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Steckbrief: Kletterheim Aicha (420 m)

Kurzbeschreibung:
• Das Ansbacher Kletterheim gehört nach den Grundsatzregeln des DAV zur Kategorie II, die wegen ihrer besseren Ausstattung für mehrtägigen Winter- oder Sommeraufenthalt als Selbstversorgerhütte bestens geeignet ist.
• Die Hütte ist mit dem Auto erreichbar, liegt aber weit abseits jeglichen Durchgangsverkehrs. Die Lage ist daher ideal für Schulklassen, Familien, Radler oder Wanderer. Besonders beliebt und viel besucht wird sie natürlich von den professionellen Kletterern oder solchen, die es werden wollen.
• Das Haus bietet Lagerplätze für 29 Personen und ist mit einer modernen Küche und zwei Waschräumen mit insgesamt vier Duschen (Kalt- und Warmwasser) ausgestattet. Das großzügige, teilweise überdachte Freigelände mit Feuerstelle und Grillplatz lädt zu zahlreichen Außenaktivitäten ein.
• Wer einmal keine Lust zum Kochen hat, kann sich auch im nur 100 m entfernten „Gasthof Klettergarten“ versorgen lassen.
• Wir bitten alle Gäste die Hüttenordnung unbedingt einzuhalten und das Inventar pfleglich zu behandeln.
Hüttengebühren:
Kinder /Jugendliche (5-18) Erwachsene
Mitglieder: 5,00 € 6,50 €
Nichtmitglieder: 7,00 € 12,00 €
Die Hütte kann auch ganzheitlich vermietet werden, so dass eine weitere Belegung durch weiter Gäste nicht mehr möglich ist. Die Wochenendpauschale beträgt für Freitag 16.00 Uhr bis Sonntag 16.00 Uhr 380,- € (ab 01.01.08!). Bei Verlängerung beträgt der Preis 150,- € pro angefangenen Tag.
Für Schulklassen und geschlossene Jugendgruppen gelten von Montag bis Freitag (16.00 Uhr) Sonderpreise in Höhe von 130,- € (ab 01.01.08 !) pro angefangenen Tag.

Hüttenwart:
Sabine und Bernd Herzig
Tel. 09827/6001
e-Mail: huettenwart-aicha@dav-ansbach.de
Öffnungszeiten:
Ganzjährig, nur auf Anmeldung beim Hüttenwart
Anmeldungen ab dem 1. Oktober des Vorjahres. Anmeldung nur telefonisch direkt bei der Hüttenwartsfamilie. Keine Anmeldung über die Geschäftsstelle möglich.
Hüttenwartpaar / Planungen
Wir freuen uns, dass sich das neue „Hüttenwartpaar“ Sabine und Bernd Herzig sehr gut in ihre neue Aufgabe eingearbeitet hat und blicken daher für unser Kletterheim sehr gelassen in die Zukunft.
Größere Planungen oder Umstrukturierungen stehen derzeit nicht an. Allerdings besteht auch genügend Arbeit darin, den organisatorischen Ablauf der Hüttenbelegung und der Gästewechsel zu verbessern, sowie den guten Zustand der Hütte und der Außenanlagen durch viele kleine und größere Reparaturarbeiten (z. B. Fußboden Aufenthaltsraum) zu erhalten und verbessern.
Geologie und Natur
Das Klettergebiet Konstein liegt in der einzigartigen Landschaft des Naturparks Altmühltal, einem Gebiet, in dem ein faszinierendes Ökosystem in Millionen von Jahren entstanden ist. Ein Blick auf die Entstehungsgeschichte von Fels und Natur sowie auf die Lebewesen darin soll ein tieferes Verständnis und eine Bereitschaft zum Schutz dieser Lebensgemeinschaft bewirken.
Altmühl und Urdonautal
Über 200 km weit schlängelt sich die Altmühl als langsamster Fluss Bayerns bis zu ihrer Mündung in die Donau, dabei fließt sie als einziger längerer Wasserlauf Deutschlands nach Südosten. Die felsigen Talwände von 60 bis 80 m Höhe erklären sich nicht durch eine früher viel mächtigere Altmühl, sondern durch die Benutzung des Bachbetts der Ur-Donau ab Dollnstein.
Die Donau floss nämlich vor der Risseiszeit nach Norden durch das Weilheimer Trockental, bog ab Dollnstein nach Osten ab und erarbeitete sich ein weites Tal durch den Fränkischen Jura, der sich in Jahrmillionen aus kalkhaltigen Teilen der im Jurameer abgestorbenen Korallen, Schnecken, Algen und Muscheln gebildet hatte.

Felsen
Die Konsteiner Felsen entstanden vor ca. 150 Mio. Jahren im Zeitalter der Weißen Jura. Im damals meerbedeckten Gebiet der Frankenalb begünstigte warmes, tropisches Klima das Wachstum von Schwämmen, die zusammen mit Kalkalgen gewaltige Riffe aufbauten. Diese Riffe wuchsen in einer Wassertiefe von ca. 50-80 m zu kuppelförmigen Bauten mit über 50 m Höhe. Wie geschah dies?
Die Verwesungsgase abgestorbener Schwämme bewirkten eine verstärkte Kalkausfällung aus dem Meerwasser. Gleichzeitig siedelten sich auf den toten Schwämmen Blaugrünalgen an, die dicke Kalkkrusten bildeten. Auf dieser festen Riffoberfläche konnten sich neue Schwämme und andere Organismen ansiedeln. Der ursprünglich ausgefällte Kalk wurde nachträglich vielfach durch magnesiumhaltige Lösungen in Dolomit umgewandelt. Durch eine Hebung des Meeresbodens vor ca. 140 Mio. Jahren wurden die Lebensbedingungen für die Schwämme ungünstiger und die Riffe starben ab. Im Laufe der Zeit wurden sie noch geschaffen von den Fluten der Ur-Donau und den Witterungseinflüssen.
Trockenrasen
Während der letzten Eiszeit waren auch in der heutigen Juralandschaft auf eisfreien Flächen steppenartige Graslandschaften verbreitet. In nacheiszeitlicher Erwärmung folgte die Pflanzenbesiedelung auf vom Eis freigewordenen Flächen von Südosten, vorn Schwarzen Meer und auch vom Mittelmeer (z.B. Immergrünes Felsenblümchen) her. Hierauf folgte eine Wiederbewaldung, zunächst mit Haselnuss, Birke und Kiefer, dann mit Eichenmischwäldern und schließlich mit Buchenwaldgesellschaften. Auf gehölzfreien Flächen wie z.B. Felsköpfen sowie auf Ursteppen, welche durch die Wander- und Weidetätigkeit von Wisent, Ur und \\'ildschaf entstanden, konnten sich die eingewanderten Pflanzen behaupten. Das fast völlige Verschwinden dieser Großsäuger durch den Einfluss des Menschen begünstigte das Vordringen des Waldes. Nach großflächigen Rodungen im Mittelalter (10. Jahrhundert) wurde eine Wiederbewaldung durch extensive Weidenutzung mit Rindern, Schafen, Ziegen und Gänsen verhindert. Auf diese Flächen konnten Pflanzen und Tiere aus natürlichen Rückzugsgebieten wieder einwandern, dies war der Höhepunkt der Trockenrasen. In jüngster Zeit führte eine mangelnde Beweidung zu einer starken Wiederbewaldung. So sind für den Lebensraum Trockenrasen heute umfangreiche Pflegemaßnahmen und Schafbeweidung erforderlich.
Die Lebensbedingungen der oft nach Süden ausgerichteten Trockenrasen sind extrem. Direkt über dem Boden können Spitzentemperaturen von 60 oC auftreten. Solche Hitze, akuter Wassermangel (geringe Speichermöglichkeit der flachgründigen und durchlässigen Böden), sowie ein geringer Nährstoffgehalt des Bodens erfordern eine vielfältige Anpassung der Pflanzen, um zu überleben. Ein Zuwachsen der Trockenrasen u.a. durch Wacholder und Kiefern rührt zu tiefgreifenden Veränderungen der Lebensbedingungen und einer Artenverdrängung. Dies ist am effektivsten durch Schafbeweidung zu verhindern. So wird auf schonende und naturnahe Weise der Schutz dieser faszinierenden Lebensgemeinschaft erreicht.
Trockenrasen beherbergen auf 0,27% der Fläche Bayems 35% der gefährdeten Farn und Blütenpflanzen (u.a. Deutscher Enzian, Herbst-Drehwurz, Bienenragwurz). Auch viele Vogel- und Insektenarten (u.a. Schmetterlinge wie der seltene Apollofalter, Segelfalter und viele Bläulingsarten) sowie die Schlingnatter finden hier ihren Lebensraum. Trockenrasen gehören so zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas.

Vogel- und Tierarten
Die steilen Felswände mit Vorsprüngen, Bändern, Nischen und Höhlen bieten Uhu, Wander- und Turmfalken, Steinkauz, Dohle, Steinrötel, Mauersegler, Garten- und Hausrotschwanz, Kohlmeise, Tannenmeise und Blaumeise gute Nistmöglichkeiten. Hier sind sie sicher vor Fuchs und Marder. Wanderfalken finden an den Mittelgebirgsfelsen die einzige Brutmöglichkeit außerhalb des Alpengebiets. Während der Wanderfalke hohe Nischen in freier Lage bevorzugt, sucht der Uhu weniger exponierte Nistplätze. Fledermäuse finden in Höhlen gute Winterquartiere sowie allgemein einen idealen Lebensraum. Der Siebenschläfer fühlt sich wohl in größeren Felslöchern sowie tiefen, langen Rissen und dürfte gelegentlich ebenso überrascht von Kletterern sein wie diese von ihm.
Naturlehrpfade
Im Konsteiner Gebiet bieten sich auch zwei schöne und informative Naturlehrpfade als einfache Spaziergänge an:
• Waldlehrpfad Aicha
Vom Ausgangspunkt der Ansbacher Hütte erfährt man auf einer Wegstrecke von 4,5 km (Gehzeit 1,5 Std.) auf 22 Stationen näheres zu historischen Waldwirtschaftsformen, zur Rolle des Waldes im Biotop-Verbundsystem sowie zur Abhängigkeit der Flora und Fauna von den Standortbedingungen.
• Biotoplehrpfad Wellheim
Ausgehend vom Parkplatz an der Kläranlage Weilheim wird auf einer Wegstrecke von 3,8 km (Gehzeit 1,25 Std.) auf 5 Stationen über Feucht- und Streuwiesen, Tiere der Feuchtgebiete, Feldhecken, Brachen und Benjes-Hecken informiert.
Weitere Informationen zum größten deutschen Naturpark erhält man im lnformationszentrum Naturpark Altmühltal in Eichstätt.

Informationen
Informationszentrum Naturpark- Altmühltal , Notre Dame 1 85072 Eichstätt Tel. 08421/6733
Tourist Information Burgstr. 7 , 91809 Wellheim Tel. 08427/1513