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Schneeschuhtour im Mangfallgebirge

18.02.2017 - 19.02.2017
Autor: Dorothea Schindler
Tour-Nr.: 2017-04-32

12 Teilnehmer - aber nur 23 Schneeschuhe und 23,5 Stöcke...

Zum Glück für alle Wanderbegeisterten gibt’s im Winter die Schneeschuhtouren. Zehn Fans aus Ansbach bis NRW kommend haben sich vom 18. - 19. Februar 2017 der Obhut von Armin und Johannes anvertraut, um gemeinsam die Winterlandschaft der Bayerischen Voralpen zu genießen. Schon vor Beginn der Tour mussten die Langschläfer von der Leitung aus ihrem Haus geklingelt werden, so dass wir am Samstag pünktlich um 06.30 Uhr zum Spitzingsee ins Mangfallgebirge abfuhren.

Auf dem Parkplatz wurden wir auf Material und Kenntnisse gecheckt und nach den ersten Metern im Schnee ebenso die LVS-Geräte auf ihre Einsatzbereitschaft. Von da an ging‘s bergauf: Im Wechsel zwischen Tiefschnee und Piste erst zur Unteren Firstalm, dann zur Oberen Firstalm. Dabei haben wir gelernt: Nicht an einer Stange warten, dort können eventuell rasante Super-G-ler vorbeikommen. Infolge vielfältiger Unterhaltungen und landschaftlichen Genusses war der Gipfel schnell erreicht … dachte ich. Aber das war erst der Vorgipfel (1643m) die Brecherspitz. Das schmale Ende folgte noch. Auf dem Westgrat näherten wir uns über Schnee, Eis und Fels Schritt für Schritt, Schneeschuh für Schneeschuh der echten Brecherspitz (1683m). Stolz und wohlbehalten konnten wir von dort oben ein wundervolles Panorama auf die winterlichen Alpen und ihre Bergseen genießen. Der Abstieg forderte Opfer – ein Schneeschuh und ein Schneestock ließen uns im Stich. Die Tour must go on mit 23 Schneeschuhen und 23,5 Stöcken. Über den Freudenreichsattel stapften wir mit unseren letzten Reserven bis zum Bodenschneidhaus, einer kleinen Hütte auf der Rettenbeckalm. Und weil wir uns den klaren Anweisungen der Hüttenwirtin freiwillig unterordneten, gab‘s einen gemütlichen lustigen Hüttenabend mit vielen bunten Nudeln, Anekdoten und Witzchen. Gentlemenlike gewährten die Männer uns weiblichen Teilnehmern ein schnarchfreies (na ja, nicht ganz!!) Damenzimmer. Immer wieder eine gute Idee!

Am Sonntag lachte uns die Sonne wie es schöner nicht geht. Nach dem Gratabenteurer vom Vorabend wurde es um 08.15 Uhr schon wieder ernst. Nach dem LVS-Gerätecheck schoben wir uns durch 45 cm tiefen Schnee an der Nordostflanke hangaufwärts zum Bodenschneid. Am Fuß des eingeschneiten Hanges dachte ich mir: Soll ich jetzt dankbar sein, dass ich kurz zuvor an dem Lawinentheoriekurs teilgenommen hatte oder es verwünschen? Mit dem nötigen Respekt und Sicherheitsabstand kehrten wir den Berg hoch. Vorn spurte Skippy-Walter uns den Weg und hinten kämpfte Herrmann mit nur einem Schneeschuh gegen das immerwährende Einsinken in den tiefen Schnee. Um den Geplagten zu entlasten, wechselten die Schneeschuhe öfter die Besitzer und nach 300 Höhenmetern mühsamer Arbeit erreichten wir unseren Tagesgipfel, den Bodenschneid (1653m). Von dort hatten wir eine tolle Sicht auf den Tegernsee und natürlich wieder auf so viele weiße Berge.

Ja, wie kamen wir wieder hinunter zum Spitzingsee? ... Erst ein bisschen am Grat, dann durch einen märchenhaften Winterwald und dann mit Rucksack und Schneeschuhen auf dem Hinterteil die langen freien Südhänge hinab. Unsere Erfahrung: Die Letzte ist die Schnellste auf der Bahn. Die kurze Mittagspause an der Liftstation am Stümpflinghaus stellte die Tourenleiter vor eine ganz neue Herausforderung.  Einige wollten die Tour lieber im Liegestuhl in der Sonne ausklingen lassen und nicht noch einmal einen Berg hinauf. Aber erfahrene Tourenleiter meistern jedes Problem, und so schauten alle inklusive der tiefenentspannten Sonnenanbeter noch einmal vom windigen Roßkopf aus 1580 m Höhe auf die Bayrischen Alpen. Von da an ging’s nur noch bergab und so erreichten wir gegen 15.30 Uhr ausgepowert aber zufrieden und glücklich unseren Ausgangspunkt am Spitzingsee.

Diese Tour hat uns wieder bestätigt: Schneeschuhwandern ist einfach eine tolle Sache. Schrittweise haben wir die winterliche Schönheit des Mangfallgebirges entdecken können. Wir haben gelernt, dass man mit Schneeschuhen außer vor sich hin stapfen auch noch klettern oder rodeln kann (und das zur Not auch mit nur einem Schuh). Und was noch so alles möglich ist mit diesen Zauberlatschen, probieren wir das nächste Mal. Ein herzliches Dankeschön an Armin und Johannes, die uns ein eindrucksvolles Wochenende geboten haben mit Abenteuer, bestem Wetter und einer reichlichen Portion an Spaß und Schnee!

Aufstieg zur Brecherspitze
Grat zur Brecherspitze
Spuren zum Bodenschneid
Das Bodenschneidhaus
Unterwegs im Winterwald
Herrlicher Blick zum Tegernsee
Auf dem Gipfel des Roßkopfs
Rast beim Abstieg