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Traumhafte Skitourenwoche im Ahrntal

13.03.2017 - 18.03.2017
Autor: Ewald Klein und Michael Schneider
Tour-Nr.: 2017-04-14

Anspruchsvolle Tagestouren am Hauptkamm der Zillertaler Alpen

2017-04-14 Skitour nach Kasern im Ahrntal vom 13. - 18. März 2017

Tourenleiter:   Ronald Berndt 

Bei bestem Frühlingswetter starteten wir am Montag um 10 Uhr in Ansbach als Dreiergruppe mit unserem Tourenleiter Ronald sowie den beiden Teilnehmern Ewald und Michael in Richtung östliches Südtirol. Nachmittags erreichten wir unser Berghotel Kasern im hinteren Ahrntal, das uns in den folgenden Tagen als komfortable Unterkunft und als zentraler, idealer Ausgangspunkt für die geplanten Tagesskitouren beherbergte. Die Vorhersage für die kommende Woche stellte uns sehr stabiles Hochdruckwetter mit leichtem Fön sowie milde Tagestemperaturen von bis zu 15°C bei geringem Nachtfrost in Aussicht.

Gut ausgeschlafen und voller Tatendrang starteten wir am Dienstag im Laufe des Vormittags talaufwärts in Richtung unseres Tageszieles, der Achsel. Nach der Sichtung eines beein-druckenden schon länger zurückliegenden Lawinenabganges im engen hinteren Talabschnitt waren wir von Beginn der Tour an auf die Lawinenwarnstufe 2-3 entsprechend sensibilisiert. Ronald hatte die Route am Abend zuvor gewissenhaft erkundet, jedoch sind die Details auf italienischen Karten nicht immer eindeutig in der Praxis nachvollziehbar. Es war nur die erste Brücke über den Bach in der Karte eingezeichnet und wir hätten bei deren Querung wohl sofort eine größere Herausforderung gehabt. Nach der Beurteilung des Geländes vorort bogen wir dann erst an der dritten Brücke über die Ahrn rechts ab. Nun ging es endlich steil bergauf, vor allem durch den Wald. Im Verlauf der etwa 800 Höhenmeter nahm die Steigung im Wald sogar noch deutlich zu, so dass wir die Technik in den Spitzkehren reichlich üben konnten. Die Eindrücke der Landschaft waren imposant als sich ein steiler Kessel vor uns öffnete und somit auch ein sehr steiler Zwischenanstieg erklommen werden musste. Bei einer Pause führten wir unter fachmännischer Anleitung eine Beurteilung der Lawinenge-fahrstufe durch. Hierzu wurde ein Schneequader freigelegt der etwa 70cm von relativ lockerem mehrwöchig altem Schnee zeigte. Das Ergebnis der Beurteilung lautete, dass der Schnee im Bereich der Hangmitte wohl als stabil gelten kann aber an den Rändern überwiegend labil sein würde. Im weiteren Anstieg bildeten sich wegen des weichen Schnees teils schwere Klumpen an den Fellen und wir konnten dank der Voraussicht von Ewald das Sprühwachs verwenden, um hier eine kurzfristige Abhilfe zu schaffen. Den steinigen Gipfel der Achsel ließen wir rechts liegen und freuten uns bärig auf die vor uns liegende Abfahrt im tiefen lockeren Schnee. Nach kurzem Einstieg in den steilen Hang haben wir uns für Einzelabfahrten entschieden, da uns die Hangränder sehr instabil erschienen. Eine abenteuerliche Waldabfahrt führte uns zurück zu unserer Unterkunft, wo wir mit einem herrlichen Abendessen den Tag ausklingen ließen.

Mit den Erfahrungen vom Tag zuvor haben wir am Mittwoch zuerst unsere getrockneten Felle mit Hilfe einer Kerze gründlich gewachst. Unsere Tour sollte diesmal auf den Gipfel des Hüttenkopf 2302m gehen. Wiederum erlebten wir einen herrlichen Waldanstieg und steilere Passagen oberhalb der Waldgrenze. Nach einer Pause auf dem Gipfel, wobei wir die herrliche Aussicht auf den Alpenhauptkamm der Zillertaler Berge in vollen Zügen genießen konnten, fuhren wir zunächst im Firn über sanftes Gelände. Anschließend nach gründlicher Beurteilung des Schnees ging es über einen wilden steilen Hang in der Einzelabfahrt. Die sehr gute Stimmung hielt bei der abschließenden kraftfordernden Waldabfahrt bis zur Ankunft in der Unterkunft an.

Für den Donnerstag war die Umrundung des Mutterkopfs geplant. Der Aufstieg im Wald ging vorbei an einem Wasserfall mit anschließender Überquerung eines großen Lawinenfeldes auf verdichtetem zerklüfteten Schnee. Auf halber Strecke, informiert von einem anderen Tourengeher, verzichteten wir auf den weiteren Anstieg der geplanten Tour wegen der nachmittags zunehmenden Lawinengefahr. Nach der Querung eines Hochtalbeckens haben wir uns wiederum wegen der Lawinensituation für die Abfahrt über den Sommerweg in der Art einer Bobbahn entschieden und uns am Ende über den ereignisreichen Tag gefreut.

Bei weiterhin strahlendem Sonnenschein planten wir am Freitag den Aufstieg über das Windtal, um wiederum den Mutterkopf zu umrunden, diesmal im Uhrzeigersinn. Auch an diesem Tag war jedoch wegen der allgemeinen Lawinengefahr am Nachmittag der Aufstieg nur in einer verkürzten Variante möglich. Nach der Pause mit dem Blick auf das Panorama der Zillertaler Gipfel bei fast frühlingshaftem Wetter schwangen wir die letzten Meter dieser wunderschönen Skitour hinab ins Tal.

Da für Samstag das Ende der Hockdruckwetterlage angekündigt war, machten wir uns nach einer eindrucksvollen Woche auf den Weg nach Hause.  Danke an Ronald für die in jeder Hinsicht hervorragend geführte Skitour!