenjacke wert ist

 „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ dieses Spiel kennt wohl jeder.

Wenn du in die Berge möchtest packst du deinen Rucksack - und du weißt, jedes Gramm zählt. Da sollte man schon mal das eine oder andere unwichtige zu Hause lassen und großzügig aussortieren. Auf eins sollte man aber auf keinen Fall verzichten: auf gute Regenkleidung!

Unser Tourenleiter Gerhard Zumach stimmt uns am Vorbereitungstreffen perfekt auf die Klettersteig-, alpine Bergtour im Karwendel ein. Versprochen hat er es nicht, das gute Wetter, aber er wolle sein Möglichstes tun, so O-Ton Gerhard. Wir sind guter Hoffnung!

Und so können wir, 8 Bergbegeisterte, am Freitag, 14.7., pünktlich 8 Uhr auch tatsächlich trockenen Fußes in den DAV-Bus steigen und Richtung Karwendel davon brausen.

Nach gemütlicher Fahrt, an wunderschöner Landschaft des Tegern- und Achensees vorbei, und Ankunft am Parkplatz der Gramaialm mit beeindruckendem Blick auf das Karwendelgebirge, ist es vorbei, das trockene Wetter.

MERKE: Auch der beste Wille führt manchmal nicht zum Ziel!

…und ich nehme mit, Regenkleidung.

Pünktlich zum Aufstieg fallen die ersten Regentropfen. Und haben wir anfangs noch gedacht, es bleibt bei den Tropfen, wird aus diesen mit zunehmendem Anstieg ein dichter Vorhang aus Wasser. Hier bewährt sie sich, die gute Regenkleidung. Immerhin wollen ab der Gramaialm auf 1253 m bis zur Lamsenjochhütte auf 1953 m gute 700 hm überwunden werden.

Wahrscheinlich hat es dann doch mit dem Schwitzen beim Aufstieg zu tun (es waren trotz Regens eher sommerliche Temperaturen) – jedenfalls ist nach Ankunft auf der spektakulär liegenden Lamsenjochhütte erst einmal so ziemlich komplettes Umziehen angesagt.

MERKE: Regenkleidung ersetzt nicht das Umziehen!

…und ich nehme mit: Wechselkleidung!

Den Abend verbringen wir sehr gesellig mit 1. sehr gutem Essen und Trinken, 2. Knotenkunde einschließlich einem kleinen „Zaubertrick“, 3. einer lustigen Würfelrunde.

Der nächste Morgen; und was zeigt uns der erste Blick aus dem Fenster: Nichts! Nebel weit und breit und ein Dauerregen vom Feinsten. Die Wettervorhersage stimmt uns erst mal nur bedingt milde:  Vielleicht reißt die graue Wolkenwand auf zum Nachmittag, vielleicht aber auch nicht. Also heißt es warten und schauen und schauen und warten, dazwischen mal was essen und trinken, in Landkarten lesen, von vergangenen Bergtouren schwärmen, von kommenden träumen und vor allem NICHTS TUN. Wann kann man das schon mal, NICHTS TUN?

Das Aufreißen der grauen Wolkenwand kam zwar nicht, trotzdem nutzen zwei von uns kurze regenlose Lücken zum Aufstieg auf den nahen Hahnkampl (2082 m), andere erkunden die Umgebung bis zum Einstieg in den Klettersteig einschließlich Beobachtung eines tollen Naturschauspiels: Eine Herde von ca. 20 Gemsen mit Jungtieren, die scheinbar schwerelos auf einem Schneefeld herumspringt – was für eine Freude!

Für uns Menschen gibt es dann noch ein Gehtechniktraining unseres Tourenleiters über das vorher von den Gemsen besetzte Schneefeld, bevor es zurück in die trockene Hütte geht.

MERKE: „Vergesst die Zeit. Einen Tag mit Muße zu verleben heißt, einen Tag lang ein Unsterblicher zu sein“! (Chin. Sprichwort)

…und ich nehme mit: Zeit und Muße!

Sonntag früh, und tatsächlich, es regnet nicht mehr. Uns zieht es Richtung Karwendelwand, die das Hochnissl und die Lamsenspitze verbindet. Durch diese Wand führt der Klettersteig zum „Brudertunnel“, der bei 2217 hm beginnt. Wir haben also viel vor und einiges nachzuholen. Aber erst Energie tanken - frühstücken, und dann jedes überflüssige Gramm in der Hütte lassen. Wir sind natürlich nicht die einzigen, die den schönen Tag ausnutzen wollen, egal. Mit Klettergeschirr und Helm bestens ausgerüstet, sind wir auch schon im Tunnel, am Berg und im Kopf. Und nach einer Querpassage und steilem Pfad geht es über weitere Steiganlagen und durch Felsgelände auf die 2508 m hohe Lamsenspitze. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, die ist gefragt – das Tourenheft hat hier Recht behalten.  

Der Lohn: Am Gipfel gigantischer Ausblick in die Karwendeltäler, aufreißender Himmel, …und Sonne.

MERKE: Der beste Wille führt doch manchmal zum Ziel!

…und ich nehme mit: ein Gipfelvesper!

Mit frischer Energie und klarem Kopf geht es nun konzentriert kletterabwärts und über den Grat zurück Richtung Lamsenjochhütte. Und weil das „Abfahren auf Schotter“ schon auch ein großes Vergnügen sein kann, können drei von uns auf dem Rückweg nicht daran vorbei. Genau diese drei empfangen dann den Rest der Gruppe auf der Lamsenjochhütte bereits mit einem kühlen Bier. 

Am späten Nachmittag steuern wir unser Tagesziel an, den an der Gramaialm stehenden DAV-Bus. Etwas Schatten würde jetzt beim Abstieg nicht schaden, denkt sich so mancher und legt ein wenig Sonnencreme auf. Den Blick entgegen dem Aufstieg nun frei, kommt es so vor, als wäre man den Weg noch nie gegangen. Die Augen schweifen über das Tal hinauf zum Hahnkampl, eine für diese Tour noch ausgeschriebene Gratwanderung, die der Regentag leider verhindert hat. Eine schöne Gelegenheit für nächste Touren, das ist abgespeichert.

Froh und glücklich über die Sonne, über ein bereicherndes Wochenende in den Bergen des Karwendelgebirges, über eine tolle DAV-Tour mit netten Menschen, erreichen wir am frühen Abend den Bus, der uns zurück nach Ansbach und in den Alltag bringt.  

Wir: Sylvia, Heike, Heidi, Erika, Walter, Gerhard, Thomas, Harry – danken unserem Tourenleiter  Gerhard Zumach sehr für seine sorgfältige Planung und Durchführung, seine kompetente Führung und Begleitung, und das am Ende doch so versöhnliche Wetter!

MERKE: Immer einen gepackten Rucksack für die nächste Tour griffbereit haben!

… und ich nehme mit: Regenjacke und Sonnencreme

Aufbruch im Regen an der Gramai-Alm
Lamsenjochhütte mit Lamsenspitze hinter einer Wolke
Lamsenjochhütte im Nebelloch
Die Teilnehmer vor der Lamsenjochhütte
Aufstieg von Hütte zum Brudertunnel-Klettersteig
Einstieg in den Brudertunnel-Klettersteig
Der Brudertunnel
Abstieg von Lamsenspitze, die Seilversicherung hinunter
Abstieg von Lamsenspitze, die Seilversicherung hinunter über Schüttfeld Richtung Lamsscharte 2270 m
Gruppenbild vor Lamsenspitze 2508m
Abstieg von Lamsenjochhütte zur Gramai-Alm im Falzthurntal