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Alpenüberquerung 1. Etappe

04.08.2016 - 06.08.2016
Autor: Maximilian Scheifele
Tour-Nr.: 2016-02-59

Von Oberstdorf ins Pitztal

Der Europäische Fernwanderweg E 5 führt von der Bretagne nach Verona. Die Gesamtlänge ist 3200 km. So viel haben wir uns nicht vorgenommen. Der Teil, den wir in zwei Etappen gehen wollen, startet in Oberstdorf und endet nach 135 km in Meran.

1. Tag: Donnerstag, 04. August 2016

Wir treffen uns vor 9.00 Uhr am Ansbacher Bahnhof und reisen mit dem Bayernticket der Bahn über Ulm nach Oberstdorf. Mit dem Shuttlebus geht es nach Spielmannsau. Dort beginnt der Aufstieg zur Kemptner Hütte.

Noch ist das Wetter gut, für die Nacht wurden aber ergiebige Niederschläge angekündigt. Die Hütte ist wegen der Ferienzeit sehr voll, 250 Personen sollen hier sein. Die Versorgung klappt aber recht gut.

Als wir in den Lagern liegen, hören wir dass der Wetterbericht leider Recht hat. Es gießt die ganze Nacht, wie aus Eimern.

2. Tag: Freitag, 05. August 2016

Auch am Morgen das Gleiche: Regen und nochmals Regen. Heute regnet es nur einmal, wie Klaus sagt. 24 Stunden Dauerregen schlägt irgendwann auf das Gemüt.

Holzgau im Lechtal ist unser Ziel. Als Attraktion wurde über das Höhenbachtal eine Seilhängebrücke gebaut. Sie ist 200 m lang und sehr luftig. Durch den durchsichtigen Gitterboden kann man 105 m in den Abgrund schauen.

Von allen Seiten rauscht das Wasser von den Hängen. Die Bäche führen braunes Hochwasser. Um zur Memminger Hütte zu kommen, müssen wir auf einer wackeligen, teilweise beschädigten Brücke einen reißenden Bach überqueren.

Alle sind froh, endlich in der Memminger Hütte angekommen zu sein. Die vielen Kleiderhaken in der Hütte reichen nicht aus, die nassen Gegenstände trocken aufzuhängen. Der Trockenraum im Keller ist auch übervoll.

Knapp oberhalb der Hütte, ab 2400 m Höhe, bleibt der Schnee liegen.

3. Tag: Samstag, 06. August 2016

Endlich hat es zu regnen aufgehört. Der ursprüngliche Plan war, zur Ansbacher Hütte zu gehen. Wegen der Ausgesetztheit und der nassen Wegverhältnisse planen wir um und gehen hoch zur verschneiten Seescharte. Von dort steigen wir ins Inntal ab.

Nun folgt ein Abstieg von fast 2000 Höhenmetern. Im unteren Teil  geht es durch das Zammer Loch. Der interessante Weg liegt hoch über einer wilden Schlucht. In Zams haben wir Anschluss an die österreichische Bahn. So sind wir nach 6 Stunden Bahnfahrt um 22.00 Uhr wieder in Ansbach.

Die Pläne für den zweiten Teil der Alpenüberquerung wurden während der Bahnfahrt diskutiert. Dieser Teil wird dann etwas länger sein - aber wir freuen uns drauf!

Vielen Dank an Klaus Denninger für die gute Vorbereitung und die ruhige Leitung der Tour.

v. l. n. r.: Petra, Horst, Lisa, Herrmann, Gerhard, Reinhold, Klaus, Maximilian, Gudrun
Aufstieg zur Kemptner Hütte
Kemptner Hütte, 1846 m
Reinhold vor der Hütte
Voller Schuhraum
Regen den ganzen Tag...
Hängebrücke über dem Höhenbachtal
Gefährliche Bachüberquerung
Steiler Aufstieg von der Memminger Hütte zur Seescharte
Seescharte, 2599 m