Klettersteigtour Vierwaldstätter Alpen, Schweiz

07.09.2016 - 10.09.2016
Autor: Ilona Kleinhenz / Harald Meyer
Tour-Nr.: 2016-02-37

TIP TOP in der Schweiz unterwegs

Brunnistöckli, Rigidalstock  und Graustock – das „Stöckli“ war unser Gipfelziel zum Eingewöhnen, das wir auf zwei verschiedenen Klettersteigen von der Brunnihütte aus eroberten. Die Route über den „Zittergrat“ war die schwierigere von beiden, eine gute Vorbereitung für den Rigidalstock (2.595m) am folgenden Tag. Hier gibt es seit zwei Jahren einen neuen Klettersteig (K4), so dass nicht mehr die gleiche Route für Auf- und Abstieg benutzt werden muss, das Ganze daher ohne gefährliche Ausweichmanöver bei Gegenverkehr. Der Klettersteig zieht sich durch steile Passagen und man turnt nicht nur auf (teils fast zu viel) Eisen herum, sondern muss und kann auch mal im Fels gute Tritte und Griffe suchen. Man passiert den Gemssprung und den Zwergenweg bevor man durch eine Höhle, das Adleraugenloch, zum Gipfel gelangt. Wir sehen weder Gemsen noch Zwerge noch Adler, doch die Aussicht vom Gipfel ist großartig – unser nächstes Ziel auf der anderen Talseite, den Graustock, haben wir schon im Blick. Luciano, ein fast Siebzigjähriger, erreicht mit uns den Gipfel und verewigt die nette Truppe vom DAV Ansbach auf www.gipfelbuch.ch. Am Graustock haben wir tags darauf sehr viel Luft unterm Hintern, es geht quasi senkrecht nach oben und ein Stau in der Wand, der sich an den schwierigsten Passagen einstellt, ist für die Letzten der Gruppe unangenehm, denn mit so viel Luft unterm Hintern steht man an manchen Stellen nicht mehr ganz entspannt in der Wand. Wir meistern auch diesen Klettersteig und stehen am Gipfel mit grandiosem Ausblick hinüber bis zum Wetterhorn und Finsteraarhorn in den Berner Alpen. Die Brunnihütte, unseren Stützpunkt für die vier Tage, erreichen wir wieder mit der Seilbahn und absolvieren wie jeden Tag den „Kitzelpfad“, eine Art Barfußpfad um den Hüttensee herum auf Kieselsteinen, Holzstückchen oder durch dubiosen braunen Matsch und den See selbst. Danach genießen wir unsere Älplermagronen mit Apfelmus draußen vor der Hütte, denn es ist noch angenehm mild, während die kugelrunde Hüttenkatze um uns herumstreift und auf ihren Anteil hofft. Als einzige Frau mit sechs Männern unterwegs zu sein, war für mich eine neue Erfahrung – aber bei einer so lustigen, harmonischen Gruppe, in die sich jeder einfügt (fast wie im Skikurs ;-)), immer wieder gerne. Merci vielmals!

Ilona, Peter, Harald, Michael, Hermann, Martin, Friedrich

 

Friedrich: Vier Tage

  • mit einer harmonischen Gruppe,
  • geführt von einem hervorragenden Tourenleiter und
  • stationiert auf einer wundervollen Hütte in wunderschöner Landschaft,

> führten mich zu neuen persönlichen Leistungen in den Klettersteigen und

> waren für mich vier Tage reiner Lebensfreude.

Martin: Meine erste DAV Tour und ich hatte noch wenig Vorstellungen was mich erwartet. Und jetzt, eine Erfahrung sondergleichen.

Kraft und Kondition waren nicht so das Thema. Vielmehr war mein "Kopf" das Problem bei senkrechten Abgründen von ca. 200 Metern.

Ein Klettersteig von C/D war mir neu, zeigte aber seine entsprechenden Reize und das bei stahlblauem Himmel - wirklich "TIP TOP"

Wenn ich jetzt so zurück denke, dann könnte ich bereits morgen wieder los... aber eins ist auch klar: Im kommenden Jahr bin ich wieder mit dabei, das habt Ihr jetzt davon :-)

Michael: Für mich war die Klettersteigtour in der Schweiz sehr beeindruckend und durch die Gemeinschaft waren es ein paar wunderschöne Tage.

Danke an Peter für die perfekte Organisation und die Auswahl der unterschiedlichen Touren. Die hervorragenden Anleitungen zum sicheren Verhalten im Klettersteig waren die Basis für ein unvergessliches Bergerlebnis mit neuen persönlichen Erfahrungen beim Klettern.

Danke für die tolle Gemeinschaft.

Hermann: Die mittelschwere Klettersteigtour war für mich als Anfänger - mit 67 Jahren - für weitere Touren eine wichtige Bereicherung. Die ausgezeichneten Führungsqualitäten von Peter und seiner Mannschaft werden die Einblicke in die Faszination "Bergwelt" weiter vertiefen.

 

Peter: Dieses Jahr haben wir erstmals auch die Schweizer Klettersteige in Angriff genommen. Man muss zugeben, die müssen sich vor den Südtirolern nicht verstecken. Von einer richtig gemütlichen Basishütte, der Brunnihütte, haben wir unsere geplanten Gipfelsiege alle erreicht.

Vielleicht manchmal etwas zu viel Eisen, aber offenbar gehen den Schweizern die Steine aus. Getreu dem Motto:
Warum bauen die Schweizer nur Holzhäuser? ... Weil sie die Steine für die Berge brauchen :-)

Wir kommen wieder...

Schaggeline: Einem Star wie mir, mit eigenem Katzenberg, offiziell Hahnen genannt (siehe Foto), gebührt natürlich entsprechende Aufmerksamkeit. Die suche ich mir nach Lust und Laune bei den Hüttenbesuchern. Viele kommen nur für einen Tag, aber bei der DAV-Gruppe aus Ansbach, die drei Nächte hier verbracht hat, hat es sich gelohnt, um die Beine herumzustreifen und sich am Frühstückstisch auf dem Kissen breit zu machen. Bikinifigur, was ist das? Her mit der Salami und dem Käse – bloß Apfelmus mag ich nicht. Wieso ich Schaggeline getauft wurde von den Ansbachern, das weiß ich nicht – aber für ein paar Streicheleinheiten und was zum Futtern nimmt man das auch als K(atzen)-Promi in Kauf.

 

 

Brunnistöckli
Am Zwergenweg
Im Basislager herrscht Ordnung
Der Gipfel des Graustocks ist erreicht
Atemberaubende Tiefblicke
Im Klettersteig des Graustocks
Nach oben geht´s am Graustock
Bergpanorama mit See
Schaggeline