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Schnupper-Skitour im Allgäu

23.01.2016 - 23.01.2016
Autor: Eva Twer
Tour-Nr.: 2016-02-12

Optimales Wintererlebnis trotz kleiner Handicaps mit aufgestollten Fellen

Am Morgen des 23. Januars zweifelte ich schon daran, dass wir uns trotz eisglatter Straßen in Richtung Allgäu auf den Weg machen würden. Allerdings trafen kurz nach mir alle weiteren Teilnehmer auf dem Aldi-Parkplatz in Eyb wohlbehalten ein und wir konnten uns gutgelaunt mit dem DAV-VW-Bus auf den Weg ins Allgäu machen.

Es wurde noch über den positiven Nebeneffekt eines Navigationssystems diskutiert, das selbst bei komplett vereisten Scheiben noch den richtigen Weg findet, aber auf der Fahrt machte uns der Eisregen der vorigen Nacht keine Probleme. Unterwegs fanden wir dann sogar mehr und mehr weiße Stellen am Straßenrand. Glücklicherweise hatten wir eines der schneemäßig brauchbaren Wochenenden des Winters erwischt. Ein Wermutstropfen war allerdings der Regen, der in der Nacht zuvor den Schnee doch ordentlich durchweicht hatte.

Während Andi den Toureneinstieg in Hirschegg auskundschaftete, blieb den Teilnehmern noch die Zeit, dringende Bedürfnisse zu erledigen und einen Kaffee zu trinken. Glücklicherweise ließ der Nieselregen nach und es klarte etwas auf, so dass wir guter Dinge starten konnten. Auch die Lawinengefahr hielt sich mit Warnstufe 2 recht in Grenzen und sollte uns auf dieser Tour in Südwest-Exposition mit eher geringen Steilheiten keine Probleme bereiten.

Nach wenigen Metern fanden wir eine passende Stelle um eine kurze Einführung in den Gebrauch der Tourenskiausrüstung durch Andi zu bekommen, aufzufellen und die Skier anzulegen. Die sanften Anstiege und ebenen Stücke von Hirschegg bis zum Fuß der Kuhgehrenspitze boten eine gute Möglichkeit, sich erstmal mit dem ungewohnten Material vertraut zu machen und sich etwas „einzulaufen“. Leider mussten wir zweimal die Straße überqueren, was sich für einige Teilnehmer noch fatal auswirken sollte. Wir fanden die ausgeschilderte Skiroute, sprachen über das Thema Skirouten an sich und die ausgewiesenen Schutzgebiete, die seltenen Tierarten auch im Winter die benötigten Rückzugsräume bieten sollen. Nach ein paar Höhenmetern führte uns der Weg durch ein etwas steileres Waldstück, das sich bald wieder in einen Hang hinein öffnen sollte. Die mäßig steile Skispur wand sich am Berg entlang und wir freuten uns an der schönen winterlichen Aussicht und schwitzten gemütlich vor uns hin, als der erste fragte, ob die dicken Schneebatzen unter dem Fell normal seien, weil das den Aufstieg doch deutlich erschwerte.

Einige der Felle hatten sich wohl schon beim Überqueren der Straße mit Schmelzwasser und Salz vollgesogen und stollten nun auf, so dass der Aufstieg richtig mühsam wurde. Andi versuchte, mit Aufreibewachs das Problem zu beseitigen, konnte es aber nur verringern. Trotzdem blieb die Stimmung gut und alle nahmen Rücksicht auf die gehandicapten Tourkollegen. Ein schöner, breiter Hang vor dem nächsten steilen Waldstück ließ Vorfreude auf die Abfahrt aufkommen. Im zweiten dichten Waldstück kamen uns zwischen den Bäumen schon die ersten Skifahrer auf der Abfahrt entgegen.

Ich entschied mich dagegen, mir Gedanken zu machen, ob und wie ich die steile Abfahrt zwischen Bäumen und Wurzeln meistern oder einfach nur überstehen könnte und entschied, nun erstmal den Aufstieg zu genießen und mich auf die Rast und die tolle Gipfelaussicht zu freuen.

Als wir das zweite Waldstück hinter uns ließen, sahen wir weite Hänge vor uns und den perfekten Vesperplatz vor der Außerkuhgehrenalpe. Sonne und der ideale Platz um die Energiereserven aufzufüllen, bevor wir das letzte Stück zum Gipfel unter die Skier nehmen würden.

Hochmotiviert und gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Gipfel. Nach wenigen Höhenmetern wurde der Anstieg steiler und es gab erneut Probleme mit stollenden Fellen. Wenige Höhenmeter vor dem Gipfel musste einer der Teilnehmer aufgrund dieser Materialprobleme aufgeben und erwartete alle anderen auf dem Rückweg. Leider zog es wieder zu, so dass der Blick vom Gipfel nicht ganz so grandios war, wie wir es uns erhofft hatten, dennoch hatten alle das neue Erlebnis „Tourenski“ sehr genossen und freuten sich über den bisher so gelungenen Tag.

Die Abfahrt verlangte einigen von uns doch ganz schön etwas ab. Der Schnee war tief und dank des Regens der vorigen Nacht schwer und es kostete trotz der schönen Hänge viel Kraft, die erklommenen Höhenmeter nun auch wieder gut hinunterzukommen. Ein paar spektakuläre Stürze amüsierten die versierteren Skifahrer unter uns, aber letzten Endes kamen alle wohlbehalten und erschöpft im Tal an. Ja, die beiden steilen Waldstücke waren glücklicherweise nicht allein für mich eine echte Herausforderung, aber wir haben es alle geschafft!

Die richtig guten Skifahrer konnten die wunderschönen Abfahrtshänge genießen und die nicht ganz so guten haben sich hin und wieder doch gefragt, warum es zum Geier keinen Lift zum Runterfahren gibt. Der ebene Weg zurück durchs Tal nach Hirschegg ließ den Adrenalinspiegel wieder etwas absinken und alle kamen erschöpft und durchnässt nach einem tollen Skitourentag am Bus wieder an. Stefan, unser Technik-Freak, hatte knapp etwas über 1000 Höhenmeter und etwa 12 Kilometer auf seinem GPS.

Ein gemeinsamer Einkehrschwung zur Auffüllung der verbrauchten Kalorien mit leckerem Essen und isotonischen Getränken rundete unsere Schnupperskitour noch ab, bevor wir uns satt und mehr als zufrieden wieder auf den Rückweg nach Ansbach machten.

Dabei waren: Michael Burgschwaiger, Harald Störzenhofecker, Holger Baumann, Stefan Hellmann, Bernd Edelhäuser, unser Guide Andreas Schmidt und ich, Eva Twer